Van-der-Waals-Gleichungsrechner

Berechnen Sie realen Gasdruck und vergleichen Sie ihn mit dem idealen Gasgesetz.

Realer Gasdruck
Geben Sie Volumen, Stoffmenge, absolute Temperatur und die gasspezifischen Van-der-Waals-Konstanten ein.

Über die Van-der-Waals-Gleichung

Der Van-der-Waals-Gleichungsrechner schätzt den Druck eines realen Gases aus Volumen, Stoffmenge, absoluter Temperatur und zwei stoffspezifischen Konstanten. Das ideale Gasgesetz behandelt Moleküle als Punkte, die weder Raum einnehmen noch einander anziehen. Diese Näherung ist bei niedrigem Druck und hoher Temperatur nützlich. Messwerte weichen jedoch davon ab, wenn Moleküle dichter zusammenrücken oder zwischenmolekulare Kräfte wichtig werden. Johannes Diderik van der Waals führte Korrekturen für beide Effekte ein und schuf so eine praktische Verbindung zwischen dem einfachen Idealmodell und beobachtetem Gasverhalten. Die verwendete Gleichung lautet P = nRT / (V - nb) - a(n / V)². Die Konstante b korrigiert das verfügbare Behältervolumen, da Moleküle eine endliche Größe haben. Nach Abzug von nb bleibt näherungsweise das freie Volumen, in dem sich Molekülzentren bewegen können. Die Konstante a korrigiert den Druck hinsichtlich anziehender Kräfte. Wandnahe Moleküle werden von benachbarten Molekülen zurückgezogen, sodass ihre Stöße weniger Druck erzeugen als im Idealmodell. In diesem Rechner wird das Volumen in Litern, der Druck in Atmosphären und die Temperatur in Kelvin gemessen. Die Gaskonstante beträgt 0.082057 L atm pro mol K. Die Konstanten a und b müssen passende Einheiten haben. Verwenden Sie verlässliche Konstanten für das tatsächliche Gas und halten Sie alle Eingaben im angezeigten Einheitensystem. Die Temperatur muss absolut sein; Celsiuswerte werden durch Addition von 273.15 umgerechnet. Das Volumen muss größer als nb sein. Andernfalls ist der Nenner für das freie Volumen null oder negativ und der Zustand physikalisch ungültig. Das Ergebnis zeigt auch den idealen Gasdruck unter denselben Bedingungen. Der Vergleich macht den gemeinsamen Einfluss von Molekülanziehung und Ausschlussvolumen sichtbar. Bei geringer Dichte liegen die Werte meist nahe beieinander. Bei höherer Dichte kann jede der beiden Korrekturen überwiegen, und der Unterschied wird deutlicher. Die Van-der-Waals-Gleichung bleibt eine Näherung und keine vollständige Zustandsgleichung. Sie beschreibt reales Gasverhalten qualitativ, sagt einen Flüssig-Dampf-Übergang voraus und erklärt kritische Phänomene. Für hochpräzise industrielle Auslegung ist sie jedoch nicht das bevorzugte Modell. Nahe Phasengrenzen oder unter extremen Bedingungen sollten Sie validierte Stoffdaten oder eine anspruchsvollere kubische Zustandsgleichung verwenden. Für Unterricht, erste Abschätzungen und das Verständnis molekularer Korrekturen liefert dieser Rechner hingegen ein transparentes und unmittelbares Ergebnis.

Van-der-Waals-Beispiele

Diese Beispiele verwenden zum Rechner passende Konstanten und Einheiten.

EingabenDruckInterpretation
V = 10 L, n = 1 mol, T = 300 K, a = 1.39, b = 0.03912.457473 atmEin stickstoffähnlicher Parametersatz.
V = 5 L, n = 2 mol, T = 273.15 K, a = 0, b = 08.965548 atmOhne Korrekturen entspricht das Ergebnis dem idealen Druck.
V = 2 L, n = 1 mol, T = 350 K, a = 3.59, b = 0.042713.775749 atmEin beispielhafter kohlendioxidähnlicher Zustand.

So berechnen Sie realen Gasdruck

  1. Geben Sie das Behältervolumen in Litern und die Stoffmenge des Gases in Mol ein.
  2. Geben Sie die absolute Temperatur in Kelvin ein.
  3. Schlagen Sie die Van-der-Waals-Konstanten a und b des Gases nach und geben Sie sie ein.
  4. Wählen Sie Druck berechnen und vergleichen Sie den korrigierten Wert mit dem idealen Gasdruck.

Häufig gestellte Fragen

Was bedeuten die Konstanten a und b?

Die Konstante a beschreibt die Stärke anziehender zwischenmolekularer Kräfte. Die Konstante b steht für das Ausschlussvolumen aufgrund der endlichen Größe der Gasmoleküle.

Warum muss die Temperatur in Kelvin eingegeben werden?

Gasgleichungen benötigen eine absolute Temperaturskala, deren Nullpunkt minimaler thermischer Energie entspricht. Celsiuswerte müssen daher vor der Berechnung durch Addition von 273.15 umgerechnet werden.

Wann funktioniert das ideale Gasgesetz gut?

Es ist meist bei niedrigem Druck und hoher Temperatur am genauesten, wenn die Moleküle weit auseinanderliegen. Dann sind die Einflüsse von Anziehung und Molekülvolumen relativ klein.

Warum muss das Volumen größer als nb sein?

Der Term nb schätzt das für Molekülbewegung unzugängliche Volumen. Ist das Gesamtvolumen nicht größer, besitzt die Gleichung kein physikalisch sinnvolles freies Volumen.

Kann der Rechner ein Gas nahe der Kondensation modellieren?

Er kann Trends nahe einem Phasenübergang zeigen, doch die numerische Genauigkeit ist möglicherweise begrenzt. Verwenden Sie für sicherheitskritische Arbeiten gemessene Stoffwerttabellen oder eine validierte technische Zustandsgleichung.