Rechner für das newtonsche Abkühlungsgesetz

Prognostiziere die Temperatur eines Objekts aus Anfangstemperatur, Umgebung und Abkühlungskonstante im Zeitverlauf.

Rechner für Temperaturänderungen
Verwende eine Abkühlungskonstante pro Minute und eine verstrichene Zeit in Minuten.

Über das newtonsche Abkühlungsgesetz

Das newtonsche Abkühlungsgesetz beschreibt, wie sich die Temperatur eines Objekts der Umgebungstemperatur annähert. Die Änderungsrate der Temperatur ist proportional zur Differenz zwischen Objekt und Umgebung. Die Lösung dieser Differentialbeziehung ergibt eine Exponentialkurve: Die Endtemperatur entspricht der Umgebungstemperatur plus der anfänglichen Temperaturdifferenz multipliziert mit einem exponentiellen Abklingfaktor. Das Modell beschreibt Abkühlung bei anfangs wärmeren und Erwärmung bei anfangs kälteren Objekten. Die Abkühlungskonstante bestimmt, wie schnell sich das Gleichgewicht einstellt. Sie fasst Oberflächenwärmeübergang, exponierte Fläche, thermische Masse, Geometrie, Luftströmung und Materialeigenschaften zu einem empirischen Koeffizienten zusammen. Eine größere Konstante bedeutet schnelleres Abklingen der Temperaturdifferenz. Die Einheiten müssen zur Zeit passen: Dieser Rechner verwendet eine Konstante pro Minute und Zeit in Minuten, sodass der Exponent dimensionslos ist. Bei Zeit null entspricht der berechnete Wert genau der Anfangstemperatur. Für sehr große Zeiten nähert sich der Exponentialterm null und die Objekttemperatur der Umgebungstemperatur, ohne sie mathematisch zu überschreiten. Die Konstante wird meist aus Beobachtungen ermittelt, nicht aus Grundprinzipien vorhergesagt. Ist eine gemessene Temperatur zu einem bekannten Zeitpunkt verfügbar, lässt sich die Gleichung zur Schätzung der Konstante umstellen. Halte die Umgebungsbedingungen während der Messung stabil. Ein heißes Getränk in ruhender Luft kann etwa eine andere Konstante haben als dasselbe Getränk unter einem Ventilator oder in einem isolierten Gefäß. Änderungen von Konvektion, Verdunstung, Strahlung oder Kontaktwärmeleitung können die wirksame Konstante zeitlich verändern. Dieses einfache Modell mit konzentrierter Wärmekapazität setzt eine nahezu gleichmäßige Innentemperatur des Objekts und eine konstante Umgebung voraus. Es eignet sich besonders, wenn die innere Wärmeleitung im Verhältnis zum Wärmeübergang an der Oberfläche schnell ist. Dicke Objekte mit starken inneren Temperaturgradienten, Phasenwechsel, aktive Beheizung oder rasch wechselnde Umgebungsbedingungen benötigen ein detaillierteres Wärmeübertragungsmodell. Temperaturdifferenzen dürfen in Celsius eingegeben werden, da Celsius- und Kelvin-Schritte gleich groß sind. Nutze das Ergebnis für Unterricht, Prozessabschätzungen, Lebensmittel- und Getränkekühlung, Laborplanung oder eine erste Prüfung vor einer vollständigen thermischen Simulation.

Beispiele zum Abkühlungsgesetz

AnfangsbedingungenEndtemperaturSzenario
T0 = 100°C, Ta = 20°C, k = 0.1/min, t = 10 min49.430355°CEin heißes Objekt kühlt sich in Richtung Raumtemperatur ab.
T0 = 0°C, Ta = 20°C, k = 0.2/min, t = 5 min12.642411°CEin kaltes Objekt erwärmt sich in einem Raum.
T0 = 80°C, Ta = 25°C, k = 0.05/min, t = 20 min45.233369°CLangsamere Abkühlung bei gleichem verbleibendem exponentiellem Anteil.

So verwendest du den Abkühlungsrechner

  1. Gib die Temperatur des Objekts zu Beginn der Beobachtung ein.
  2. Gib die konstante Umgebungstemperatur um das Objekt ein.
  3. Trage die empirisch ermittelte Abkühlungskonstante pro Minute ein.
  4. Gib die verstrichene Zeit in Minuten ein und wähle Temperatur berechnen.

Häufige Fragen zum newtonschen Abkühlungsgesetz

Kann das Gesetz auch Erwärmung modellieren?

Ja. Liegt die Anfangstemperatur unter der Umgebungstemperatur, beschreibt dieselbe Gleichung eine exponentielle Erwärmung in Richtung Umgebung.

Welche Einheit hat die Abkühlungskonstante?

Sie hat die Einheit einer inversen Zeit. Eine Konstante pro Minute muss mit Minuten kombiniert werden, wie in diesem Rechner.

Wie bestimme ich die Abkühlungskonstante?

Miss die Temperatur nach einer bekannten Zeit bei stabilen Umgebungsbedingungen und stelle die Exponentialgleichung um. Mehrere Messungen und eine Kurvenanpassung liefern meist eine zuverlässigere Schätzung.

Erreicht das Objekt die Umgebungstemperatur exakt?

Das ideale Exponentialmodell nähert sich der Umgebungstemperatur asymptotisch. In der Praxis wird die Differenz irgendwann zu klein, um sie messtechnisch zu unterscheiden.

Wann versagt das newtonsche Abkühlungsgesetz?

Bei starken inneren Temperaturgradienten, Phasenwechseln, veränderlicher Umgebung oder wechselnden Wärmeübertragungsbedingungen wird es ungenau. Dann ist ein räumliches oder zeitabhängiges thermisches Modell nötig.