Rechner für die Morse-Sturzskala

Bewerten Sie sechs validierte Patientenfaktoren, um das Sturzrisiko einzustufen und eine einheitliche Präventionsplanung zu unterstützen.

Sturzrisiko beurteilen
Wählen Sie den Befund, der die aktuelle Beurteilung des Patienten am besten beschreibt.

Über die Morse-Sturzskala

Die Morse-Sturzskala ist eine strukturierte Beurteilung am Patientenbett, um stationäre Patienten mit erhöhter Sturzwahrscheinlichkeit zu erkennen. Sie verbindet sechs Beobachtungen, die Pflegekräfte und andere geschulte klinische Fachkräfte im Rahmen der Routinebeurteilung erheben können: kürzliche Stürze, mehrere Diagnosen, Nutzung einer Gehhilfe, intravenöse Therapie, Gangqualität und Bewusstsein für eigene Einschränkungen. Jede Antwort erhält einen festen Punktwert; die Summe reicht von null bis 125. Ein Sturz während des aktuellen Aufenthalts oder unmittelbar vor der Aufnahme ergibt 25 Punkte. Eine Nebendiagnose ergibt 15. Bei der Gehhilfe wird zwischen keiner Hilfe, Bettruhe oder Unterstützung durch Pflegekräfte, der Nutzung von Krücken, Gehstock oder Gehgestell und dem Abstützen an Möbeln unterschieden. Ein intravenöser oder heparinisierter Zugang bringt 20 Punkte. Ein schwacher oder beeinträchtigter Gang wird nach der beobachteten Bewegung bewertet. Wer körperliche Grenzen vergisst oder die eigenen Fähigkeiten überschätzt, erhält beim mentalen Status 15 Punkte. Dieser Rechner stuft Summen unter 25 als niedriges Risiko, 25 bis 44 als mittleres und 45 oder mehr als hohes Risiko ein. Einrichtungen nutzen mitunter andere Grenzwerte, Begriffe oder Maßnahmenpakete, nachdem diese in der eigenen Patientengruppe validiert wurden. Die angezeigte Kategorie sollte daher mit den örtlichen Vorgaben abgeglichen und nicht als allgemeingültige Anordnung verstanden werden. Ein Score kann die Aufmerksamkeit lenken, erfasst aber nicht jede unmittelbare Gefahr, etwa neue Sedierung, dringenden Toilettenbedarf, ungewohnte Umgebung, ungeeignetes Schuhwerk oder plötzliche klinische Veränderungen. Eine genaue Bewertung erfordert Beobachtung und aktuelle Informationen. Wählen Sie die Antwort, die den Patienten jetzt beschreibt, nicht einen angenommenen Bestzustand. Beurteilen Sie erneut nach Verlegung, Operation, Medikamentenänderung, Sturz, wesentlicher Mobilitätsänderung oder gemäß dem Zeitplan der Einrichtung. Dokumentieren Sie Gesamtwert und Einzelbefunde, denn zwei Patienten mit gleicher Punktzahl können unterschiedliche Maßnahmen benötigen. Wer sich an Möbeln abstützt, braucht möglicherweise Mobilitätshilfe, während bei einem anderen vor allem Verwirrtheit und Infusionsschläuche zur Punktzahl beitragen. Die Morse-Sturzskala unterstützt die klinische Einschätzung, ersetzt sie aber nicht. Sturzprävention kann Orientierung, eine erreichbare Rufanlage, Toilettenpläne, Medikamentenprüfung, sicheres Schuhwerk, Mobilitätshilfen, Umgebungskontrollen, Beobachtung und Kommunikation bei Übergaben umfassen. Setzen Sie Maßnahmen gemäß fachlicher Beurteilung und organisatorischen Vorgaben um. Patienten und Betreuungspersonen dürfen diesen Lernrechner nicht als Ersatz für die Beurteilung durch qualifiziertes medizinisches Fachpersonal verwenden.

Beispiele zur Morse-Sturzskala

BeurteilungPunktzahlEinordnung
Nur Nebendiagnose15Niedriges Risiko nach den angezeigten Grenzwerten.
Sturzanamnese und schwacher Gang35Mittleres Risiko; Prävention sollte überprüft werden.
Abstützen an Möbeln und intravenöser Zugang50Hohes Risiko nach den angezeigten Grenzwerten.
Alle Befunde mit höchster Punktzahl125Höchstmögliche Punktzahl und hohes Risiko.

So verwenden Sie die Morse-Sturzskala

  1. Prüfen Sie aktuelle Vorgeschichte, Diagnosen, Mobilität, Therapie, Gangbild und Selbsteinschätzung.
  2. Wählen Sie in jedem der sechs Bewertungsfelder einen aktuellen Befund.
  3. Wählen Sie Punktzahl berechnen, um die festen Punktwerte zu addieren.
  4. Vergleichen Sie das Ergebnis mit den örtlichen Sturzpräventionsvorgaben und dokumentieren Sie Einzelbefunde.
  5. Wiederholen Sie die Beurteilung bei Änderungen des Zustands oder der Versorgungsumgebung.

Häufige Fragen zur Morse-Sturzskala

Was misst die Morse-Sturzskala?

Sie schätzt das Sturzrisiko stationärer Patienten anhand von sechs beobachteten klinischen Faktoren. Sie dient Screening und Kommunikation, nicht der Vorhersage, dass eine bestimmte Person stürzen wird.

Welche Punktzahl bedeutet hohes Sturzrisiko?

Dieser Rechner kennzeichnet 45 Punkte oder mehr als hohes Risiko. Befolgen Sie stets die Grenzwerte und Interventionsprotokolle der behandelnden Einrichtung.

Wann sollte erneut bewertet werden?

Üblich ist eine Neubewertung nach Aufnahme, Verlegung, Sturz, Operation, Medikamenten- oder Mobilitätsänderungen. Der genaue Zeitplan richtet sich nach den Einrichtungsvorgaben.

Bedeutet eine Infusion automatisch hohes Risiko?

Nein. Intravenöse Therapie ergibt 20 Punkte, die Summe umfasst jedoch alle sechs Faktoren. Weitere Befunde entscheiden, ob ein Risikogrenzwert überschritten wird.

Kann der Score die klinische Einschätzung ersetzen?

Nein. Wichtige Gefahren können in den sechs Feldern fehlen. Fachkräfte sollten den Score mit direkter Beurteilung und individuell angepasster Prävention verbinden.