Inzidenzratenrechner

Berechnen Sie neue Erkrankungsfälle je Personenzeit für Epidemiologie, Überwachung und Berichte zur Bevölkerungsgesundheit.

Inzidenzrate einer Erkrankung
Geben Sie neue Fälle, Risikopopulation, Beobachtungszeit und Berichtseinheit ein.

Die Inzidenzrate verstehen

Inzidenz beschreibt, wie schnell neue Fälle einer Erkrankung oder eines Gesundheitsereignisses in einer gefährdeten Population auftreten. Anders als Prävalenz, die alle Betroffenen zu einem Zeitpunkt oder in einem Zeitraum zählt, berücksichtigt Inzidenz nur neue Fälle. Der Rechner teilt diese durch die beobachtete Personenzeit und multipliziert mit einer Berichtseinheit wie 1,000 oder 100,000. Diese Standardisierung erleichtert den Vergleich unterschiedlich großer Populationen. Zur Risikopopulation gehören Menschen, bei denen das Ereignis zu Beobachtungsbeginn eintreten könnte. Bereits Erkrankte müssen unter Umständen ausgeschlossen werden, wenn das Ereignis nur einmal auftreten kann. Das Zeitfeld wandelt die Population in Personenzeit um und nimmt vereinfacht an, dass alle eingegebenen Personen über den gesamten Zeitraum beobachtet werden. Beispielsweise ergeben 10,000 Personen mit einem Jahr Nachbeobachtung 10,000 Personenjahre. Bei unterschiedlicher individueller Nachbeobachtung sollte die tatsächliche Summe der Personenzeit statt einer mittleren Population und Dauer verwendet werden. Die Berichtseinheit ändert nur die Darstellung, nicht die zugrunde liegende Erkrankungshäufigkeit. Eine Rate von 15 pro 1,000 Personenjahre entspricht 1,500 pro 100,000 Personenjahre. Gesundheitsberichte nutzen für seltene Ereignisse oft große Einheiten, damit die Zahlen gut lesbar sind. Geben Sie Einheit und Zeitraum immer zusammen mit dem Ergebnis an. Vergleiche erfordern zudem kompatible Falldefinitionen, Altersstrukturen, Überwachungsverfahren und Beobachtungsfenster. Ein scheinbarer Unterschied kann auf Testzugang oder Meldeänderungen beruhen statt auf einer biologischen Risikoänderung. Die Inzidenzrate ist nicht genau dasselbe wie die kumulative Inzidenz. Letztere schätzt den Anteil einer zunächst krankheitsfreien Gruppe, der in einem festen Zeitraum erkrankt. Die Inzidenzrate nutzt dagegen Personenzeit im Nenner und kann unterschiedliche Nachbeobachtungsdauern berücksichtigen. Besonders bei seltenen Fällen sind Konfidenzintervalle wichtig. Fallzahlen werden häufig mit einer Poisson-Verteilung modelliert, um statistische Unsicherheit auszudrücken. Dieser Rechner liefert nur den Punktschätzer und ersetzt keine vollständige epidemiologische Analyse, Altersstandardisierung oder fachliche Prüfung der Überwachungsdaten.

Beispiele zur Inzidenzrate

Die Beispiele nutzen dieselbe Formel mit unterschiedlichen Berichtseinheiten und Nachbeobachtungszeiten.

EingabenRateKontext
150 Fälle, 10,000 Personen, 1 Jahr, Einheit 1,00015 pro 1,000 PersonenjahreJährliche Rate in der Gemeinde
80 Fälle, 200,000 Personen, 2 Jahre, Einheit 100,00020 pro 100,000 PersonenjahreZweijährige Beobachtung
12 Fälle, 4,000 Personen, 0.5 Jahre, Einheit 1,0006 pro 1,000 PersonenjahreSechsmonatige Beobachtung

So berechnen Sie die Inzidenz

  1. Geben Sie nur neue Fälle ein, die während des Beobachtungszeitraums festgestellt wurden.
  2. Geben Sie die krankheitsfreie Risikopopulation und die Beobachtungszeit in Jahren ein.
  3. Wählen Sie eine sinnvolle Bevölkerungseinheit, meist 1,000 oder 100,000.
  4. Berechnen Sie die Rate und berichten Sie sie zusammen mit der Personenzeiteinheit.

Häufige Fragen zur Inzidenzrate

Wie lautet die Formel für die Inzidenzrate?

Teilen Sie neue Fälle durch das Produkt aus Risikopopulation und Beobachtungsjahren. Multiplizieren Sie diesen Wert mit der gewählten Bevölkerungseinheit.

Wie unterscheidet sich Inzidenz von Prävalenz?

Inzidenz zählt neue Fälle und beschreibt das Auftreten über die Zeit. Prävalenz zählt alle bestehenden Fälle und beschreibt die Krankheitslast.

Welche Bevölkerungseinheit sollte ich verwenden?

Wählen Sie eine Einheit, die ein gut lesbares Ergebnis liefert und den Berichtsstandards entspricht. Üblich sind 1,000 für häufige und 100,000 für seltenere Ereignisse.

Kann ich Raten verschiedener Populationen vergleichen?

Ja, wenn Definitionen, Zeiträume und Überwachungsmethoden vergleichbar sind. Bei unterschiedlicher Bevölkerungsstruktur können Altersstandardisierung oder andere Anpassungen nötig sein.

Enthält das Ergebnis ein Konfidenzintervall?

Der Rechner liefert nur einen Punktschätzer. Formelle Berichte sollten ein geeignetes Konfidenzintervall ergänzen und Annahmen zu Fallzahlen und Personenzeit dokumentieren.