Denver-HIV-Risikoscore-Rechner

Berechnen Sie einen validierten Score für gezieltes HIV-Screening anhand von Demografie, sexuellen Kontakten, Drogeninjektionen und früheren Tests.

Denver-HIV-Risikobewertung
Beantworten Sie alle Fragen. Das Ergebnis unterstützt Screeningentscheidungen und schätzt nicht die individuelle Infektionswahrscheinlichkeit.

Über den Denver-HIV-Risikoscore

Der Denver-HIV-Risikoscore ist ein Modell für gezieltes Screening, das Notaufnahmen dabei helfen soll, Personen zu erkennen, die von einem HIV-Test profitieren könnten. Es vergibt Punkte für Alter, bei Geburt zugewiesenes Geschlecht, ethnische oder rassifizierte Zugehörigkeit, sexuelle Expositionen, injizierenden Drogenkonsum und frühere HIV-Tests. Das Ergebnis ordnet die Screeningpriorität in der untersuchten Population ein. Es berechnet keine genaue persönliche Infektionswahrscheinlichkeit und kann HIV weder diagnostizieren noch ausschließen. Im veröffentlichten Modell sinken die Alterspunkte in höheren Altersgruppen. Männliches Geschlecht, Schwarze oder hispanische Identität, Sex mit einem männlichen Partner, Vaginalverkehr und Drogeninjektionen erhöhen die Punktzahl. Ein früherer HIV-Test senkt sie, da bisher ungetestete Personen im Entwicklungskontext Vorrang hatten. Diese Variablen sind statistische Prädiktoren, keine Bewertungen von Identität oder Verhalten. Ethnische und rassifizierte Kategorien sind soziale Einteilungen, die mit ungleichen Expositionen, Zugangsmöglichkeiten und Testmustern zusammenhängen; sie sind keine biologischen Ursachen von HIV. Ein niedriger Score bedeutet niemals, dass ein Test unnötig ist. Aktuelle Empfehlungen des öffentlichen Gesundheitswesens unterstützen Routinetests für breite Altersgruppen und wiederholte Tests bei fortdauernder Exposition. Ein Test ist auch bei eigenem Wunsch, Symptomen einer möglichen akuten Infektion, Schwangerschaft, einer anderen sexuell übertragbaren Infektion, gemeinsam benutztem Injektionsmaterial oder möglicher Exposition angemessen. Nach einer kürzlichen Exposition kann ärztlich eine sofortige Postexpositionsprophylaxe innerhalb des geltenden Zeitfensters empfohlen und ein Testplan entsprechend dem diagnostischen Fenster des Testtyps erstellt werden. Antworten Sie möglichst genau und nutzen Sie das Ergebnis als Anlass für ein vertrauliches Gespräch mit medizinischem Fachpersonal. Labor-Antigen-Antikörpertests, Schnelltests und Nukleinsäuretests haben unterschiedliche Nachweisfenster. Ein zu früh erhaltenes negatives Ergebnis kann einen erneuten Test erfordern. Ein reaktiver Screeningbefund muss bestätigt werden und darf nicht isoliert interpretiert werden. HIV ist vermeidbar und behandelbar. Kondome, steriles Injektionsmaterial, Präexpositionsprophylaxe, Postexpositionsprophylaxe, regelmäßige Tests und eine wirksame Therapie mit Virussuppression reduzieren die Übertragung. Suchen Sie nach einer kürzlichen möglichen Exposition dringend ärztlichen Rat, statt auf einen Score oder Symptome zu warten.

Beispiele zum Denver-HIV-Score

ProfilScoreEinordnung
Alter 30, weiblich, andere Zugehörigkeit, keine genannten Expositionen, kein früherer Test-1Das Alter ergibt minus einen Punkt; weitere Punkte fallen nicht an.
Alter 20, männlich, Schwarz, männlicher Partner, Vaginalverkehr, Drogeninjektionen31Mehrere Screeningprädiktoren führen zu einer Einstufung im hohen Bereich.
Alter 40, männlich, hispanisch, Vaginalverkehr, früherer Test3Die Anpassung für einen früheren Test zieht vier Punkte ab.

So nutzen Sie den Denver-HIV-Risikorechner

  1. Geben Sie das Alter ein und wählen Sie die demografischen Angaben.
  2. Beantworten Sie jede Frage zu Expositionen und früheren Tests genau.
  3. Berechnen Sie den Score und lesen Sie die Screeningpriorität ab.
  4. Veranlassen Sie bei möglicher Exposition unabhängig vom Score geeignete HIV-Tests und ärztliche Beratung.

Häufige Fragen zum Denver-HIV-Risikoscore

Schließt ein niedriger Score HIV aus?

Nein. Der Score priorisiert das Screening und ist kein diagnostischer Test. Nur geeignete HIV-Tests können den Infektionsstatus bestimmen.

Warum enthält das Modell ethnische oder rassifizierte Kategorien?

Sie bildeten Unterschiede auf Bevölkerungsebene in den Entwicklungsdaten ab, keine biologische Anfälligkeit. Strukturelle Faktoren und Zugangsbarrieren tragen zu den beobachteten Zusammenhängen bei.

Was sollte ich nach einer kürzlichen Exposition tun?

Kontaktieren Sie umgehend eine Notfallversorgung oder qualifiziertes ärztliches Personal, da die Postexpositionsprophylaxe zeitkritisch ist. Warten Sie nicht auf Symptome und verlassen Sie sich nicht auf diesen Score.

Wie beeinflusst ein früherer Test den Score?

Das veröffentlichte Modell zieht für einen früheren Test Punkte ab. Bei anhaltender Exposition oder einem früheren Test im diagnostischen Fenster kann ein erneuter Test weiterhin angezeigt sein.

Ist das Ergebnis eine HIV-Wahrscheinlichkeit?

Nein. Es ist eine Punktzahl zur Bestimmung der Screeningpriorität in einem untersuchten klinischen Umfeld, kein individueller Risikoprozentsatz.