Rechner für das Brustkrebs-Rückfallrisiko

Erkunde, wie Tumorgröße, Grad, Lymphknoten, Hormonrezeptoren und HER2-Status eine Fünfjahres-Schätzung beeinflussen können.

Rückfallrisiko schätzen
Nutze Werte aus dem Pathologiebefund. Diese Lernschätzung ist kein validiertes Modell für Therapieentscheidungen.

Über das Rückfallrisiko bei Brustkrebs

Ein Brustkrebsrezidiv bedeutet, dass der Krebs nach der Erstbehandlung zurückkehrt: nahe der ursprünglichen Brust, in regionalen Lymphknoten oder an einem entfernten Ort. Das Risiko wird nicht durch einen einzelnen Messwert bestimmt. Tumorbiologie, Stadium, Pathologie, Therapieansprechen, genomische Informationen, Alter, weitere Erkrankungen und Nachbeobachtungsdauer spielen eine Rolle. Eine Fünfjahres-Schätzung beschreibt eine Gruppenwahrscheinlichkeit und kann den Verlauf einer einzelnen Person nicht vorhersagen. Tumorgröße und befallene Lymphknoten spiegeln die anatomische Krankheitslast wider. Der histologische Grad beschreibt, wie stark Tumorzellen von normalen Brustzellen abweichen und wie aktiv sie sich voraussichtlich verhalten. Der Hormonrezeptorstatus zeigt, ob Östrogen- oder Progesteronsignale das Wachstum antreiben können und ob eine endokrine Therapie helfen könnte. HER2-positive Tumoren haben eine besondere Biologie und können auf HER2-gerichtete Therapien ansprechen. Moderne Behandlung kann die Prognose erheblich verändern. Historische Risiken ohne Behandlung sind daher nicht mit Risiken nach einer empfohlenen Therapie gleichzusetzen. Dieser Rechner nutzt eine transparente Punktschätzung zu Lernzwecken. Ausgehend von einem Basiswert werden Gewichte für Tumorgröße, höheren Grad, positive Lymphknoten, negative Hormonrezeptoren und HER2-Positivität addiert; extreme Ausgaben werden begrenzt. Er setzt weder Oncotype DX, MammaPrint, PREDICT, CTS5 noch einen anderen validierten klinischen Algorithmus um. Diese Instrumente haben eigene Eignungskriterien, Eingabedefinitionen, Therapieannahmen, Endpunkte und Validierungspopulationen, die ein allgemeiner Score nicht nachbilden kann. Ein Pathologiebefund kann mehr Angaben enthalten als diese Felder, etwa genaue Rezeptoranteile, Ki-67, lymphovaskuläre Invasion, Resektionsränder, molekularen Subtyp, Lymphknotenlast und Therapieansprechen. Quellen können zudem lokale, regionale, entfernte oder invasive Rezidive oder krankheitsfreies Überleben berichten. Prozentwerte aus verschiedenen Quellen beantworten deshalb möglicherweise unterschiedliche Fragen. Vergleiche zuerst Zeitraum und Endpunkt, bevor du Zahlen vergleichst. Nutze das Ergebnis, um die mögliche Wirkungsrichtung häufiger Faktoren zu verstehen, nicht als medizinischen Rat. Onkologen können Pathologie, Bildgebung, Operation, Bestrahlung, systemische Therapie, Genetik, Menopausenstatus und persönliche Prioritäten zusammenführen. Neue Symptome oder Sorgen nach einer Brustkrebsbehandlung sollten mit dem Behandlungsteam besprochen und nicht durch einen Online-Rechner gedeutet werden.

Beispiele für Rückfallschätzungen

Klinische FaktorenSchätzungEinordnung
1.5 cm, Grad 1, 0 Lymphknoten, HR-positiv, HER2-negativ8.0%Günstige eingegebene Faktoren halten die Lernschätzung niedrig.
2.0 cm, Grad 2, 1 Lymphknoten, HR-positiv, HER2-negativ17.0%Ein höherer Grad und ein befallener Lymphknoten erhöhen die Schätzung.
3.0 cm, Grad 3, 2 Lymphknoten, HR-negativ, HER2-positiv39.0%Mehrere ungünstige Eingabefaktoren erhöhen die Lernschätzung.

So verwendest du den Rückfallrechner

  1. Entnimm dem Pathologiebefund die invasive Tumorgröße, den histologischen Grad und die Anzahl positiver Lymphknoten.
  2. Wähle den dokumentierten Hormonrezeptor- und HER2-Status.
  3. Wähle Rückfallrisiko schätzen, um den vereinfachten Fünfjahres-Prozentwert anzuzeigen.
  4. Besprich das Ergebnis mit einer onkologischen Fachkraft, die ein validiertes Modell und den Behandlungskontext berücksichtigen kann.

Häufige Fragen zu Brustkrebsrezidiven

Ist das der Oncotype-DX-Rezidivscore?

Nein. Oncotype DX ist ein proprietärer genomischer Test an Tumorgewebe. Dieser Rechner nutzt keine Genexpression und kann diesen Score nicht reproduzieren.

Berücksichtigt die Schätzung den Therapienutzen?

Es wird kein konkreter Effekt von Operation, Bestrahlung, endokriner Therapie, Chemotherapie oder zielgerichteter Therapie modelliert. Behandlung kann das Risiko erheblich ändern; besprich den individuellen absoluten Nutzen mit dem Onkologieteam.

Was bedeutet hormonrezeptorpositiv?

In der Regel exprimieren die Tumorzellen Östrogenrezeptoren, Progesteronrezeptoren oder beide. Genaue Definitionen und therapeutische Folgen ergeben sich aus dem Pathologiebefund und der klinischen Beurteilung.

Ist Rückfallrisiko dasselbe wie Überleben?

Nein. Rezidiv und Sterblichkeit sind unterschiedliche Endpunkte, und viele Rückfälle lassen sich behandeln. Ein Rezidivprozentsatz darf nicht als Überlebensprozentsatz verstanden werden.

Kann dieses Ergebnis die Behandlung steuern?

Nein. Therapieentscheidungen erfordern validierte Evidenz, vollständige Stadienbestimmung, den Gesundheitszustand und ein informiertes Gespräch mit Fachärzten.