Rechner für das Mischungsverhältnis der Luft

Berechnen Sie das atmosphärische Wasserdampf-Mischungsverhältnis aus Trockentemperatur, Luftdruck und relativer Feuchte.

Mischungsverhältnis der Luft berechnen
Ermitteln Sie aus gemessenen Luftbedingungen den Dampfdruck und die Wassermasse je Kilogramm trockener Luft.

Über das Mischungsverhältnis der Luft

Das Mischungsverhältnis ist die Masse des Wasserdampfs geteilt durch die Masse trockener Luft im selben Luftpaket. Meteorologen geben es meist in Gramm Wasserdampf je Kilogramm trockener Luft an. Anders als die relative Feuchte ändert es sich nicht allein dadurch, dass sich ein ungesättigtes Luftpaket bei konstantem Druck ohne Feuchteaustausch erwärmt oder abkühlt. Damit eignet es sich zum Verfolgen atmosphärischer Feuchte, zum Vergleich von Luftmassen und für Wetterberechnungen. Zuerst berechnet das Tool den Sättigungsdampfdruck bei der eingegebenen Temperatur mit einer exponentiellen Näherung nach Bolton über flüssigem Wasser. Die relative Feuchte skaliert diesen Wert zum tatsächlichen Dampfdruck. Das Verhältnis von Wasserdampfdruck zu Partialdruck der trockenen Luft wird anschließend mit dem Verhältnis ihrer Molekularmassen multipliziert. Zur besseren Lesbarkeit wird das Ergebnis von Kilogramm je Kilogramm in Gramm je Kilogramm umgerechnet. Der Luftdruck ist wichtig, weil sich der Gesamtdruck auf trockene Luft und Wasserdampf verteilt. Bei gleicher Temperatur und relativer Feuchte führt niedrigerer Druck zu einem höheren Mischungsverhältnis: Der Dampfdruck ist im Verhältnis zum verbleibenden Trockenluftdruck größer. Verwenden Sie bei hoch gelegenen Wetterstationen den Stationsdruck, nicht den auf Meereshöhe reduzierten Druck. Nahe dem Meeresspiegel ist der Standarddruck von 1013.25 hPa ein sinnvoller Vorgabewert. Der Rechner zeigt auch die spezifische Feuchte. Das Mischungsverhältnis bezieht die Dampfmasse auf die Trockenluftmasse, die spezifische Feuchte dagegen auf die Gesamtmasse feuchter Luft. Unter üblichen atmosphärischen Bedingungen liegen beide nahe beieinander, sind aber nicht identisch. Tatsächlicher Dampfdruck und Sättigungsdampfdruck werden angezeigt, damit Sie Zwischenwerte mit Wetterberichten, psychrometrischen Tabellen oder Unterrichtsrechnungen vergleichen können. Anwendungen sind Flug- und Agrarmeteorologie, Konvektionsvorhersagen, Wolkenbasisanalysen, Lüftungsstudien, Radiosondenauswertungen und Feuchtebilanzen. Verwenden Sie die Trockentemperatur und eine kalibrierte Messung der relativen Feuchte. Die Formel setzt Wasserdampfgleichgewicht über flüssigem Wasser voraus; weit unter dem Gefrierpunkt können spezielle Sättigungsformeln über Eis geeigneter sein. Druck und Feuchte müssen dasselbe Luftpaket zum selben Zeitpunkt beschreiben. Verwechseln Sie dieses Mischungsverhältnis nicht mit dem Verhältnis zum Mischen zweier Luftströme. Das Tool berechnet die Zusammensetzung eines einzelnen feuchten Luftpakets aus Wetterbeobachtungen. Zum Mischen zweier Ströme bestimmen Sie zunächst deren Feuchteverhältnisse und bilden dann eine nach Trockenluftmasse gewichtete Bilanz. Im vorgesehenen Bereich liefert der Rechner sofort ein nachvollziehbares Maß für den atmosphärischen Wasserdampfgehalt.

Beispiele zum Mischungsverhältnis

BedingungenMischungsverhältnisEinordnung
20°C, 1013.25 hPa, 50% RHEtwa 7.26 g/kgTypische leicht feuchte Innen- oder Außenluft.
0°C, 1013.25 hPa, 100% RHEtwa 3.77 g/kgKalte gesättigte Luft enthält deutlich weniger Dampf als warme Luft.
30°C, 1013.25 hPa, 70% RHEtwa 18.79 g/kgWarme feuchte Luft hat einen wesentlich höheren Dampfgehalt.

So berechnen Sie das Mischungsverhältnis

  1. Geben Sie die gemessene Trockentemperatur in Grad Celsius ein.
  2. Geben Sie den Stationsdruck in Hektopascal ein oder behalten Sie den Standardwert auf Meereshöhe bei.
  3. Geben Sie die relative Feuchte als Prozentsatz von null bis hundert ein.
  4. Wählen Sie Mischungsverhältnis berechnen, um Wassergehalt, spezifische Feuchte und Dampfdrücke anzuzeigen.
  5. Nutzen Sie für aussagekräftige Ergebnisse Messungen desselben Luftpakets zum selben Zeitpunkt.

Häufige Fragen zum Mischungsverhältnis

Wie unterscheidet es sich von der relativen Feuchte?

Das Mischungsverhältnis setzt Dampfmasse zur Trockenluftmasse ins Verhältnis. Relative Feuchte vergleicht den aktuellen Dampfdruck mit dem Sättigungsdampfdruck und ist deshalb stark temperaturabhängig.

Welchen Druck sollte ich verwenden?

Verwenden Sie den tatsächlichen Stationsdruck am Messort. Für hoch gelegene Messungen eignet sich nicht der auf Meereshöhe reduzierte Druck einer Wetterkarte.

Was ist ein typisches atmosphärisches Mischungsverhältnis?

Kalte Polarluft kann unter 1 g/kg liegen, warme Tropenluft über 20 g/kg. Bodennahe Werte mittlerer Breiten liegen häufig zwischen etwa 3 und 15 g/kg.

Ist das Mischungsverhältnis gleich der spezifischen Feuchte?

Nein, die Nenner unterscheiden sich. Das Mischungsverhältnis verwendet die Trockenluftmasse, die spezifische Feuchte die gesamte feuchte Luftmasse.

Kann ich den Rechner unter dem Gefrierpunkt nutzen?

Die Näherung bleibt nahe dem Gefrierpunkt und für viele allgemeine Anwendungen nützlich. Für präzise Kaltwolkenanalysen verwenden Sie eine ausdrücklich über Eis definierte Sättigungsdampfdruckgleichung.