Mischluft-Rechner

Berechnen Sie Temperatur, relative Feuchte, Wassergehalt und Enthalpie beim Zusammenführen zweier feuchter Luftströme.

Zwei Luftströme mischen
Geben Sie Zustand und Trockenluft-Massenstrom jedes Stroms bei gemeinsamem Luftdruck ein.

Über Mischluftberechnungen

Ein Mischluft-Rechner beschreibt, was passiert, wenn zwei Luftströme zusammentreffen und einen gemeinsamen Zustand erreichen. Das ist eine häufige Aufgabe in der Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik. Ein Luftbehandlungsgerät kann kühle Außenluft vor einem Heiz- oder Kühlregister mit warmer Rückluft mischen. Auch in der Meteorologie werden Luftpakete kombiniert, um Temperatur und Feuchtezustand einer Mischschicht abzuschätzen. Da feuchte Luft aus trockener Luft und Wasserdampf besteht, ist eine einfache Mittelung von Temperatur und relativer Feuchte physikalisch nicht korrekt. Der Rechner wandelt zunächst jedes Paar aus Temperatur und relativer Feuchte in einen Feuchtegehalt um. Der Sättigungsdampfdruck wird mit einer üblichen Exponentialkorrelation geschätzt, der tatsächliche Dampfdruck aus der relativen Feuchte bestimmt und der Feuchtegehalt als Kilogramm Wasserdampf pro Kilogramm trockener Luft berechnet. Anschließend wird die Enthalpie jedes feuchten Luftstroms ermittelt. Feuchtegehalt und Enthalpie werden mit dem Trockenluft-Massenstrom gewichtet gemittelt. Ein Strom mit doppelt so viel trockener Luft erhält somit das doppelte Gewicht im Endzustand. Aus dem kombinierten Feuchtegehalt und der Enthalpie wird die Misch-Trockenkugeltemperatur zurückgerechnet. Die relative Mischluftfeuchte folgt aus dem resultierenden Dampfdruck und dem Sättigungsdruck bei dieser Temperatur. Diese Energie- und Feuchtebilanz ist genauer als getrennte Mittelwerte von Temperaturen und Feuchteprozenten. Der angezeigte Feuchtegehalt wird in Gramm Wasser pro Kilogramm trockener Luft umgerechnet, die Enthalpie in Kilojoule pro Kilogramm trockener Luft angegeben. Es wird angenommen, dass sich alle Ströme bei gleichem Luftdruck adiabatisch mischen, ohne Kondensation, Oberflächenverdunstung, Ventilatorwärme oder äußeren Wärmeaustausch. Überschreitet das theoretische Ergebnis die Sättigung, kann in realen Anlagen Kondensat entstehen. Der Endzustand erfordert dann eine Energiebilanz für gesättigte Luft und flüssiges Wasser. Für hohe Genauigkeit sollten die Eingaben Trockenluft-Massenströme statt Gesamtmassenströme feuchter Luft darstellen. Bei gewöhnlichen Innenraumbedingungen ist der Zahlenunterschied klein, technische Spezifikationen sollten aber eine einheitliche Basis verwenden. Verwenden Sie nahe Meereshöhe den Standardluftdruck 101.325 kPa oder für höhere Lagen und Wetteranalysen einen gemessenen lokalen Stationsdruck. Das Ergebnis ist hilfreich für Außenluftstudien, Economizer-Regelung, Nachströmluftanlagen, Ersatz für Laborabluft, Trocknungsprozesse und psychrometrische Lernaufgaben. Es liefert eine nachvollziehbare erste Schätzung, die mit einem h-x-Diagramm oder einer detaillierten HLK-Simulation verglichen werden kann.

Mischluft-Beispiele

LuftströmeUngefähres ErgebnisAnwendung
Trockene Luft mit 20°C und 1 kg/s + trockene Luft mit 30°C und 1 kg/s25°C, 2 kg/sGleiche trockene Massenströme ergeben das arithmetische Temperaturmittel.
Trockene Luft mit 10°C und 1 kg/s + trockene Luft mit 40°C und 2 kg/s30°C, 3 kg/sDer größere warme Strom wird in der Energiebilanz doppelt gewichtet.
15°C bei 50% RH und 1 kg/s + 25°C bei 50% RH und 1 kg/sEtwa 20°C und 51% RHFeuchte und Enthalpie werden bilanziert, bevor die relative Feuchte berechnet wird.

So verwenden Sie den Mischluft-Rechner

  1. Geben Sie Trockenkugeltemperatur, relative Feuchte und Trockenluft-Massenstrom des ersten Stroms ein.
  2. Geben Sie dieselben drei Eigenschaften für den zweiten Strom ein.
  3. Verwenden Sie den gemeinsamen Luftdruck; belassen Sie 101.325 kPa für Standardbedingungen auf Meereshöhe.
  4. Wählen Sie Mischluft berechnen, um bilanzierte Temperatur, Feuchtegehalt, relative Feuchte, Enthalpie und Gesamtmassenstrom zu sehen.
  5. Prüfen Sie, ob das Ergebnis physikalisch zu Ihrer Anlage passt, und berücksichtigen Sie Kondensation oder äußere Wärmeübertragung separat.

Häufige Fragen zum Mischluft-Rechner

Warum kann ich die beiden relativen Feuchten nicht mitteln?

Relative Feuchte hängt stark von der Temperatur ab. Gleiche Prozente können deshalb unterschiedliche Wasserdampfmengen bedeuten. Der Rechner bilanziert den Feuchtegehalt, der Wasser pro Einheit trockener Luft direkt angibt.

Welchen Luftstrom soll ich eingeben?

Geben Sie für jeden Strom den Trockenluft-Massenstrom in Kilogramm pro Sekunde ein. Volumenströme müssen vorher mit der Luftdichte im jeweiligen Zustand umgerechnet werden.

Beeinflusst der Luftdruck das Ergebnis?

Der Druck beeinflusst die Umrechnung zwischen Dampfdruck und Feuchtegehalt. Die Mischtemperatur ändert sich über übliche Höhen wenig, doch Feuchteergebnisse profitieren vom tatsächlichen lokalen Druck.

Was passiert bei rechnerisch übersättigter Luft?

Ein theoretisch übersättigtes Gemisch kondensiert Wasser bis zum Gleichgewicht. Dieser vereinfachte Rechner zieht kein Kondensat ab; solche Fälle benötigen eine vollständige psychrometrische Prozessberechnung.

Wird ein adiabatischer Prozess angenommen?

Ja. Es wird angenommen, dass keine Wärme die Mischgrenze überquert und keine Arbeit zugeführt wird. Register, Ventilatoren, Wärmeeinträge in Kanälen und nasse Oberflächen sind als separate Prozessschritte zu modellieren.