Knudsen-Zahl-Rechner

Ordnen Sie Gasströmungen vom Kontinuum bis zur freien Molekularströmung ein.

Knudsen-Zahl berechnen
Verwenden Sie für freie Weglänge und charakteristische Länge dieselbe Längeneinheit.

Über die Knudsen-Zahl

Die Knudsen-Zahl ist ein dimensionsloses Verhältnis zwischen der mittleren freien Weglänge eines Gasmoleküls und einer repräsentativen physikalischen Länge des Systems. Es gilt Kn = mittlere freie Weglänge geteilt durch charakteristische Länge. Die freie Weglänge ist die durchschnittliche Strecke zwischen zwei Kollisionen. Die charakteristische Länge kann eine Kanalbreite, ein Partikeldurchmesser, ein Düsenhals, eine Raumfahrzeugabmessung oder eine andere strömungsbestimmende Skala sein. Da beide Größen dieselbe Einheit besitzen, kürzen sich die Einheiten heraus. Das Verhältnis zeigt, ob die gewöhnliche Kontinuumsströmungsmechanik geeignet ist. Unter 0.01 dominieren intermolekulare Kollisionen, und das Gas verhält sich meist wie ein Kontinuum. Zwischen 0.01 und 0.1 entsteht Gleitströmung; die Geschwindigkeit an einer festen Wand darf dann möglicherweise nicht mehr exakt null gesetzt werden. Von 0.1 bis 10 erfordert das Übergangsverhalten Modelle für verdünnte Gase oder kinetische Methoden. Oberhalb von 10 überwiegen Kollisionen mit Begrenzungen gegenüber Molekülkollisionen; die Strömung gilt als freie Molekularströmung. Diese Grenzen sind nützliche technische Konventionen und keine abrupten physikalischen Übergänge. Geometrie, Oberflächenakkommodation, Temperaturgradienten und Genauigkeitsanforderungen können die Modellwahl beeinflussen. Auch die charakteristische Länge muss zum untersuchten Phänomen passen. Bei Mikrokanälen wird meist der hydraulische Durchmesser oder die Kanalhöhe verwendet, bei Außenströmungen etwa die Körperlänge. Eine sachfremde Abmessung kann ein rechnerisch korrektes, physikalisch aber irreführendes Verhältnis liefern. Die mittlere freie Weglänge ändert sich mit Druck, Temperatur und molekularem Stoßdurchmesser. Ein niedrigerer Druck vergrößert sie meist und verstärkt Verdünnungseffekte. Daher liegen Vakuumsysteme, Höhenflugkörper, mikroelektromechanische Bauteile, Aerosoltransport und Halbleiterprozesse häufig außerhalb des Kontinuumsbereichs. Geben Sie beide Längen hier in Metern ein oder rechnen Sie andere gebräuchliche Einheiten vorher um. Der Rechner dividiert die Werte direkt, zeigt das Verhältnis und ordnet es den üblichen Regimebereichen zu. Er unterstützt die erste Modellwahl; detaillierte Entwürfe müssen jedoch Stoffdaten und Randbedingungen des tatsächlichen Gases berücksichtigen.

Beispiele zur Knudsen-Zahl

Freie Weglänge und LängeErgebnis und Strömungsregime
1e-6 m und 1e-3 mKn = 0.001, Kontinuum
5e-4 m und 1e-3 mKn = 0.5, Übergangsbereich
0.02 m und 0.001 mKn = 20, freie Molekularströmung

So berechnen Sie die Knudsen-Zahl

  1. Bestimmen Sie die mittlere freie Weglänge bei Betriebsdruck und Betriebstemperatur.
  2. Wählen Sie die charakteristische Länge, die die Strömung bestimmt.
  3. Rechnen Sie beide Messwerte in dieselbe Längeneinheit um.
  4. Geben Sie beide Werte ein und berechnen Sie das dimensionslose Verhältnis.

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet eine kleine Knudsen-Zahl?

Die mittlere freie Weglänge ist klein gegenüber der Systemgröße. In diesem Bereich sind Kontinuums-Strömungsgleichungen meist geeignet.

Warum ist die Knudsen-Zahl dimensionslos?

Eine Länge wird durch eine andere Länge mit derselben Einheit geteilt. Die Einheiten kürzen sich heraus, und ein reines Verhältnis bleibt.

Welche charakteristische Länge sollte ich verwenden?

Verwenden Sie die Skala, die Gradienten oder Wechselwirkungen mit Begrenzungen bestimmt. Bei einem engen Kanal eignet sich meist die Höhe oder der hydraulische Durchmesser.

Beeinflusst die Temperatur das Ergebnis?

Ja, die Temperatur kann Molekülgeschwindigkeit und freie Weglänge verändern. Bestimmen Sie die freie Weglänge unter den tatsächlichen Betriebsbedingungen.

Wann ist Molekularströmung zu erwarten?

Freie Molekularströmung wird üblicherweise mit Kn größer als 10 verbunden. Moleküle stoßen dann wesentlich häufiger mit Begrenzungen als miteinander zusammen.