Atomökonomie-Rechner

Ermitteln Sie die theoretische Materialeffizienz einer chemischen Reaktion und bewerten Sie ihr Potenzial für grüne Chemie.

Atomökonomie berechnen
Geben Sie die mit den stöchiometrischen Koeffizienten gewichteten Molmassen für alle Edukte und das gewünschte Produkt ein.

Über den Atomökonomie-Rechner

Die Atomökonomie misst, wie viel des Eduktmaterials einer ausgeglichenen chemischen Gleichung in das gewünschte Produkt eingeht. Sie ist ein Grundgedanke der grünen Chemie, denn Reaktionen, die mehr Atome in ein nützliches Produkt überführen, erzeugen weniger stöchiometrischen Abfall. Die Kennzahl ist theoretisch: Sie bewertet den durch die Gleichung beschriebenen Reaktionsweg, nicht die tatsächlich im Labor oder Betrieb gewonnene Materialmenge. Die Formel teilt die stöchiometrisch gewichtete Molmasse des gewünschten Produkts durch die Summe der entsprechend gewichteten Molmassen aller Edukte und multipliziert mit 100 Prozent. Stöchiometrisch bedeutet, dass die Koeffizienten der ausgeglichenen Gleichung einbezogen werden müssen. Werden drei Mol Wasserstoff benötigt, beträgt sein Beitrag das Dreifache der Molmasse von Wasserstoffgas. Entstehen zwei Mol des gewünschten Produkts, muss auch dessen Beitrag diesen Koeffizienten enthalten. Der Rechner erwartet diese gewichteten Summen als kommagetrennte Eduktwerte und einen Wert für das gewünschte Produkt. Eine hohe Atomökonomie zeigt, dass die meisten Eduktatome im Zielprodukt erscheinen. Additionsreaktionen erreichen oft nahezu 100 Prozent, weil sich alle Edukte zu einem Produkt verbinden. Substitutionen oder Eliminierungen können dagegen Salze, Wasser oder andere Nebenprodukte erzeugen und schneiden daher niedriger ab. Der Rechner kennzeichnet Werte ab 80 Prozent als hoch, von 50 Prozent bis unter 80 Prozent als mittel und niedrigere Werte als niedrig. Diese Einstufungen dienen dem Vergleich und sind kein regulatorischer Standard. Atomökonomie und prozentuale Ausbeute beantworten unterschiedliche Fragen. Die Ausbeute vergleicht die tatsächliche mit der theoretischen Produktmenge und berücksichtigt unvollständigen Umsatz, Gleichgewicht, Handhabungsverluste und Nebenreaktionen. Die Atomökonomie hängt nur von der ausgeglichenen Gleichung und den Molekülmassen ab. Ein Prozess kann eine hervorragende Ausbeute, aber schlechte Atomökonomie haben, wenn zwangsläufig ein schweres Nebenprodukt entsteht. Umgekehrt ist trotz hoher Atomökonomie eine geringe Ausbeute möglich, wenn die Reaktion praktisch schlecht verläuft. Prozessmassenintensität, Lösungsmittelverbrauch, Energiebedarf, Toxizität, Erneuerbarkeit und Produktlebenszyklus liefern weitere Nachhaltigkeitsinformationen. Verwenden Sie genaue Molmassen, wenn Präzision wichtig ist, und prüfen Sie vor dem Addieren, ob die Gleichung ausgeglichen ist. Katalysatoren werden üblicherweise ausgeschlossen, da sie regeneriert und nicht stöchiometrisch verbraucht werden. Lösungsmittel sind in der klassischen Formel ebenfalls nicht enthalten, obwohl sie für eine vollständige Umweltbewertung wesentlich sind. Beim Vergleich verschiedener Synthesewege zum selben Ziel können Chemiker die Atomökonomie früh in der Prozessentwicklung nutzen, um schon vor der experimentellen Optimierung rohstoffsparende und abfallarme Wege zu bevorzugen.

Beispiele zur Atomökonomie

Mit Koeffizienten gewichtete Massen zeigen die Unterschiede in der theoretischen Effizienz verschiedener Reaktionswege.

EingabenErgebnisReaktion
Edukte 4 und 32; gewünschtes Produkt 36100.00%Summen der ausgeglichenen Wassersynthese
Edukt 180; gewünschtes Ethanol 9251.11%Glucosegärung
Edukte 28 und 6; gewünschtes Ammoniak 34100.00%Summen des Haber-Verfahrens
Edukte 138.1 und 102.1; gewünschtes Aspirin 180.275.02%Aspirinsynthese

So verwenden Sie den Atomökonomie-Rechner

  1. Gleichen Sie die Reaktionsgleichung aus und multiplizieren Sie jede Molmasse mit ihrem stöchiometrischen Koeffizienten.
  2. Geben Sie alle mit Koeffizienten gewichteten Eduktmolmassen durch Kommas getrennt ein.
  3. Geben Sie die mit dem Koeffizienten gewichtete Molmasse des gewünschten Produkts ein.
  4. Tragen Sie optional die Reaktionsgleichung ein und wählen Sie Atomökonomie berechnen.

Häufige Fragen zur Atomökonomie

Was ist eine gute Atomökonomie?

Je näher der Wert an 100 Prozent liegt, desto mehr Eduktmasse wird zum gewünschten Produkt. Ob ein Wert akzeptabel ist, hängt von verfügbaren Wegen, Sicherheit, Energie, Lösungsmitteln und der Bedeutung unvermeidbarer Nebenprodukte ab.

Ist Atomökonomie dasselbe wie prozentuale Ausbeute?

Nein. Die Atomökonomie ist durch die Reaktionsstöchiometrie festgelegt und beschreibt theoretischen Abfall. Die prozentuale Ausbeute misst die tatsächlich erhaltene im Verhältnis zur theoretischen Produktmenge.

Sind die Gleichungskoeffizienten wichtig?

Ja. Jede Molmasse muss mit ihrem Koeffizienten in der ausgeglichenen Gleichung multipliziert werden. Ohne Koeffizienten kann ein plausibel wirkender, chemisch aber falscher Prozentsatz entstehen.

Sollten Katalysatoren und Lösungsmittel einbezogen werden?

Katalysatoren werden normalerweise regeneriert und Lösungsmittel sind keine stöchiometrischen Edukte. Die klassische Atomökonomie schließt sie daher aus. Umfassendere Prozesskennzahlen sollten ihren Verbrauch und ihre Umweltwirkungen berücksichtigen.

Kann die Atomökonomie über 100 Prozent liegen?

Nein. Wegen der Massenerhaltung kann das gewünschte Produkt nicht mehr stöchiometrische Masse enthalten als alle Edukte zusammen. Ein Ergebnis über 100 Prozent weist auf unvereinbare Massen oder Koeffizienten hin.