Berechnen Sie den Schlankheitsgrad von Stützen, die Euler-Knicklast und die elastische Knickspannung.
Knickanalyse einer Stütze
Geben Sie Knicklänge, Trägheitsradius, Elastizitätsmodul und Querschnittsfläche ein.
Über Schlankheitsgrad und Knicken von Stützen
Der Schlankheitsgrad ist ein dimensionsloses Maß dafür, wie lang und dünn ein Druckstab ist. Er entspricht der Knicklänge geteilt durch den kleinsten Trägheitsradius des Querschnitts. Ein größerer Wert weist auf eine höhere Anfälligkeit für Instabilität und elastisches Knicken hin. Ein kleinerer Wert kennzeichnet einen gedrungeneren Stab, dessen Tragfähigkeit stattdessen durch Fließen des Materials, lokales Beulen oder Quetschen begrenzt sein kann.
Die Knicklänge berücksichtigt die tatsächliche Länge und die Lagerung an den Enden. Sie wird häufig als Knicklängenbeiwert mal ungestützte Stablänge angegeben. Bei einer ideal beidseitig gelenkig gelagerten Stütze beträgt der Beiwert eins. Eine beidseitig eingespannte Stütze hat eine kleinere Knicklänge, ein einseitig eingespannter Kragstab mit freiem Ende eine deutlich größere. Reale Anschlüsse entsprechen selten exakt den idealisierten Bedingungen. Deshalb sollten die geltende Bemessungsnorm und eine realistische Rahmenanalyse die für die Bemessung verwendete Knicklänge bestimmen.
Der Trägheitsradius ist die Quadratwurzel aus Flächenträgheitsmoment geteilt durch Querschnittsfläche. Knicken erfolgt um die schwächere Achse, daher ist normalerweise der kleinste relevante Radius einzugeben. Der Rechner verwendet die Knicklänge in Metern und den Radius in Millimetern und rechnet die Länge vor der Quotientenbildung in Millimeter um. Werden diese Einheiten ohne Umrechnung gemischt, ist das Ergebnis um den Faktor tausend falsch.
Für eine ideal gerade Stütze liefert die Euler-Gleichung die kritische Last als Pi zum Quadrat mal Elastizitätsmodul mal Fläche, geteilt durch den Schlankheitsgrad zum Quadrat. Wird diese Last durch die Fläche geteilt, ergibt sich die elastische Knickspannung. Der Rechner nimmt den Modul in Gigapascal und die Fläche in Quadratmillimetern entgegen und gibt die Last in Kilonewton sowie die Spannung in Megapascal aus. Da die Tragfähigkeit umgekehrt proportional zum Quadrat des Schlankheitsgrads ist, sinkt die Euler-Last bei doppelter Knicklänge auf ein Viertel, sofern alle anderen Eigenschaften gleich bleiben.
Die Euler-Theorie setzt einen vollkommen geraden, schlanken, zentrisch belasteten Stab mit konstantem Querschnitt, linear-elastischem Material und idealen Randbedingungen voraus. Reale Stützen besitzen Anfangskrümmungen, Eigenspannungen, Lastausmitten, nachgiebige Anschlüsse und Materialimperfektionen. Hochbau- und Brückennormen berücksichtigen diese Einflüsse durch Knicklinien, Widerstandsbeiwerte, Sicherheitsbeiwerte und Schlankheitsgrenzen. Die Euler-Last allein ist deshalb keine zulässige Bemessungstragfähigkeit.
Nutzen Sie das Werkzeug zur Kontrolle von Handrechnungen, zum Vergleich von Querschnitten, zum Verständnis der Aussteifungswirkung oder für eine erste Knickabschätzung. Prüfen Sie für die endgültige Bemessung Querschnittswerte, Achsorientierung, ungestützte Länge, Knicklängenbeiwert, lokale Schlankheitsgrenzen und normgerechten Druckwiderstand. Sicherheitsrelevante Anwendungen und der vollständige Lastpfad sollten von einem entsprechend qualifizierten Tragwerksplaner geprüft werden.
Beispiele zum Schlankheitsgrad
Eingaben
Ergebnisse
Einordnung
L 3 m, r 30 mm, E 200 GPa, A 2000 mm²
λ 100; 394.78 kN; 197.39 MPa
Ideale Stahlstütze.
L 2 m, r 40 mm, E 69 GPa, A 1500 mm²
λ 50; 408.60 kN; 272.40 MPa
Kürzerer Aluminiumstab.
L 4 m, r 25 mm, E 200 GPa, A 2500 mm²
λ 160; 192.77 kN; 77.11 MPa
Schlanker Stab mit geringerer Euler-Tragfähigkeit.
So berechnen Sie den Schlankheitsgrad
Bestimmen Sie die Knicklänge aus der ungestützten Länge und den Lagerungsbedingungen.
Geben Sie den kleinsten maßgebenden Trägheitsradius des Querschnitts ein.
Geben Sie Elastizitätsmodul und Querschnittsfläche in den angezeigten Einheiten ein.
Wählen Sie Schlankheitsgrad berechnen und prüfen Sie Schlankheitsgrad, Euler-Last und Knickspannung.
Häufige Fragen zum Schlankheitsgrad
Welchen Trägheitsradius soll ich eingeben?
Verwenden Sie den Radius zur voraussichtlichen Knickachse, meist den kleinsten Hauptträgheitsradius. Eine vollständige Analyse muss gegebenenfalls auch Drillknicken und Biegedrillknicken berücksichtigen.
Was ist die Knicklänge?
Sie ist die gleichwertige Länge eines beidseitig gelenkigen Stabes, die tatsächliche ungestützte Länge und Endlagerung abbildet. Sie hängt von Anschlusssteifigkeit, Aussteifung und Rahmenverhalten ab.
Ist die Euler-Knicklast die Bemessungstragfähigkeit?
Nein. Die Euler-Last beschreibt eine ideale elastische Instabilität. Bemessungsnormen reduzieren oder ändern das Ergebnis, um Fließen, Imperfektionen, Eigenspannungen und die erforderliche Zuverlässigkeit zu berücksichtigen.
Warum erhöht Aussteifung die Tragfähigkeit einer Stütze?
Aussteifung verkürzt die wirksame ungestützte Länge und verringert damit den Schlankheitsgrad. Da die Euler-Tragfähigkeit umgekehrt proportional zum Längenquadrat ist, kann wirksame Aussteifung die ideale Knicklast deutlich erhöhen.