Padua-Score-Rechner

Bewerten Sie Risikofaktoren für venöse Thromboembolien bei internistischen stationären Patienten mit dem validierten Padua-Score.

VTE-Risikobewertung nach Padua
Wählen Sie alle aktuell vorhandenen Faktoren aus. Ausgewählte Schaltflächen werden hervorgehoben und ihre validierten Punkte addiert.

Wählen Sie jeden Risikofaktor, der auf den internistischen stationären Patienten zutrifft.

Über den Padua-Score-Rechner

Der Padua Prediction Score ist ein klinisches Risikomodell für venöse Thromboembolien bei erwachsenen internistischen Krankenhauspatienten. Venöse Thromboembolien, kurz VTE, umfassen tiefe Venenthrombosen und Lungenembolien. Der Score hilft, Patienten zu erkennen, deren Kombination aus akuter Erkrankung, Immobilität, Vorgeschichte und weiteren Faktoren das Risiko während des Aufenthalts erhöht. Er wurde für internistische stationäre Patienten entwickelt und ist nicht automatisch auf chirurgische, geburtshilfliche, pädiatrische oder ambulante Populationen übertragbar. Vier Hauptfaktoren erhalten jeweils drei Punkte: aktive Krebserkrankung, frühere VTE mit Ausnahme oberflächlicher Venenthrombosen, eingeschränkte Mobilität für mindestens drei Tage und bekannte Thrombophilie. Trauma oder Operation innerhalb etwa eines Monats erhalten zwei Punkte. Alter ab 70 Jahren, Herz- oder Ateminsuffizienz, akuter Myokardinfarkt oder ischämischer Schlaganfall, akute Infektion oder rheumatologische Erkrankung, Adipositas mit BMI mindestens 30 sowie laufende Hormonbehandlung erhalten je einen Punkt. Zutreffende Werte werden ohne weitere Gewichtung addiert. Eine Summe unter 4 gilt als niedriges VTE-Risiko, ein Score ab 4 als hohes Risiko. Der Grenzwert unterstützt strukturierte Entscheidungen zur Thromboseprophylaxe, verordnet aber allein keine Behandlung. Eine medikamentöse Prophylaxe kann bei aktiver Blutung, schwerer Thrombozytopenie, hohem Blutungsrisiko oder anderen Kontraindikationen ungeeignet sein. Mechanische Maßnahmen, Medikamentenwahl, Dosis und Dauer richten sich nach den klinischen Umständen und den aktuellen Vorgaben der Einrichtung. Eine korrekte Bewertung verlangt sorgfältige Definitionen und zeitliche Zuordnung. Eingeschränkte Mobilität bedeutet eine erhebliche Einschränkung, nicht bloß die Aufnahme in ein Krankenhausbett. Krebsaktivität, frühere Ereignisse, Thrombophilie, kürzliche Eingriffe und akute Zustände sollten anhand von Anamnese und Akte bestätigt werden. Risiken können sich während des Aufenthalts ändern; eine Neubewertung kann bei schlechterer Mobilität, neuer Diagnose oder Therapieänderung sinnvoll sein. Dokumentieren Sie den Score mit den ausgewählten Faktoren statt nur als Zahl. Dieser Rechner ist für geschultes medizinisches Personal und Lehrzwecke vorgesehen. Er bewertet kein Blutungsrisiko, diagnostiziert keine Thrombose und ersetzt weder Untersuchung noch lokale Vorgaben. Plötzliche Atemnot, Brustschmerz, einseitige Beinschwellung oder unerklärliche Verschlechterung erfordern unabhängig vom Score eine sofortige klinische Abklärung. Nutzen Sie aktuelle evidenzbasierte Leitlinien und fachliches Urteil für Prophylaxeentscheidungen. Richtig angewandt bietet der Padua-Score eine transparente Checkliste, die übersehene Faktoren reduzieren und die Konsistenz der stationären VTE-Prävention verbessern kann.

Beispiele zum Padua-Score

Ausgewählte FaktorenScore und KategoriePunkteberechnung
Keine aufgeführten Risikofaktoren0, niedriges RisikoEs werden keine Punkte addiert.
Alter ab 70 Jahren, Adipositas, eingeschränkte Mobilität5, hohes Risiko1 plus 1 plus 3 Punkte
Frühere VTE und aktive Krebserkrankung6, hohes Risiko3 plus 3 Punkte
Kürzliche Operation, akute Infektion, Hormonbehandlung4, hohes Risiko2 plus 1 plus 1 Punkte

So verwenden Sie den Padua-Score-Rechner

  1. Prüfen Sie Anamnese, Diagnosen, Mobilität, Medikamente und kürzliche Eingriffe des internistischen stationären Patienten.
  2. Wählen Sie alle aktuell vorhandenen Padua-Risikofaktoren aus; gewählte Faktoren werden hervorgehoben.
  3. Wählen Sie Padua-Score berechnen, um die gewichteten Punkte zu addieren.
  4. Interpretieren Sie Werte unter 4 als niedriges Risiko und Werte ab 4 als hohes Risiko.
  5. Bewerten Sie Blutungsrisiko und Kontraindikationen vor jeder Entscheidung zur Thromboseprophylaxe.

Häufige Fragen zum Padua-Score-Rechner

Für wen wurde der Padua-Score entwickelt?

Er wurde für erwachsene internistische stationäre Patienten validiert. Für chirurgische, geburtshilfliche, pädiatrische oder ambulante Patienten können andere Instrumente oder Vorgaben geeigneter sein.

Welcher Padua-Score zeigt ein hohes VTE-Risiko an?

Eine Summe ab 4 zeigt im validierten Modell ein hohes Risiko an. Werte unter 4 werden als niedriges Risiko eingestuft.

Welche Faktoren zählen am stärksten?

Aktive Krebserkrankung, frühere VTE, eingeschränkte Mobilität und bekannte Thrombophilie zählen jeweils drei Punkte. Diese Hauptfaktoren können einen Patienten einzeln nahe an die Hochrisikoschwelle oder darüber bringen.

Bedeutet ein hoher Score automatisch Antikoagulation?

Nein. Therapieentscheidungen erfordern auch die Bewertung von Blutungsrisiko, Kontraindikationen, Patientenpräferenzen und aktuellen Leitlinien. Der Score unterstützt das klinische Urteil, ersetzt es aber nicht.

Sollte der Padua-Score neu berechnet werden?

Eine Neubewertung kann sinnvoll sein, wenn sich Mobilität, Diagnosen oder Behandlungen während des Aufenthalts ändern. Die Dokumentation der zugrunde liegenden Faktoren macht spätere Überprüfungen verlässlicher.