Gorlin-Formel-Rechner

Berechnen Sie Mitralklappenfläche und Flächenindex aus Herzzeitvolumen, Herzfrequenz, Austreibungszeit, Druckgradient und Körperoberfläche.

Mitralklappenfläche berechnen
Geben Sie hämodynamische Messwerte aus der Herzkatheteruntersuchung ein, um die Gorlin-Formel anzuwenden.

Über die Gorlin-Formel

Die Gorlin-Formel schätzt die effektive Öffnungsfläche einer Herzklappe aus Blutfluss und Druckdifferenz über der Klappe. Sie wird vor allem bei Herzkatheteruntersuchungen zur Quantifizierung der Mitralstenose eingesetzt; verwandte Formen gelten auch für andere Klappen. Das Ergebnis ist eine anatomische Schätzung in Quadratzentimetern, keine eigenständige Diagnose. Echokardiografie, Symptome, Rhythmus, Belastungsverhältnisse und Qualität der invasiven Messungen bleiben für die Interpretation wichtig. Dieser Rechner verwendet Herzzeitvolumen in Litern pro Minute, Herzfrequenz in Schlägen pro Minute, systolische Austreibungszeit in Sekunden und mittleren transmitralen Druckgradienten in Millimeter Quecksilbersäule. Er wandelt das Herzzeitvolumen in Milliliter pro Minute um und teilt den Fluss durch Herzfrequenz, Füllungszeit, die Gorlin-Konstante 44.3 und die Quadratwurzel des mittleren Gradienten. Die indexierte Fläche ist die Klappenfläche geteilt durch die Körperoberfläche. Bei deutlich vom Durchschnitt abweichender Körpergröße kann sie Kontext liefern; Leitlinienentscheidungen berücksichtigen jedoch meist absolute Fläche und gesamtes klinisches Bild. Zur Wiedergabe der Beispiele der Quellseite gelten mindestens 2.0 cm² als normal, 1.5 bis 1.99 cm² als leichte, 1.0 bis 1.49 cm² als mittelgradige und unter 1.0 cm² als schwere Stenose. Grenzwerte unterscheiden sich je nach Quelle und ersetzen keine fachärztliche Beurteilung. Ein grenznaher Wert darf ohne Berücksichtigung der Messunsicherheit nie als grundsätzlich andere Kategorie behandelt werden. Die Schätzung ist flussabhängig. Niedriges Herzzeitvolumen, Tachykardie, unregelmäßiger Rhythmus, ungenau gemessene diastolische Füllungszeit oder zeitlich falsch ausgerichtete simultane Druckkurven können das Ergebnis wesentlich verändern. Bei erheblicher Mitralinsuffizienz bildet das vorwärts gerichtete Herzzeitvolumen den gesamten transmitralen Fluss möglicherweise nicht ausreichend ab. Mitteln Sie bei wechselndem Rhythmus mehrere repräsentative Schläge und nutzen Sie Messungen unter gleichen physiologischen Bedingungen. Das Werkzeug dient als nachvollziehbare Rechenhilfe für geschulte klinische Interpretation. Prüfen Sie die Einheiten und klären Sie unplausible Werte an der Quelle. Entscheidungen über Verlaufskontrolle, medikamentöse Behandlung, Intervention oder Operation erfordern ein qualifiziertes kardiologisches Team mit Zugang zu Untersuchungsbefunden, Bildgebung, Katheterkurven, Symptomen und Patientenpräferenzen.

Beispiele zur Gorlin-Formel

Diese Beispiele zeigen, wie Fluss und Druckgradient die berechnete Fläche beeinflussen.

MesswerteBerechnete FlächeInterpretation
HZV 5.2 L/min, HF 70, Austreibungszeit 0.28 s, Gradient 4.5 mmHg, KOF 1.8 m²2.82 cm²; indexiert 1.57 cm²/m²Berechnete Fläche im Normalbereich.
HZV 4.8 L/min, HF 75, Austreibungszeit 0.30 s, Gradient 8.2 mmHg, KOF 1.7 m²1.68 cm²; indexiert 0.99 cm²/m²Verringerte Fläche, knapp oberhalb der hier verwendeten Stenose-Klassifikationsschwelle.
HZV 4.2 L/min, HF 80, Austreibungszeit 0.32 s, Gradient 12.5 mmHg, KOF 1.6 m²1.05 cm²; indexiert 0.65 cm²/m²Mittelgradige Stenose; Abgleich mit dem klinischen Befund erforderlich.
HZV 3.5 L/min, HF 85, Austreibungszeit 0.35 s, Gradient 18 mmHg, KOF 1.5 m²0.63 cm²; indexiert 0.42 cm²/m²Schwere Stenose; fachärztliche Beurteilung erforderlich.

So verwenden Sie den Gorlin-Rechner

  1. Geben Sie das Herzzeitvolumen in Litern pro Minute aus derselben hämodynamischen Untersuchung ein.
  2. Geben Sie Herzfrequenz und gemessene systolische Austreibungszeit in Sekunden ein.
  3. Ergänzen Sie mittleren Druckgradienten über der Mitralklappe und Körperoberfläche.
  4. Wählen Sie Klappenfläche berechnen und beurteilen Sie absolute Fläche, Index und Einstufung.

Häufige Fragen zur Gorlin-Formel

Was berechnet die Gorlin-Formel?

Sie schätzt die effektive Klappenöffnungsfläche aus transvalvulärem Fluss und mittlerem Druckgradienten. Das Mitralklappenergebnis wird üblicherweise in Quadratzentimetern angegeben.

Was ist die Gorlin-Konstante?

Der Rechner nutzt 44.3, die übliche empirische Konstante für Mitralklappenberechnungen mit den gezeigten Einheiten. Einheitenwechsel ohne Anpassung der Konstante führt zu falschen Ergebnissen.

Warum ist der Herzrhythmus wichtig?

Unregelmäßiger Rhythmus verändert Füllungszeit und Fluss von Schlag zu Schlag. Üblicherweise werden repräsentative Zyklen gemittelt und Originalkurven geprüft, statt nur einen Schlag zu verwenden.

Ist die indexierte Klappenfläche immer vorzuziehen?

Die Indexierung passt die Fläche an die Körperoberfläche an und kann hilfreich sein. Absolute Fläche, Symptome, Bildgebung und Leitlinienkriterien bleiben entscheidend.

Kann das Ergebnis eine Mitralstenose diagnostizieren?

Nein. Die Berechnung unterstützt die Beurteilung, ersetzt aber keine klinische Untersuchung, Echokardiografie und validierten invasiven Messungen für Diagnose oder Therapieplanung.