Erythrozytenindizes-Rechner: MCV, MCH und MCHC

Berechnen Sie Erythrozytenindizes aus Hämoglobin, Hämatokrit und Erythrozytenzahl zur Unterstützung der Einordnung von Anämiemustern.

Erythrozytenindizes
Geben Sie Werte aus demselben Blutbild in den angezeigten Einheiten ein.

Über Erythrozytenindizes und MCHC

Erythrozytenindizes beschreiben die Größe zirkulierender roter Blutkörperchen und ihren Hämoglobingehalt. Sie werden meist automatisch im Blutbild angegeben, lassen sich aber auch aus Hämoglobin, Hämatokrit und Erythrozytenzahl rekonstruieren. Die drei klassischen berechneten Indizes sind das mittlere korpuskuläre Volumen, das mittlere korpuskuläre Hämoglobin und die mittlere korpuskuläre Hämoglobinkonzentration, abgekürzt MCV, MCH und MCHC. MCV schätzt das durchschnittliche Volumen eines Erythrozyten. Dafür wird der Hämatokrit in Prozent mit zehn multipliziert und durch die Erythrozytenzahl in Millionen pro Mikroliter geteilt. Werte unter etwa 80 fL gelten als mikrozytär, von 80 bis 100 fL als normozytär und über 100 fL als makrozytär. Dies sind häufige Erwachsenenreferenzen; vorrangig gilt jedoch das altersspezifische Referenzintervall des berichtenden Labors. MCH schätzt die mittlere Hämoglobinmasse je Erythrozyt. Es ergibt sich aus Hämoglobin in g/dL mal zehn, geteilt durch die Erythrozytenzahl. MCHC beschreibt die mittlere Hämoglobinkonzentration im Erythrozytenvolumen und wird als Hämoglobin mal hundert, geteilt durch den Hämatokrit, berechnet. Anders als MCH bezieht MCHC das Hämoglobin auf das Zellvolumen statt auf die Zellzahl. Niedriges MCHC wird oft als Hypochromie bezeichnet. Stark erhöhte Werte können eine Prüfung auf Sphärozyten, Zelldehydratation, Kälteagglutinine, Lipämie, Hämolyse oder andere analytische Probleme erfordern. Die Indizes helfen, eine Anämieabklärung zu strukturieren, bestimmen aber nicht die Ursache. Mikrozytose kann bei Eisenmangel, Thalassämie, chronischer Entzündung, sideroblastischen Prozessen oder Bleiexposition auftreten. Makrozytose kann Vitamin-B12- oder Folatmangel, Alkoholkonsum, Lebererkrankungen, Hypothyreose, Retikulozytose, Medikamenteneffekte oder Knochenmarkerkrankungen begleiten. Auch normozytäre Anämien haben eine breite Differenzialdiagnose mit Blutverlust, Nierenerkrankungen, Entzündung, Hämolyse und Knochenmarkerkrankungen. Verwenden Sie Messungen derselben Probe, denn Werte verschiedener Tage machen die abgeleiteten Indizes unzuverlässig. Kleine Abweichungen vom Laborbericht können durch intern ungerundete Werte oder gerätespezifische Methoden entstehen. Zur Einordnung gehören außerdem der absolute Hämoglobinwert, die Erythrozytenverteilungsbreite, Retikulozytenzahl, Blutausstrich, Beschwerden, Vorgeschichte und weitere ärztlich ausgewählte Untersuchungen. Suchen Sie bei starker Schwäche, Brustschmerz, Ohnmacht, Atemnot in Ruhe, aktiver Blutung oder anderen dringlichen Beschwerden umgehend medizinische Hilfe, statt sich auf einen berechneten Index zu verlassen.

Beispiele für Erythrozytenindizes

BlutbildwerteBerechnete IndizesMuster
Hb 14.2, Hct 42, RBC 4.8MCV 87.5, MCH 29.58, MCHC 33.81MCV liegt im üblichen normozytären Bereich.
Hb 9, Hct 30, RBC 4MCV 75, MCH 22.5, MCHC 30Niedriges MCV ergibt ein mikrozytäres Muster.
Hb 10.8, Hct 32.4, RBC 2.7MCV 120, MCH 40, MCHC 33.33Hohes MCV ergibt ein makrozytäres Muster.

So berechnen Sie Erythrozytenindizes

  1. Übernehmen Sie Hämoglobin, Hämatokrit und Erythrozytenzahl aus demselben Blutbild.
  2. Prüfen Sie, ob der Bericht g/dL, Prozent und Millionen pro Mikroliter verwendet.
  3. Geben Sie alle drei positiven Werte ein und wählen Sie Erythrozytenindizes berechnen.
  4. Vergleichen Sie MCV, MCH und MCHC mit den Referenzintervallen des Laborberichts.
  5. Besprechen Sie auffällige Werte im Zusammenhang mit Beschwerden und dem gesamten Blutbild.

Häufige Fragen zu Erythrozytenindizes

Was bedeutet MCHC?

MCHC steht für mittlere korpuskuläre Hämoglobinkonzentration und schätzt die Hämoglobinkonzentration im Erythrozytenvolumen. Sie wird aus Hämoglobin und Hämatokrit berechnet.

Wie wird MCV berechnet?

Multiplizieren Sie den Hämatokrit in Prozent mit zehn und teilen Sie durch die Erythrozytenzahl in Millionen pro Mikroliter. Das Ergebnis wird in Femtolitern angegeben.

Was ist ein niedriges MCV?

Ein MCV unter etwa 80 fL gilt bei Erwachsenen meist als mikrozytär. Eisenmangel und Thalassämie sind häufige Möglichkeiten, weitere Untersuchungen sind jedoch nötig.

Warum weichen berechnete Werte eventuell vom Bericht ab?

Laborgeräte können ungerundete Messwerte oder direkt gemessene Parameter verwenden. Auch Einheitenunterschiede, Probeneinflüsse und Rundungen können kleine Abweichungen verursachen.

Können Erythrozytenindizes eine Anämie diagnostizieren?

Sie ordnen Erythrozytenmuster ein und unterstützen die Abklärung, bestimmen allein aber keine Ursache. Die Diagnose beruht auf Hämoglobin, Vorgeschichte, Untersuchung, Blutausstrich und weiteren Laborwerten.