Sensitivitäts- und Spezifitätsrechner

Berechnen Sie Sensitivität, Spezifität, Vorhersagewerte und diagnostische Genauigkeit aus einer Konfusionsmatrix.

Genauigkeit diagnostischer Tests
Geben Sie die Fallzahlen der vier Testergebnisse ein.

Über Sensitivität und Spezifität

Sensitivität und Spezifität beschreiben, wie gut ein diagnostischer Test Personen oder Fälle mit einem Zustand von solchen ohne ihn unterscheidet. Grundlage ist eine Konfusionsmatrix mit vier Fallzahlen. Richtig positive Fälle sind Betroffene, die korrekt positiv eingestuft wurden; falsch negative Fälle sind Betroffene, die der Test übersieht. Richtig negative Fälle sind Nichtbetroffene, die korrekt negativ eingestuft wurden; falsch positive Fälle sind Nichtbetroffene, die irrtümlich positiv eingestuft wurden. Die klare Trennung dieser Gruppen macht die Ergebnisse verständlich. Die Sensitivität, auch Richtig-positiv-Rate oder Recall, ist TP geteilt durch TP plus FN. Sie beantwortet die Frage: Welchen Anteil aller tatsächlich betroffenen Fälle hat der Test erkannt? Ein hochsensitiver Screeningtest erzeugt wenige falsch negative Ergebnisse. Die Spezifität, auch Richtig-negativ-Rate, ist TN geteilt durch TN plus FP. Sie zeigt, welcher Anteil der tatsächlich Nichtbetroffenen korrekt ausgeschlossen wurde. Ein hochspezifischer Bestätigungstest erzeugt wenige falsch positive Ergebnisse. Der positive Vorhersagewert ist TP geteilt durch TP plus FP, der negative Vorhersagewert TN geteilt durch TN plus FN. Diese Werte beschreiben die Wahrscheinlichkeit, dass ein beobachtetes Ergebnis in der getesteten Population richtig ist. Anders als Sensitivität und Spezifität können sie sich bei veränderter Prävalenz deutlich verschieben. Ein positives Ergebnis desselben Tests kann daher in einer Hochrisikosprechstunde einen anderen Vorhersagewert haben als beim allgemeinen Bevölkerungsscreening. Die Genauigkeit ist die Summe aus TP und TN geteilt durch alle Beobachtungen. Sie ist anschaulich, kann aber schlechte Leistungen bei der Minderheitsklasse verdecken, wenn ein Ergebnis viel häufiger ist. Verwenden Sie ganzzahlige Fallzahlen aus derselben Studienpopulation und mit derselben Entscheidungsschwelle. Geben Sie keine Prozentsätze statt Fallzahlen ein. Vergleichen Sie Tests anhand von Konfidenzintervallen, Stichprobengröße, Prävalenz, Studiendesign und Folgen beider Fehlerarten, statt nur den höchsten Einzelwert zu wählen. Medizinische Entscheidungen erfordern außerdem klinischen Kontext, validierte Schwellen und fachliches Urteil. Dieser Rechner liefert deterministische Punktschätzungen für Lehre, Forschungsprüfungen, Qualitätssicherung und die Bewertung von Klassifikationen im maschinellen Lernen; er ersetzt keine vollständige statistische Analyse oder klinische Interpretation.

Beispiele für Sensitivität und Spezifität

Diese Konfusionsmatrizen zeigen typische Muster diagnostischer Leistung.

KonfusionsmatrixWichtige ErgebnisseInterpretation
TP 80, FP 10, TN 90, FN 20Sensitivität 80%; Spezifität 90%; Genauigkeit 85%Der Test erkennt vier von fünf Betroffenen und schließt neun von zehn Nichtbetroffenen korrekt aus.
TP 95, FP 20, TN 180, FN 5Sensitivität 95%; Spezifität 90%; Genauigkeit 91.67%Die hohe Sensitivität ist nützlich, wenn übersehene Fälle besonders schwerwiegende Folgen haben.
TP 40, FP 5, TN 95, FN 10Sensitivität 80%; Spezifität 95%; Genauigkeit 90%Die wenigen falsch positiven Fälle ergeben eine hohe Spezifität und einen positiven Vorhersagewert von 88.89%.

So berechnen Sie die diagnostische Genauigkeit

  1. Zählen Sie richtig positive, falsch positive, richtig negative und falsch negative Ergebnisse einer Testpopulation.
  2. Tragen Sie jede nicht negative Fallzahl in das passende Feld ein.
  3. Wählen Sie Kennzahlen berechnen, um Sensitivität, Spezifität, Vorhersagewerte und Genauigkeit zu ermitteln.
  4. Interpretieren Sie die Kennzahlen gemeinsam und berücksichtigen Sie Prävalenz, Stichprobengröße und Fehlerfolgen.

Häufige Fragen zu Sensitivität und Spezifität

Was unterscheidet Sensitivität und Spezifität?

Die Sensitivität misst den Anteil tatsächlich positiver Fälle, die ein Test erkennt. Die Spezifität misst den Anteil tatsächlich negativer Fälle, die er korrekt ausschließt.

Welche Sensitivität oder Spezifität ist gut?

Es gibt keinen universellen Grenzwert, da akzeptable Leistung vom Einsatz und den Fehlerfolgen abhängt. Beim Screening zählt oft Sensitivität, bei der Bestätigung eher Spezifität.

Warum ändern sich Vorhersagewerte mit der Prävalenz?

Vorhersagewerte sind auf das Testergebnis bedingt; daher spielt der Betroffenenanteil der getesteten Population eine Rolle. Der positive Vorhersagewert steigt meist mit der Prävalenz, selbst bei unveränderter Sensitivität und Spezifität.

Kann die Genauigkeit irreführend sein?

Ja, besonders wenn eine Klasse viel häufiger vorkommt als die andere. Ein Klassifikator kann eine hohe Genauigkeit haben und bei einer seltenen, aber wichtigen Klasse dennoch schlecht abschneiden.

Kann ich Prozentsätze statt Fallzahlen eingeben?

Nein, geben Sie die vier beobachteten Fallzahlen der Konfusionsmatrix ein. Der Rechner wandelt sie mit den passenden Nennern in Prozentsätze um.