Rechner für Benfords Gesetz

Analysiere die Häufigkeit führender Ziffern und vergleiche deine Daten mit der erwarteten Benford-Verteilung.

Analyse der führenden Ziffern
Gib Zahlen getrennt durch Kommas, Leerzeichen oder Semikolons ein.

Nullwerte werden ignoriert; negative Werte werden anhand ihres Absolutbetrags analysiert.

Über Benfords Gesetz

Benfords Gesetz beschreibt ein überraschendes Muster in vielen natürlich entstehenden Zahlensammlungen: Die erste signifikante Ziffer ist nicht gleichverteilt. Die Ziffer 1 steht in etwa 30.1% der Fälle an erster Stelle, die 9 dagegen nur in etwa 4.6%. Die erwartete Wahrscheinlichkeit für eine Ziffer d lautet log10(1 + 1/d). Dieses logarithmische Muster tritt häufig auf, wenn Werte mehrere Größenordnungen abdecken und aus multiplikativen Prozessen statt aus einem bewusst zugewiesenen Bereich stammen. Dieser Rechner ermittelt für jede gültige Zahl die erste Ziffer ungleich null und vergleicht die beobachteten Anteile der Ziffern 1 bis 9 mit Benfords theoretischen Anteilen. Er gibt die Stichprobengröße, eine mittlere absolute Abweichung und eine Chi-Quadrat-Statistik aus. Die mittlere absolute Abweichung fasst den durchschnittlichen Abstand zwischen beobachteten und erwarteten Anteilen zusammen. Die Chi-Quadrat-Statistik gewichtet quadrierte Anzahldifferenzen mit der erwarteten Anzahl, sodass größere Abweichungen stärker eingehen. Beide Kennzahlen sind hier beschreibend; zur formalen Signifikanzbewertung müssen auch Stichprobengröße, Abhängigkeiten und Datenauswahl berücksichtigt werden. Benford-Analysen dienen häufig als Vorprüfung in forensischer Buchhaltung, Wirtschaftsprüfung, Wahldatenanalyse, wissenschaftlicher Qualitätskontrolle und Anomalieerkennung. Eine ungewöhnliche Verteilung kann auf Einträge hinweisen, die genauer geprüft werden sollten. Sie beweist weder Betrug noch Fälschung. Auch korrekte Daten können wegen Obergrenzen, Rundungen, Zuweisungen, enger Wertebereiche oder Mindest- und Höchstwerten vom Gesetz abweichen. Rechnungsnummern, Postleitzahlen, Telefonnummern und andere Kennungen sind besonders ungeeignet, da ihre Ziffern vergeben werden und nicht natürlich entstehen. Für einen sinnvollen Vergleich sollte der Datensatz ausreichend groß sein und Absolutbeträge über mehrere Zehnerpotenzen enthalten. Negative Werte sind zulässig, weil ihre Absolutbeträge dieselben führenden Ziffern haben; Nullen werden ohne erste signifikante Ziffer ausgelassen. Vermische nicht grundlegend verschiedene Populationen, nur um die Stichprobe zu vergrößern. Prüfe bei großen Abweichungen zunächst Erhebungsmethode, Bereichsgrenzen, Rundungsregeln und Untergruppen. Benfords Gesetz eignet sich am besten als diagnostisches Signal zusammen mit Fachwissen, Datenvalidierung und weiteren statistischen Belegen.

Beispiele zu Benfords Gesetz

Diese Beispiele zeigen, wie verschiedene Muster führender Ziffern den Vergleich beeinflussen.

DatenmusterErwartetes ErgebnisEinordnung
301 von 1,000 Werten beginnen mit 1Beobachtete Häufigkeit der 1: 30.10%Entspricht genau Benfords erwarteter Häufigkeit für die Ziffer 1.
46 von 1,000 Werten beginnen mit 9Beobachtete Häufigkeit der 9: 4.60%Liegt nahe an der erwarteten Häufigkeit von 4.58%.
500 von 1,000 Werten beginnen mit 1Beobachtete Häufigkeit der 1: 50.00%Weicht deutlich von den erwarteten 30.10% ab.

So analysierst du einen Datensatz

  1. Sammle vergleichbare, natürlich entstandene Werte über einen breiten Zahlenbereich.
  2. Gib die Werte im Feld Datensatz ein, getrennt durch Kommas, Leerzeichen oder Semikolons.
  3. Wähle Verteilung analysieren, um beobachtete und erwartete Häufigkeiten der führenden Ziffern zu berechnen.
  4. Prüfe die Abweichungsmaße und den Kontext, bevor du Auffälligkeiten interpretierst.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Benfords Gesetz?

Benfords Gesetz ist eine logarithmische Wahrscheinlichkeitsverteilung für die ersten signifikanten Ziffern vieler realer Datensätze. Kleine führende Ziffern kommen demnach häufiger vor als große.

Beweist eine Abweichung Betrug?

Nein. Sie ist nur ein Prüfsignal, das eine genauere Untersuchung rechtfertigen kann. Bereichsgrenzen, Rundungen, Auswahlregeln und vergebene Nummern können legitime Abweichungen erzeugen.

Wie viele Daten brauche ich?

Größere Stichproben liefern meist stabilere Häufigkeiten; einige Hundert Beobachtungen sind besser als einige Dutzend. Eignung und Zahlenbereich sind ebenso wichtig wie die reine Anzahl.

Sind negative Zahlen und Dezimalzahlen erlaubt?

Ja. Der Rechner verwendet den Absolutbetrag und die erste Ziffer ungleich null. Vorzeichen und Dezimalstellenposition ändern diese Ziffer nicht. Null wird ausgeschlossen, da sie keine signifikante führende Ziffer hat.

Welche Daten eignen sich nicht für Benford-Analysen?

Vergebene Kennungen, Festpreislisten und Werte in engen Intervallen sind meist ungeeignet. Das Gesetz ist bei natürlich entstandenen Messwerten über mehrere Größenordnungen am plausibelsten.