Rauschmaß-Rechner

Berechnen Sie HF-Rauschmaß, linearen Rauschfaktor und äquivalente Rauschtemperatur aus den Signal-Rausch-Verhältnissen am Ein- und Ausgang.

HF-Rauschverhalten
Geben Sie beide Signal-Rausch-Verhältnisse in Dezibel ein. Das Eingangs-SNR muss mindestens so groß wie das Ausgangs-SNR sein.

Über das Rauschmaß

Das Rauschmaß beschreibt, wie stark ein reales elektronisches Bauteil das Signal-Rausch-Verhältnis eines durchlaufenden Signals verschlechtert. Verstärker, Mischer, Filter, Kabel und Empfangsstufen fügen Rauschen oder Verluste hinzu. Daher ist das Signal-Rausch-Verhältnis am Ausgang meist kleiner als am Eingang. Ingenieure vergleichen damit HF- und Mikrowellenbauteile unabhängig von deren Verstärkung. Ein niedriger Wert bedeutet, dass schwache Signale besser erhalten bleiben, was besonders in der ersten Stufe eines Funkempfängers wichtig ist. Sind beide Verhältnisse in Dezibel angegeben, ist das Rauschmaß einfach Eingangs-SNR minus Ausgangs-SNR. Ein Bauteil mit 20 dB am Eingang und 18 dB am Ausgang hat beispielsweise ein Rauschmaß von 2 dB. Der zugehörige Rauschfaktor ist ein lineares Verhältnis statt eines Dezibelwerts. Er entspricht zehn hoch dem durch zehn geteilten Rauschmaß. Ein ideales rauschfreies Bauteil hat den Faktor eins und ein Rauschmaß von null Dezibel. Die äquivalente Rauschtemperatur beschreibt dieselbe Verschlechterung als Temperatur einer hypothetischen angepassten Rauschquelle. Bei der üblichen Referenztemperatur von 290 Kelvin entspricht sie 290 multipliziert mit dem Rauschfaktor minus eins. Diese Darstellung ist in Radioastronomie, Satellitenverbindungen, Datenblättern rauscharmer Verstärker und Antennensystemberechnungen verbreitet. Sie ist nicht die physische Bauteiltemperatur, sondern ein elektrisches Rauschmodell zur einfacheren Systemanalyse. Das Rauschmaß ist nahe dem Empfängereingang besonders wichtig. Die Friis-Analyse zeigt, dass der Faktor der ersten Stufe direkt eingeht, während spätere Beiträge durch die vorhergehende Verstärkung geteilt werden. Ein rauscharmer Verstärker mit ausreichender Verstärkung kann daher den Einfluss stärker rauschender Folgeschaltungen begrenzen. Verluste vor diesem Verstärker, etwa in Kabeln und Filtern, verschlechtern das Empfängerrauschmaß direkt und können den Vorteil eines hochwertigen Verstärkers zunichtemachen. Dieser Rechner setzt voraus, dass Eingangs- und Ausgangs-SNR bei gleicher Bandbreite, Impedanzkonvention und Signaldefinition gemessen wurden. Unterschiedliche Messbandbreiten führen zu irreführenden Ergebnissen, da das integrierte Rauschen von der Bandbreite abhängt. Die Werte müssen außerdem konsistent in Dezibel umgerechnete Leistungsverhältnisse darstellen. Nutzen Sie das Ergebnis zum Bauteilvergleich oder als Eingabe für eine Kaskadenrechnung. Eine vollständige Übertragungsbilanz muss zusätzlich Antennentemperatur, Pfadverlust, Verstärkung, Störungen, erforderliche Demodulationsreserve und Messunsicherheit berücksichtigen.

Beispiele zum Rauschmaß

SNR-MesswerteBerechnetes ErgebnisTypischer Kontext
20 dB Eingang, 18 dB AusgangNF 2 dB, Faktor 1.5849Ein praxisüblicher rauscharmer HF-Verstärker.
30 dB Eingang, 27 dB AusgangNF 3 dB, Faktor 1.9953Das Bauteil verdoppelt nahezu die eingangsbezogene Rauschleistung.
15 dB Eingang, 14.5 dB AusgangNF 0.5 dB, Faktor 1.1220Sehr geringe Verschlechterung in einer Empfängereingangsstufe.
40 dB Eingang, 34 dB AusgangNF 6 dB, Faktor 3.9811Eine relativ stark rauschende Stufe oder ein passiver Verlust.

So berechnen Sie das Rauschmaß

  1. Geben Sie das in Dezibel gemessene Eingangs-Signal-Rausch-Verhältnis ein.
  2. Geben Sie das bei gleicher Bandbreite gemessene Ausgangs-Signal-Rausch-Verhältnis ein.
  3. Wählen Sie Rauschmaß berechnen.
  4. Verwenden Sie je nach Rauschbudget den Dezibelwert, den linearen Faktor oder die äquivalente Temperatur.

Häufige Fragen zum Rauschmaß-Rechner

Was ist ein gutes Rauschmaß?

Das hängt von Frequenz, Technologie, Verstärkung und Anwendung ab. Empfangseingangsstufen streben oft den praktisch niedrigsten Wert an, während spätere Stufen mehr Rauschen vertragen.

Kann das Rauschmaß negativ sein?

Ein passives Bauteil oder gewöhnlicher stabiler Verstärker sollte das SNR nicht verbessern; sein Rauschmaß ist daher nicht negativ. Scheinbar negative Werte deuten meist auf inkonsistente Messungen, Bandbreiten oder Kalibrierungen hin.

Was unterscheidet Rauschmaß und Rauschfaktor?

Der Rauschfaktor ist das lineare Verhältnis von Eingangs-SNR zu Ausgangs-SNR. Das Rauschmaß drückt dasselbe Verhältnis in Dezibel aus und erleichtert den Vergleich von Kaskaden und Spezifikationen.

Warum werden für die äquivalente Rauschtemperatur 290 K verwendet?

Die Referenztemperatur von 290 Kelvin ist der etablierte Standard für Rauschfaktorberechnungen. Sie liegt nahe der Raumtemperatur und schafft eine einheitliche Vergleichsbasis.

Beeinflusst die Verstärkung das Rauschmaß?

Das eigene Rauschmaß eines Bauteils beschreibt die SNR-Verschlechterung und nicht allein die Verstärkung. In einer Kaskade verringert eine hohe Verstärkung der ersten Stufe jedoch den Einfluss späterer Rauschfaktoren.