Prandtl-Meyer-Expansionsrechner

Analysiere einen isentropen Überschall-Expansionsfächer, die Endmachzahl, den Machwinkel und Verhältnisse statischer Zustandsgrößen.

Überschall-Expansionsfächer
Gib die Machzahl vor der Expansion, den Umlenkwinkel und das Verhältnis der spezifischen Wärmekapazitäten ein.

Über die Prandtl-Meyer-Expansion

Ein Prandtl-Meyer-Expansionsfächer entsteht, wenn eine Überschallströmung um eine konvexe Ecke nach außen umgelenkt wird. Anders als eine Stoßwelle, die die Überschallströmung verdichtet und abbremst, ist ein idealer Expansionsfächer stetig und isentrop. Die Strömung beschleunigt auf eine höhere Machzahl, während statischer Druck, statische Temperatur und Dichte sinken. Dieser Rechner bestimmt für ein kalorisch perfektes Gas den Zustand nach der Expansion aus Anfangsmachzahl und Umlenkwinkel. Die Prandtl-Meyer-Funktion ordnet jeder Überschallmachzahl bei einem gewählten Verhältnis der spezifischen Wärmekapazitäten einen Winkel zu. Der Funktionswert nach der Expansion entspricht dem Anfangswert plus Expansions-Umlenkwinkel. Da die Umkehrfunktion keinen einfachen elementaren Ausdruck besitzt, löst der Rechner die Endmachzahl numerisch durch Bisektion. Das Verfahren ist deterministisch und konvergiert für gültige Winkel unterhalb der theoretischen maximalen Expansion sehr genau. Für Luft bei üblichen Temperaturen wird Gamma häufig mit 1.4 angenähert. Andere Gase und Hochtemperaturströmungen können andere Werte erfordern, da molekulare Freiheitsgrade und chemische Effekte die Wärmekapazität verändern. In diesem idealen Gasmodell muss Gamma größer als eins sein. Bei sehr hohen Temperaturen können Dissoziation, Schwingungen und veränderliche Wärmekapazitäten das Modell mit konstantem Gamma ungenau machen. Nach der Bestimmung der Endmachzahl wendet der Rechner isentrope Ruhegrößenbeziehungen an. Totaltemperatur und Totaldruck bleiben bei einer idealen Expansion konstant, während sich die statischen Größen mit der Machzahl ändern. Das Temperaturverhältnis ist der Ruhefaktor vor der Expansion geteilt durch den Faktor danach. Druck- und Dichteverhältnis ergeben sich durch Potenzieren dieses Quotienten mit von Gamma abhängigen Exponenten. Der Machwinkel ist der Arkussinus des Kehrwerts der Machzahl. Das Modell setzt eine stationäre, zweidimensionale, reibungsfreie, adiabate Überschallströmung ohne Stöße im Fächer voraus. Reale Ecken weisen Grenzschichten, endliche Geometrie, Viskosität und mögliche Strömungsablösung auf. Eine Expansion mit anschließender Verdichtung kann zudem Wellenwechselwirkungen erzeugen, die diese isolierte Berechnung nicht abbildet. Der eingegebene Winkel ist der Betrag einer Umlenkung in Expansionsrichtung; eine komprimierende Umlenkung erfordert stattdessen eine Schrägstoßanalyse. Prandtl-Meyer-Berechnungen werden beim Entwurf von Überschalldüsen, in der Außenaerodynamik, der Windkanalanalyse, der Luft- und Raumfahrtlehre und zur vorläufigen Abschätzung von Wellenmustern eingesetzt. Wende die Verhältnisse auf bekannte statische Zustandsgrößen vor der Expansion an, nicht auf Ruhegrößen. Detaillierte Flugzeug-, Raketen- oder sicherheitskritische Entwürfe müssen mit geeigneten Gasmodellen, numerischer Strömungsmechanik, Versuchsdaten und qualifizierter aerodynamischer Analyse validiert werden.

Beispiele zur Prandtl-Meyer-Expansion

Beispiele für ideale Luft zeigen die Beschleunigung durch zunehmend stärkere Expansionsfächer.

Zustand vor der ExpansionEntwicklung nach der ExpansionEinordnung
Mach 2.0, Umlenkung 0°, γ 1.4Mach 2.0Ohne Umlenkung bleiben alle Verhältnisse statischer Zustandsgrößen gleich eins.
Mach 2.0, Umlenkung 10°, γ 1.4Mach etwa 2.38Die Strömung beschleunigt und der statische Druck sinkt.
Mach 3.0, Umlenkung 15°, γ 1.4Mach größer als 3Eine stärkere Umlenkung in Expansionsrichtung erzeugt einen größeren Prandtl-Meyer-Winkel.

So berechnest du eine Prandtl-Meyer-Expansion

  1. Gib die Überschallmachzahl vor der Expansion ein; sie muss größer als eins sein.
  2. Gib den positiven Winkel ein, um den sich die Strömung nach außen dreht.
  3. Gib das Verhältnis der spezifischen Wärmekapazitäten ein; 1.4 ist eine übliche Näherung für Luft.
  4. Wähle Expansion berechnen und prüfe die Endmachzahl und die Verhältnisse statischer Zustandsgrößen.

Häufige Fragen zur Prandtl-Meyer-Expansion

Warum muss die Anfangsmachzahl größer als eins sein?

Prandtl-Meyer-Fächer sind Lösungen für Überschallexpansionen. Die Funktion enthält die Quadratwurzel aus Machzahl zum Quadrat minus eins und ist für Unterschallwerte nicht definiert.

Erhöht ein Expansionsfächer die Machzahl?

Ja, eine ideale Expansion lenkt die Überschallströmung um und beschleunigt sie. Statischer Druck, statische Temperatur und Dichte sinken, während die Ruhegrößen konstant bleiben.

Welchen Gammawert sollte ich für Luft verwenden?

1.4 ist eine übliche Näherung für Luft bei mäßigen Temperaturen. Hochtemperaturströmungen oder chemisch reagierende Strömungen benötigen ein geeigneteres Gasmodell.

Ist ein Prandtl-Meyer-Fächer eine Stoßwelle?

Nein. Ein idealer Fächer besteht aus einer stetigen Folge schwacher Expansionswellen und ist isentrop. Ein Stoß ist komprimierend, irreversibel und erhöht die Entropie.

Was vergleichen die Druck- und Temperaturverhältnisse?

Sie vergleichen statische Zustandsgrößen nach und vor der Expansion. Multipliziere einen bekannten Anfangswert mit seinem Verhältnis, um den Endwert unter idealen Annahmen zu schätzen.