LMTD-Rechner

Bestimmen Sie die logarithmische mittlere Temperaturdifferenz als Antrieb der Wärmeübertragung im Gegen- oder Gleichstrom.

Logarithmische mittlere Temperaturdifferenz berechnen
Wählen Sie die Strömungsführung und geben Sie die Ein- und Austrittstemperaturen beider Fluide ein.

Über die logarithmische mittlere Temperaturdifferenz

Der Temperaturabstand zwischen heißem und kaltem Fluid verändert sich im Wärmetauscher laufend. Ein einfaches arithmetisches Mittel bildet diese wechselnde thermische Triebkraft nicht genau ab. Die logarithmische mittlere Temperaturdifferenz, kurz LMTD, ist eine gleichwertige konstante Differenz, die über dieselbe Fläche denselben Wärmestrom erzeugen würde. In der Auslegung gilt Wärmeleistung gleich Wärmedurchgangskoeffizient mal Fläche mal LMTD, bei komplexen Anordnungen oft mit zusätzlichem Korrekturfaktor. Die Endtemperaturdifferenzen hängen von der Strömungsrichtung ab. Beim Gegenstrom wird an einem Ende der heiße Eintritt mit dem kalten Austritt verglichen, am anderen der heiße Austritt mit dem kalten Eintritt. Beim Gleichstrom treten beide Fluide am selben Ende ein; verglichen werden daher die Eintritte miteinander und die Austritte miteinander. Nach Bestimmung zweier positiver Differenzen teilt der Rechner deren Differenz durch den natürlichen Logarithmus ihres Verhältnisses. Sind beide gleich, nähert sich der Ausdruck diesem gemeinsamen Wert; der Rechner verwendet den mathematisch exakten Grenzwert. Gegenstrom hält die Triebkraft meist gleichmäßiger und ermöglicht kleinere Annäherungstemperaturen als Gleichstrom. Bei identischen Ein- und Austrittstemperaturen bedeutet das häufig eine größere LMTD und weniger Fläche für die geforderte Leistung. Reale mehrgängige Rohrbündel- und Kreuzstromwärmetauscher entsprechen keinem der beiden idealen Muster vollständig. Ihre Auslegung multipliziert die Gegenstrom-LMTD üblicherweise mit einem Korrekturfaktor aus anerkannten Diagrammen, Gleichungen oder thermischer Auslegungssoftware. Alle vier Temperaturen dürfen in Celsius eingegeben werden, da die LMTD von Differenzen abhängt. Temperaturdifferenzen in Kelvin sind zahlenmäßig gleich; das Ergebnis in Grad Celsius entspricht daher derselben Zahl in Kelvin. Fahrenheit-Differenzen müssen bei Verwendung mit SI-Koeffizienten umgerechnet werden. Die Temperaturen müssen für die gewählte Anordnung physikalisch sinnvoll geordnet sein. Enddifferenzen von null oder darunter weisen auf eine Temperaturkreuzung, widersprüchliche Messwerte, vertauschte Bezeichnungen oder einen speziell zu analysierenden Fall hin. Nutzen Sie den Rechner zur Vorauslegung, Leistungsprüfung, für Studienaufgaben und zur nachvollziehbaren Kontrolle der Endtemperaturen. Genaue Auslegung benötigt außerdem Wärmeleistung, Fluideigenschaften, Verschmutzungswiderstand, Phasenwechsel, Druckverlust, Wärmedurchgangskoeffizient, Korrekturfaktoren und Unsicherheitsreserven. Prüfen Sie Temperaturen für denselben Betriebszustand, statt Auslegungs- und Messwerte zu mischen. Endgültige Auswahl und Sicherheitsprüfung müssen den geltenden Regelwerken, Prozessanforderungen und qualifizierter Ingenieurpraxis folgen.

LMTD-Beispiele

EndtemperaturenLMTDAnordnung
Heiß 150/100°C, kalt 20/70°C80.00°CGegenstrom mit gleichen Enddifferenzen.
Heiß 120/80°C, kalt 30/60°C54.85°CGegenstrom mit Enddifferenzen von 60°C und 50°C.
Heiß 120/80°C, kalt 30/60°C46.54°CGleichstrom mit Enddifferenzen von 90°C und 20°C.

So berechnen Sie die LMTD

  1. Wählen Sie passend zum Wärmetauscher Gegenstrom oder Gleichstrom.
  2. Geben Sie Ein- und Austrittstemperatur des heißen Fluids ein.
  3. Geben Sie die Temperaturen des kalten Fluids in derselben Skala ein.
  4. Wählen Sie LMTD berechnen und prüfen Sie beide Enddifferenzen, bevor Sie den Mittelwert verwenden.

Häufige Fragen zur LMTD

Warum ein logarithmisches statt eines arithmetischen Mittels?

Unter idealisierten Strömungsbedingungen verändert sich die Wärmeübertragung exponentiell mit dem Ort. Das logarithmische Mittel erhält die korrekte integrierte Triebkraft über den Wärmetauscher.

Was passiert bei gleichen Endtemperaturdifferenzen?

Die direkte Formel scheint null durch null zu teilen, doch ihr Grenzwert ist eindeutig. In diesem Sonderfall entspricht die LMTD der gemeinsamen Enddifferenz.

Kann ich Temperaturen in Fahrenheit eingeben?

Die Formel funktioniert mit Fahrenheit-Differenzen, doch die Ergebniseinheit muss zum Wärmeübertragungskoeffizienten passen. Mischen Sie Fahrenheit und Celsius nicht in einer Berechnung.

Warum ist Gegenstrom oft wirksamer?

Gegenstrom hält über einen größeren Teil der Länge eine nutzbare Temperaturdifferenz aufrecht. So sind kleinere Annäherungen am Austritt möglich und für dieselbe Leistung oft weniger Fläche nötig.

Benötigen mehrgängige Wärmetauscher einen Korrekturfaktor?

Ja. Viele Rohrbündel- und Kreuzstromanordnungen weichen vom idealen Gegenstrom ab. Nutzen Sie für die endgültige Auslegung einen validierten LMTD-Korrekturfaktor oder eine geeignete Effektivitätsmethode.