Rechner für Beugung am Haar

Schätzen Sie den Durchmesser eines menschlichen Haars aus Laserwellenlänge, Schirmabstand und gemessenem Beugungsstreifenabstand.

Messung durch Laserbeugung
Messen Sie den Abstand benachbarter heller Streifen auf dem Schirm und geben Sie die Versuchsgeometrie ein.

Über die Beugung am Haar

Ein menschliches Haar lässt sich berührungslos messen, indem man beobachtet, wie kohärentes Laserlicht daran gebeugt wird. Obwohl das Haar ein undurchsichtiges Hindernis und kein offener Spalt ist, hat sein Fernfeld-Beugungsmuster nach dem Babinet-Prinzip denselben Streifenabstand wie ein gleich breiter Spalt. Auf einem entfernten Schirm entsteht ein Hell-Dunkel-Muster, dessen Abstand die Schätzung des Haardurchmessers ermöglicht. Für kleine Winkel entspricht der Abstand benachbarter Streifen der Laserwellenlänge mal Haar-Schirm-Abstand geteilt durch den Haardurchmesser. Umgestellt ergibt sich Durchmesser gleich Wellenlänge mal Abstand geteilt durch Streifenabstand. Der Rechner verwendet Nanometer für die Wellenlänge, Meter für den Schirmabstand und Millimeter für den Streifenabstand. Die Einheitenrechnung vereinfacht sich so, dass Wellenlänge in Nanometern mal Abstand in Metern geteilt durch Streifenabstand in Millimetern den Zahlenwert in Mikrometern liefert. Ein typischer sichtbarer Laser hat eine Wellenlänge zwischen etwa 400 und 700 Nanometern; menschliche Haare haben häufig Durchmesser von ungefähr 17 bis 180 Mikrometern. Ein roter Laser mit 650 Nanometern, zwei Meter Schirmabstand und 20 Millimeter Streifenabstand ergeben beispielsweise 65 Mikrometer. Dickere Haare erzeugen engere Streifen, während größere Abstände oder längere Wellenlängen das Muster aufweiten. Die Messtechnik beeinflusst die Genauigkeit stark. Befestigen Sie ein einzelnes Haar senkrecht quer durch den Strahl, stellen Sie den Schirm rechtwinklig dazu auf und messen Sie vom Haar bis zum Schirm. Messen Sie statt eines einzelnen kleinen Intervalls mehrere benachbarte Streifenabstände zusammen und teilen Sie durch die Zahl der Intervalle. Das verringert Ablesefehler am Lineal. Arbeiten Sie in einem abgedunkelten Raum und verwechseln Sie die breite Mitte nicht mit einem gewöhnlichen Abstand benachbarter Streifen. Die Gleichung nutzt die Kleinwinkelnäherung. Sie funktioniert gut, wenn der Schirmabstand deutlich größer als Streifenabstand und Haardurchmesser ist. Bei ungewöhnlich breiten Mustern kann eine exakte Winkelberechnung sinnvoller sein. Haare sind nicht immer kreisrund oder gleichmäßig; eine Drehung kann daher einen anderen scheinbaren Durchmesser ergeben. Schauen Sie vor allem niemals in den Laserstrahl und richten Sie ihn nicht auf Personen, spiegelnde Flächen, Fahrzeuge oder Luftfahrzeuge. Nutzen Sie einen schwachen Unterrichtslaser, kontrollieren Sie Reflexionen und beachten Sie dessen Sicherheitshinweise.

Beispiele zur Beugung am Haar

Diese realistischen Messwerte zeigen den Zusammenhang zwischen Streifenabstand und Haardurchmesser.

VersuchswerteDurchmesserEinordnung
650 nm, 2 m, 20 mm65 MikrometerEin übliches mittelstarkes Haar, gemessen mit einem roten Laser.
532 nm, 1.5 m, 12 mm66.5 MikrometerEin grüner Laser liefert bei anderer Geometrie eine ähnliche Schätzung.
650 nm, 1 m, 10 mm65 MikrometerHalbierter Schirm- und Streifenabstand lassen das Ergebnis unverändert.

So messen Sie Haare durch Beugung

  1. Befestigen Sie ein Haar quer im Strahl eines schwachen Lasers und projizieren Sie das Muster auf einen Schirm.
  2. Geben Sie die angegebene Laserwellenlänge in Nanometern ein.
  3. Messen Sie den Abstand vom Haar zum Schirm und geben Sie ihn ein.
  4. Messen Sie benachbarte Streifenabstände in Millimetern, möglichst als Mittelwert mehrerer Intervalle.
  5. Wählen Sie Haardurchmesser berechnen und vergleichen Sie das Ergebnis mit üblichen Haardicken.

Häufige Fragen zur Beugung am Haar

Warum verhält sich ein undurchsichtiges Haar wie ein Spalt?

Das Babinet-Prinzip verknüpft die Beugung an komplementären Hindernissen und Öffnungen. Außerhalb des ungebeugten Strahls erzeugen ein Haar und ein gleich breiter Spalt dieselbe Streifengeometrie.

Welche Streifen soll ich messen?

Messen Sie von Mitte zu Mitte benachbarter gleichartiger Streifen. Mehrere Intervalle gemeinsam zu messen und durch ihre Anzahl zu teilen verbessert die Genauigkeit.

Welche Laserwellenlänge soll ich verwenden?

Verwenden Sie die auf dem Laser angegebene Wellenlänge, häufig etwa 532 Nanometer für Grün oder 650 Nanometer für Rot. Eine falsche Wellenlänge verursacht einen proportionalen Durchmesserfehler.

Warum ändert sich das Ergebnis beim Drehen des Haars?

Ein Haar kann einen ovalen Querschnitt und wechselnde Dicke haben. Eine Drehung verändert die projizierte Breite, an der der Strahl gebeugt wird.

Ist die Kleinwinkelgleichung exakt?

Sie ist eine Näherung, die bei üblichen Unterrichtsaufbauten sehr gut funktioniert. Größere Beugungswinkel erfordern für höchste Genauigkeit eine trigonometrische Berechnung.