Driftgeschwindigkeitsrechner

Berechnen Sie die Driftgeschwindigkeit von Ladungsträgern und die Stromdichte aus elektrischem Feld, Mobilität und Ladungsträgerkonzentration.

Driftgeschwindigkeit von Elektronen berechnen
Bestimmen Sie die Driftgeschwindigkeit und den Betrag der resultierenden Stromdichte in SI-Einheiten.

Über die Driftgeschwindigkeit

Die Driftgeschwindigkeit ist die mittlere gerichtete Geschwindigkeit, die bewegliche Ladungsträger beim Anlegen eines elektrischen Feldes an ein Material erhalten. Elektronen in einem Leiter bewegen sich durch Wärmebewegung bereits schnell, doch diese zufälligen Bewegungen zeigen in alle Richtungen und heben sich weitgehend auf. Ein elektrisches Feld fügt eine kleine Nettobewegung, die Drift, hinzu und erzeugt dadurch messbaren Strom. In gewöhnlichen Metallen ist die Drift oft überraschend langsam, obwohl sich ein elektrisches Signal sehr schnell durch einen Stromkreis ausbreitet. Bei kleinen Feldstärken ist die Driftgeschwindigkeit proportional zur elektrischen Feldstärke. Die Proportionalitätskonstante ist die Ladungsträgermobilität, eine Materialeigenschaft in Quadratmetern pro Voltsekunde. Dieser Rechner verwendet die Betragsbeziehung v = μE, wobei μ die Mobilität und E die Feldstärke ist. Da Elektronen negativ geladen sind, bewegen sie sich entgegen der üblichen Feldrichtung. Der Rechner gibt jedoch den nichtnegativen Geschwindigkeitsbetrag aus. Die Stromdichte verbindet die mikroskopische Ladungsträgerbewegung mit dem makroskopischen Strom. Ihr Betrag ist J = nqv, wobei n die Anzahl beweglicher Ladungsträger pro Kubikmeter, q die Elementarladung und v die Driftgeschwindigkeit ist. Der Rechner nutzt die exakte Elementarladung von 1.602176634 × 10^-19 Coulomb. Multipliziert man die Stromdichte mit der Querschnittsfläche des Leiters, erhält man den Gesamtstrom in Ampere. Die Mobilität hängt von Material, Temperatur, Reinheit, Kristallstruktur und Ladungsträgertyp ab. Metalle haben extrem hohe Ladungsträgerdichten und relativ geringe Mobilitäten. Halbleiter können dagegen geringere Konzentrationen, aber deutlich höhere Mobilitäten aufweisen. Bei starken Feldern kann die Geschwindigkeit sättigen, sodass das einfache lineare Mobilitätsmodell nicht mehr gilt. Nutzen Sie gemessene Transportdaten für die Analyse von Halbleiterbauelementen bei hohen Feldstärken. Geben Sie alle Größen in SI-Einheiten ein und verwenden Sie für sehr große Ladungsträgerdichten wissenschaftliche Schreibweise, etwa 8.5e28. Die Ergebnisse eignen sich für Übungsaufgaben, Leitervergleiche, Halbleiterabschätzungen und die Prüfung, ob Feldstärke und Materialeigenschaften eine plausible Stromdichte ergeben. Die Berechnung setzt einen einzigen Ladungsträgertyp mit dem Betrag der Elementarladung voraus. Bei mehreren Typen müssen deren einzelne Beiträge zur Stromdichte addiert werden.

Beispiele zur Driftgeschwindigkeit

EingabenErgebnisseEinordnung
E = 0.01 V/m, μ = 0.0043 m²/V·s, n = 8.5e28 1/m³v = 0.000043 m/s; J = 5.855956e5 A/m²Eine metalltypische Ladungsträgerdichte erzeugt schon bei winziger Driftgeschwindigkeit eine erhebliche Stromdichte.
E = 100 V/m, μ = 0.14 m²/V·s, n = 1e20 1/m³v = 14 m/s; J = 224.3047 A/m²Vereinfachtes Halbleiterbeispiel mit höherer Mobilität und weniger Ladungsträgern.
E = 5 V/m, μ = 0.05 m²/V·s, n = 2e21 1/m³v = 0.25 m/s; J = 80.1088 A/m²Driftgeschwindigkeit und Stromdichte skalieren beide linear mit der elektrischen Feldstärke.

So berechnen Sie die Driftgeschwindigkeit

  1. Geben Sie den Betrag der elektrischen Feldstärke in Volt pro Meter ein.
  2. Geben Sie die Mobilität des betreffenden Ladungsträgers in Quadratmetern pro Voltsekunde ein.
  3. Tragen Sie die Konzentration beweglicher Ladungsträger pro Kubikmeter ein, bei Bedarf in wissenschaftlicher Schreibweise.
  4. Wählen Sie Driftgeschwindigkeit berechnen, um Geschwindigkeit und Stromdichte anzuzeigen.

Häufige Fragen zur Driftgeschwindigkeit

Warum driften Elektronen so langsam?

Elektronen werden häufig gestreut und bewegen sich thermisch weitgehend zufällig. Das Feld erzeugt nur einen kleinen gerichteten Mittelwert, selbst bei beträchtlichem Strom.

Breitet sich Elektrizität mit der Driftgeschwindigkeit aus?

Nein. Änderungen des elektromagnetischen Feldes breiten sich im Stromkreis viel schneller aus, als einzelne Ladungsträger durch den Leiter driften.

Was ist Ladungsträgermobilität?

Die Mobilität beschreibt die Driftgeschwindigkeit pro Einheit der elektrischen Feldstärke. Sie hängt von Material, Temperatur, Verunreinigungen und Ladungsträgertyp ab.

Warum zeigt der Rechner eine positive Geschwindigkeit?

Er zeigt die Beträge von Driftgeschwindigkeit und Stromdichte. Elektronen driften entgegen dem Feld, während die technische Stromrichtung mit dem Feld übereinstimmt.

Wann gilt die lineare Formel nicht mehr?

Bei ausreichend hohen Feldstärken können Streuung und Geschwindigkeitssättigung zu nichtlinearem Verhalten führen. Für Bauelementberechnungen ist dann ein feldabhängiges Mobilitätsmodell nötig.