LV-Rechner: linksventrikuläre Funktion

Berechnen Sie linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF), Schlagvolumen, Herzzeitvolumen und LV-Masse aus echokardiografischen Messwerten.

Geben Sie enddiastolischen und endsystolischen LV-Durchmesser, Wanddicke, Herzfrequenz und Körperoberfläche ein, um wichtige Herzfunktionsparameter zu berechnen.

LV-Rechner: linksventrikuläre Funktion
Berechnen Sie linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF), Schlagvolumen, Herzzeitvolumen und LV-Masse aus echokardiografischen Messwerten.

Über den LV-Rechner

Der linke Ventrikel (LV) ist die wichtigste Pumpkammer des Herzens. Er wirft sauerstoffreiches Blut in die Aorta und den Körperkreislauf aus. Die Beurteilung der linksventrikulären Funktion ist zentral in der Kardiologie und erfolgt routinemäßig mittels Echokardiografie, also Herzultraschall. Der LV-Rechner bestimmt vier wichtige Parameter aus standardmäßigen M-Mode-Messungen. Die linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF) ist das klinisch wichtigste Maß der systolischen Pumpfunktion. Sie bezeichnet den Anteil des Blutes, der pro Herzschlag aus dem LV ausgeworfen wird. Berechnet wird sie nach Teichholz: LVEF (%) = (EDV − ESV) / EDV × 100. Die Volumina werden aus linearen Abmessungen mit der kubischen Formel abgeleitet (Volumen = 7 × D³ / (2.4 + D)). Eine normale LVEF ist ≥ 55%. Werte von 45–54% zeigen eine leichte, 30–44% eine mäßige und unter 30% eine starke Funktionseinschränkung, entsprechend einer Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF). Das Schlagvolumen (SV) ist die pro Herzschlag ausgeworfene Blutmenge, berechnet als EDV minus ESV. Es wird in Millilitern (mL) angegeben. Normal sind in Ruhe etwa 60–100 mL. Das Schlagvolumen hängt von Vorlast (Ventrikelfüllung), Nachlast (Auswurfwiderstand) und myokardialer Kontraktilität ab. Das Herzzeitvolumen (CO) ist die pro Minute gepumpte Blutmenge und ergibt sich aus Schlagvolumen mal Herzfrequenz. Es wird in Litern pro Minute (L/min) angegeben und beträgt in Ruhe normalerweise etwa 4–8 L/min. Es ist ein wesentlicher Faktor der Sauerstoffversorgung des Gewebes und bei Herzinsuffizienz vermindert. Die LV-Masse wird mit der ASE-Formel der American Society of Echocardiography berechnet: LV-Masse = 0.8 × (1.04 × (LVEDD + IVSD + LVPWD)³ − LVEDD³) + 0.6. IVSD und LVPWD bezeichnen die Dicke des interventrikulären Septums beziehungsweise der Hinterwand. Dieser Rechner verwendet einen vereinfachten Ansatz mit einheitlicher Wanddicke. Der LV-Massenindex (LVMI) bezieht die LV-Masse auf die Körperoberfläche; Normalwerte liegen bei Frauen unter 95 g/m² und bei Männern unter 115 g/m². Diese Messgrößen werden häufig zur Diagnose und Behandlung von Herzinsuffizienz, Kardiomyopathien, Herzklappenfehlern und hypertensiver Herzkrankheit verwendet. Der Rechner nutzt validierte echokardiografische Formeln und liefert Ergebnisse zu Bildungszwecken und als klinische Referenz.

Beispiele für den LV-Rechner

Klinische Situationen mit unterschiedlichen Zuständen der linksventrikulären Funktion.

Echokardiografische EingabenLVEFKlinische Einordnung
LVEDD 5.2 cm, LVESD 3.1 cm, HR 72, BSA 1.8 m²~71%Normale LV-Funktion. EDV ≈ 130 mL, ESV ≈ 38 mL, SV ≈ 92 mL, CO ≈ 6.6 L/min.
LVEDD 6.5 cm, LVESD 5.2 cm, HR 85, BSA 1.7 m²~40%Mäßig reduzierte Ejektionsfraktion. Dilatierter LV mit eingeschränkter systolischer Funktion.
LVEDD 4.8 cm, LVESD 2.8 cm, HR 68, BSA 1.9 m²~73%Normale LVEF bei erhöhter Wanddicke als Hinweis auf LV-Hypertrophie.
LVEDD 5.0 cm, LVESD 3.8 cm, HR 78, BSA 1.75 m²~48%Leicht reduzierte Ejektionsfraktion. Grenzwertige systolische Funktionsstörung mit Kontrollbedarf.

So verwenden Sie den LV-Rechner

  1. Erheben Sie M-Mode-Messwerte: enddiastolischer LV-Durchmesser (LVEDD), endsystolischer LV-Durchmesser (LVESD) und Wanddicke in Zentimetern.
  2. Geben Sie die Herzfrequenz in Schlägen pro Minute (bpm) und die Körperoberfläche (BSA) in m² ein.
  3. Klicken Sie auf Berechnen, um LVEF, Schlagvolumen, Herzzeitvolumen, LV-Masse und LV-Massenindex zu erhalten.
  4. Ordnen Sie die Ergebnisse anhand der Referenzbereiche ein: LVEF ≥ 55% ist normal; für eine gültige Berechnung muss LVESD kleiner als LVEDD sein.
  5. Bewerten Sie die Ergebnisse zusammen mit Anamnese und weiteren Untersuchungen. Das Tool dient der Bildung und Orientierung.

Häufige Fragen zum LV-Rechner

Was ist eine normale LVEF?
Eine normale linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF) beträgt mindestens 55%. Werte von 45–54% zeigen eine leichte, 30–44% eine mäßige und unter 30% eine starke Einschränkung. Referenzbereiche können zwischen Einrichtungen und echokardiografischen Leitlinien leicht variieren.
Welche Formel verwendet der Rechner für die LVEF?
Er nutzt die Teichholz-Formel, eine Standardmethode zur Schätzung von LV-Volumina aus linearen M-Mode-Messungen. Es gilt V = 7 × D³ / (2.4 + D), wobei D der Durchmesser in Zentimetern ist. Danach folgt LVEF = (EDV − ESV) / EDV × 100. Bei komplexeren Geometrien, etwa regionalen Wandbewegungsstörungen, kann die biplane Simpson-Methode geeigneter sein.
Was ist das Herzzeitvolumen und warum ist es wichtig?
Es ist die pro Minute gepumpte Blutmenge, also Schlagvolumen mal Herzfrequenz. Normal sind in Ruhe 4–8 L/min. Ein vermindertes Herzzeitvolumen zeigt, dass das Herz den Körperbedarf nicht deckt. Dies liegt Herzinsuffizienzsymptomen wie Müdigkeit, Atemnot und reduzierter Belastbarkeit zugrunde.
Worauf weist ein erhöhter LV-Massenindex hin?
Ein erhöhter LV-Massenindex über 95 g/m² bei Frauen oder 115 g/m² bei Männern weist auf eine linksventrikuläre Hypertrophie (LVH) hin. Häufige Ursachen sind Bluthochdruck, Aortenstenose oder hypertrophe Kardiomyopathie. LVH ist ein Risikofaktor für kardiovaskuläre Ereignisse und ein wichtiges Ziel der Hypertoniebehandlung.
Kann der Rechner einen formalen Echokardiografiebefund ersetzen?
Nein. Er liefert Schätzungen mit vereinfachten Formeln und dient nur der Bildung und Orientierung. Eine formale Auswertung erfordert geschultes Ultraschallpersonal, kardiologische Expertise sowie die Einbeziehung von Klinik, Bildqualität und mehreren Messebenen. Für die Patientenversorgung ist stets der klinische Echokardiografiebefund maßgeblich.
Warum muss LVESD kleiner als LVEDD sein?
LVESD beschreibt als endsystolischer Durchmesser die LV-Größe nach der Kontraktion, LVEDD als enddiastolischer Durchmesser die Größe davor. Physiologisch zieht sich der LV auf ein kleineres Volumen zusammen, daher muss LVESD kleiner sein. Ist LVESD gleich groß oder größer als LVEDD, sind die Eingaben falsch oder es liegt ein Messfehler vor.