Light-Kriterien-Rechner für Pleuraergüsse

Ordnen Sie Pleuraflüssigkeit anhand gepaarter Protein- und LDH-Werte als exsudativ oder wahrscheinlich transsudativ ein.

Light-Kriterien anwenden
Verwenden Sie etwa zeitgleich entnommene Proben von Pleuraflüssigkeit und Serum.

Über die Light-Kriterien

Die Light-Kriterien helfen, exsudative von transsudativen Pleuraergüssen zu unterscheiden. Das grenzt die Differenzialdiagnose ein und leitet weitere Untersuchungen. Exsudate weisen meist auf lokale Pleuraentzündung, Infektion, Malignität, Gefäßschädigung oder gestörten Lymphabfluss hin. Transsudate entstehen häufiger durch systemische Änderungen des hydrostatischen oder onkotischen Drucks, etwa bei Herzinsuffizienz oder Leberzirrhose. Ein Erguss gilt als exsudativ, wenn mindestens einer von drei Befunden vorliegt: Proteinquotient Pleuraflüssigkeit/Serum größer als 0.5; Laktatdehydrogenase-Quotient Pleuraflüssigkeit/Serum größer als 0.6; oder Pleura-LDH über zwei Dritteln der oberen Labornormgrenze für Serum-LDH. Trifft nichts davon zu, ist die Flüssigkeit wahrscheinlich transsudativ. Der Rechner zeigt beide Quotienten und die Zahl erfüllter Kriterien, damit die Einordnung direkt nachvollziehbar ist. Pleura- und Serumproben sollten möglichst zeitnah zueinander entnommen werden. Die obere Normgrenze der Serum-LDH muss vom ausführenden Labor stammen. Einheiten kürzen sich im Quotienten nur heraus, wenn die gepaarten Werte dieselben Einheiten verwenden. Das dritte Kriterium vergleicht die Pleura-LDH mit einem Serum-Referenzgrenzwert, nicht mit der gemessenen Serum-LDH des Patienten. Eine falsche Referenz oder gemischte Einheiten können die Einordnung verändern. Die Kriterien sind bewusst empfindlich für Exsudate, können aber echte Transsudate fälschlich als exsudativ einstufen. Dies ist besonders bei Herzinsuffizienz nach Diuretikatherapie bekannt. Spricht das klinische Bild trotz eines grenzwertigen Ergebnisses deutlich für ein Transsudat, können Ärzte weitere Größen wie den Serum-Pleura-Albumin- oder Proteingradienten, natriuretische Peptide, Bildgebung und das gesamte Therapieansprechen berücksichtigen. Die Einordnung ist der Beginn der Abklärung, keine Diagnose. Je nach Befund können Zellzahl, pH, Glukose, Gramfärbung und Kultur, Zytologie, Triglyzeride, Hämatokrit, Mikrobiologie und weitere Untersuchungen sinnvoll sein. Atemnot, Fieber, Empyemverdacht, Trauma oder ein großer beziehungsweise rasch zunehmender Erguss erfordern eine zeitnahe klinische Beurteilung. Dieser Rechner unterstützt die fachliche Interpretation und ersetzt weder Standards zur Pleurapunktion noch Laborprüfung, Bildgebung oder fachärztliches Urteil.

Beispiele zu den Light-Kriterien

MesswerteEinordnungBegründung
Protein 4/6; LDH 220/300; Normobergrenze 250ExsudativAlle drei Kriterien sind erfüllt.
Protein 2/7; LDH 100/300; Normobergrenze 240Wahrscheinlich transsudativKein Kriterium ist erfüllt.
Protein 3/6; LDH 190/350; Normobergrenze 240ExsudativDas LDH-Obergrenzenkriterium ist erfüllt, obwohl keiner der beiden Quotienten seinen Grenzwert überschreitet.

So wenden Sie die Light-Kriterien an

  1. Geben Sie die gepaarten Proteinwerte aus Pleuraflüssigkeit und Serum ein.
  2. Geben Sie die gepaarten LDH-Werte aus Pleuraflüssigkeit und Serum ein.
  3. Geben Sie den oberen Normwert der Serum-LDH des berichtenden Labors ein.
  4. Wählen Sie Light-Kriterien anwenden und prüfen Sie jeden Grenzwert.
  5. Bewerten Sie die Einordnung zusammen mit dem klinischen Bild und weiteren Pleurauntersuchungen.

Häufige Fragen zu den Light-Kriterien

Müssen alle drei Kriterien positiv sein?

Nein. Bereits ein erfülltes Kriterium reicht zur Einordnung als exsudativer Erguss.

Was gilt, wenn kein Kriterium erfüllt ist?

Nach den Light-Kriterien ist der Erguss wahrscheinlich transsudativ. Zur Ursachenklärung bleibt der klinische Kontext erforderlich.

Warum muss die obere Normgrenze der Serum-LDH eingegeben werden?

Das dritte Kriterium nutzt zwei Drittel der oberen Serum-Referenzgrenze des Labors. Diese ist nicht mit der gemessenen Serum-LDH des Patienten gleichzusetzen.

Können Diuretika die Einordnung beeinflussen?

Ja. Diurese kann Pleuraflüssigkeit konzentrieren, sodass manche Transsudate bei Herzinsuffizienz die Exsudatgrenzwerte erreichen.

Ermitteln die Light-Kriterien die verursachende Erkrankung?

Nein. Sie ordnen die Flüssigkeit physiologisch ein. Anamnese, Bildgebung und zusätzliche Flüssigkeitsanalysen klären die wahrscheinliche Ursache.