Schockindex-Rechner

Berechnen Sie das Verhältnis von Herzfrequenz zu systolischem Blutdruck zur schnellen hämodynamischen Beurteilung.

Schockindex bestimmen
Geben Sie Herzfrequenz und systolischen Blutdruck ein, die ungefähr gleichzeitig gemessen wurden.

Über den Schockindex

Der Schockindex ist ein dimensionsloses Verhältnis aus Herzfrequenz in Schlägen pro Minute und systolischem Blutdruck in mmHg. Er verbindet zwei vertraute Vitalzeichen zu einem schnellen Maß für die kardiovaskuläre Belastung. Bei einer Herzfrequenz von 72 und einem systolischen Druck von 120 beträgt der Index 0.60. Bei vielen stabilen Erwachsenen sind Werte um 0.50 bis 0.70 üblich. Steigende Werte können vermindertes zirkulierendes Volumen, Blutungen, Sepsis, Trauma, Herzfunktionsstörungen oder andere Ursachen einer eingeschränkten Perfusion begleiten. Das Verhältnis kann eine Verschlechterung aufzeigen, die ein einzelnes Vitalzeichen scheinbar verdeckt. So können eine Herzfrequenz nahe der oberen und ein systolischer Druck nahe der unteren Normgrenze einzeln akzeptabel wirken, zusammen aber einen erhöhten Index ergeben. Verlaufsmessungen sind oft aussagekräftiger als ein Einzelwert, da ein Anstieg eine physiologische Verschlechterung widerspiegeln kann. Der Index wird ergänzend in Notfallmedizin, Traumaversorgung, Geburtshilfe und Intensivmedizin genutzt; Grenzwerte hängen von Population und Zweck ab. Die Interpretation erfordert Vorsicht. Alter, Schwangerschaft, Fieber, Schmerz, Angst, Betablocker, Herzschrittmacher, Blutdrucksenker, sportlicher Trainingszustand und chronische Erkrankungen können Herzfrequenz oder Blutdruck unabhängig von einem Schock verändern. Kinder haben altersabhängige Vitalzeichen und sollten nicht anhand eines allgemeinen Erwachsenenbereichs beurteilt werden. Ältere Menschen oder Personen unter frequenzsenkender Medikation können auch ohne Tachykardie eine schwere Minderperfusion haben. Umgekehrt benennt ein erhöhter Wert nicht die Ursache. Messungen sollten genau und zeitnah zueinander erfolgen, möglichst bevor eine Intervention einen der Werte verändert. Wiederholen Sie unerwartete Vitalwerte, verwenden Sie die richtige Manschettengröße und beurteilen Sie Bewusstseinslage, Rekapillarisierungszeit, Hautbefunde, Urinausscheidung, Laktat, Blutungen, Infektionen und weitere relevante Hinweise. Der modifizierte Schockindex nutzt den mittleren arteriellen statt des systolischen Drucks und ist eine andere Berechnung. Dieses Tool liefert nur das herkömmliche Verhältnis. Es kann weder einen Schock diagnostizieren noch individuelle Verläufe vorhersagen oder eine Notfallbeurteilung ersetzen. Ohnmacht, Verwirrtheit, Brustschmerz, schwere Atemnot, kaltschweißige Haut oder der Verdacht auf starke Blutungen erfordern sofortige medizinische Hilfe, unabhängig vom berechneten Wert.

Beispiele zum Schockindex

VitalzeichenSchockindexAllgemeine Einordnung
HF 72, systolischer Blutdruck 1200.60Im typischen Bereich eines stabilen Erwachsenen.
HF 90, systolischer Blutdruck 1000.90Erhöht; Verlauf und Perfusion beurteilen.
HF 120, systolischer Blutdruck 801.50Deutlich erhöht und bei akut kranken Erwachsenen bedenklich.

So berechnen Sie den Schockindex

  1. Messen Sie Herzfrequenz und systolischen Blutdruck ungefähr gleichzeitig.
  2. Geben Sie die Herzfrequenz in Schlägen pro Minute und den systolischen Druck in mmHg ein.
  3. Wählen Sie Schockindex berechnen, um Herzfrequenz durch systolischen Druck zu teilen.
  4. Ordnen Sie den Wert anhand von Symptomen, Untersuchung, Medikamenten und dem Verlauf der Vitalzeichen ein.

Häufige Fragen

Welcher Schockindex gilt als normal?

Für stabile Erwachsene wird häufig ein Bereich um 0.50 bis 0.70 genannt. Population, Versorgungssituation, Medikamente und Messbedingungen beeinflussen die Einordnung.

Diagnostiziert ein hoher Schockindex einen Schock?

Nein. Er zeigt ein möglicherweise bedenkliches Verhältnis zwischen Puls und systolischem Druck, benennt aber keine Ursache. Eine Diagnose erfordert eine dringende klinische Beurteilung und stützende Befunde.

Warum ein Verhältnis statt einzelner Vitalzeichen verwenden?

Das Verhältnis kann eine kompensatorische Belastung aufdecken, obwohl jedes Vitalzeichen noch nahe am Referenzbereich liegt. Verlaufstrends ergänzen daher die routinemäßige Überwachung.

Können Betablocker das Ergebnis beeinflussen?

Ja. Frequenzsenkende Medikamente können den erwarteten Pulsanstieg verhindern und einen irreführend niedrigen Index ergeben. Ärztliches Personal muss Medikamenten- und Schrittmachereffekte berücksichtigen.

Ist der Schockindex für Kinder gültig?

Ein einzelner Erwachsenengrenzwert passt nicht für alle Kinder, da normale Puls- und Blutdruckwerte altersabhängig sind. Die pädiatrische Beurteilung sollte altersspezifische Hilfsmittel und klinische Protokolle nutzen.