PERC-Rechner

Wenden Sie alle acht Ausschlusskriterien für Lungenembolie bei einem Patienten mit bereits als niedrig bewerteter Vortestwahrscheinlichkeit an.

Ausschlusskriterien für Lungenembolie
Geben Sie objektive Messwerte ein und markieren Sie jedes vorhandene klinische Kriterium.

Über die PERC-Regel

Die Pulmonary Embolism Rule-out Criteria, kurz PERC, sind eine klinische Entscheidungsregel zur Vermeidung unnötiger Untersuchungen in einer eng definierten Gruppe: Patienten mit Verdacht auf Lungenembolie, deren Vortestwahrscheinlichkeit bereits ärztlich als niedrig beurteilt wurde. Die Regel prüft acht Befunde. PERC-negativ ist ein Patient nur, wenn alle fehlen. Liegt ein einziges Kriterium vor, ist PERC positiv und eine Lungenembolie lässt sich mit dieser Regel allein nicht ausschließen. Die acht Kriterien sind ein Alter ab fünfzig Jahren, Puls von mindestens hundert Schlägen pro Minute, Sauerstoffsättigung unter fünfundneunzig Prozent, einseitige Beinschwellung, Hämoptyse, kürzliche Operation oder erhebliches Trauma, frühere Lungenembolie oder tiefe Venenthrombose sowie exogene Östrogene. Der Rechner leitet die ersten drei aus den Messwerten ab und addiert einen Punkt je markiertem klinischem Eintrag. Die Summe zeigt die Zahl vorhandener Kriterien, doch die validierte Entscheidung ist grundsätzlich binär: null ist negativ, eins oder mehr positiv. PERC gehört nach die erste klinische Beurteilung, nicht davor. Es soll weder bei mittlerer oder hoher Vortestwahrscheinlichkeit noch bei Personen ohne tatsächlichen LE-Verdacht oder als Selbsttest angewendet werden. Je nach Umfeld wird das niedrige Risiko durch klinischen Gesamteindruck oder einen validierten Pfad wie den Wells-Score mit lokalen Vorgaben festgestellt. Bei sachgerechter Anwendung kann ein negatives PERC-Ergebnis ein so geringes Restrisiko bedeuten, dass keine D-Dimere nötig sind. Ein positives Ergebnis verlangt meist die Fortsetzung des üblichen Diagnosepfads und stellt keine Diagnose. Messungen und Anamnese erfordern Sorgfalt. Sauerstoffsättigung kann durch schlechtes Signal, Bewegung, Nagelprodukte, Durchblutung, Höhe und zusätzliche Sauerstoffgabe beeinflusst werden. Tachykardie hat viele Ursachen. Die Definition von Operation oder Trauma und Östrogenexposition muss dem Protokoll der behandelnden Einrichtung folgen. Venöse Thromboembolien in der Vorgeschichte umfassen Lungenembolie und tiefe Venenthrombose. Klinische Merkmale, Schwangerschaft, Wochenbett, Antikoagulanzien und lokale Prävalenz können die Eignung von PERC beeinflussen. Lungenembolie kann lebensbedrohlich sein. Neue unerklärte Atemnot, Brustschmerz, Bluthusten, Ohnmacht, starke Schwäche, niedrige Sauerstoffwerte oder Herzrasen erfordern dringend professionelle Abklärung. Verzögern Sie keine Notfallversorgung wegen eines Online-Scores. Dieser Rechner ist eine Lernhilfe zur Acht-Punkte-Regel; er kann niemanden untersuchen, die Vortestwahrscheinlichkeit feststellen, Untersuchungen anordnen oder lokale Protokolle und ärztliches Urteil ersetzen.

PERC-Beispiele

Klinische BefundeErgebnisBedeutung
Alter 40, Puls 80, Sauerstoff 98%, alle Anamnesepunkte fehlen0 / 8, PERC-negativKann den Verzicht auf weitere LE-Diagnostik nur nach Feststellung einer niedrigen Vortestwahrscheinlichkeit stützen.
Alter 65, Puls 110, Sauerstoff 92%, alle übrigen Punkte fehlen3 / 8, PERC-positivAlters-, Puls- und Sauerstoffkriterium sind erfüllt.
Alter 35, Puls 88, Sauerstoff 97%, frühere TVT vorhanden1 / 8, PERC-positivSchon ein positives Kriterium verhindert den Ausschluss durch PERC.

So verwenden Sie den PERC-Rechner

  1. Bestätigen Sie zunächst, dass eine qualifizierte ärztliche Beurteilung eine niedrige LE-Vortestwahrscheinlichkeit ergeben hat.
  2. Geben Sie Alter, Puls und gemessene Sauerstoffsättigung ein.
  3. Markieren Sie alle vorhandenen Kriterien aus Anamnese und Untersuchung.
  4. Wählen Sie PERC-Score berechnen und folgen Sie dem geltenden klinischen Diagnosepfad.

Häufige Fragen zum PERC-Rechner

Was bedeutet PERC-negativ?

Alle acht Kriterien fehlen. Bei passend ausgewählten Niedrigrisikopatienten kann dies den Abschluss der LE-Abklärung ohne D-Dimere unterstützen.

Diagnostiziert PERC-positiv eine Lungenembolie?

Nein. Es bedeutet nur, dass PERC eine LE nicht ausschließen kann. Weitere Abklärung folgt ärztlichem Urteil und dem lokalen Diagnosepfad.

Eignet sich PERC für jeden Patienten mit Brustschmerz?

Nein. Zuerst muss ärztlich eine niedrige LE-Vortestwahrscheinlichkeit festgestellt werden. Die Anwendung bei mittlerem oder hohem Risiko kann unsicher sein.

Warum liegt die Grenze bei null?

Die Regel wurde als acht zwingend negative Befunde validiert, nicht als abgestufter Risikoscore. Schon ein vorhandenes Kriterium macht sie positiv.

Sind nach positivem Ergebnis immer D-Dimere nötig?

Nicht unbedingt. Der nächste Schritt hängt von Vortestwahrscheinlichkeit, Patientenfaktoren und lokalen Protokollen ab. Ärztlich können D-Dimere, Bildgebung oder ein anderer Weg gewählt werden.