Frailty-Index-Rechner

Berechnen Sie einen Frailty-Index nach dem Defizitakkumulationsmodell aus vorhandenen und erfassten Gesundheitsdefiziten.

Geriatrische Vulnerabilität abschätzen
Verwenden Sie eine einheitliche, validierte Defizitliste und zählen Sie Teildefizite gemäß den Vorgaben des Instruments.

Über den Frailty-Index

Ein Frailty-Index beschreibt, welcher Anteil eines festgelegten Satzes von Gesundheitsdefiziten bei einer Person vorliegt. Dazu können Symptome, Erkrankungen, funktionelle Einschränkungen, kognitive Befunde, Stimmungsprobleme, Sinnesstörungen und auffällige Laborwerte gehören. Der Defizitakkumulationsansatz geht davon aus, dass die Vulnerabilität meist zunimmt, wenn sich viele kleine Probleme über verschiedene physiologische Systeme hinweg ansammeln. Er unterscheidet sich von phänotypbasierten Instrumenten, die sich auf wenige Merkmale wie Schwäche, Langsamkeit, Erschöpfung, Gewichtsverlust und geringe Aktivität konzentrieren. Die Berechnung ist einfach: Die Zahl vorhandener Defizite wird durch die Zahl tatsächlich erfasster Defizite geteilt. Liegen sechs von vierzig erfassten Defiziten vor, beträgt der Index 0.150 oder 15 Prozent. Ein vollständiges Instrument kann einzelne Variablen mit null, einem halben oder einem Punkt bewerten, statt nur ganze Anzahlen zu verwenden. Dieser vereinfachte Rechner akzeptiert ganzzahlige Summen. Teilwerte sollten deshalb vorher nach den veröffentlichten Regeln des gewählten Instruments zusammengeführt werden. Für ein interpretierbares Ergebnis muss die Defizitliste ausreichend breit sein, mehrere Organsysteme abdecken und einheitlich angewendet werden. Die Defizite sollten mit dem Alter häufiger werden, ohne nahezu allgemein vorzuliegen. Fehlende Daten verkleinern den Nenner. In der Forschung werden häufig mindestens dreißig bis vierzig mögliche Defizite verwendet, es gibt jedoch auch kürzere validierte Instrumente. Beim Vergleich von Werten aus unterschiedlichen Listen ist Vorsicht nötig, da Auswahl, Kodierung und Regeln für fehlende Daten den Wert verändern können. Die angezeigten Kategorien verwenden grobe Bereiche zu Lernzwecken: unter 0.10 gilt als robust, 0.10 bis unter 0.25 als präfrail und 0.25 oder höher als frail. Grenzwerte unterscheiden sich je nach Einsatz und Zweck. Das Risiko verändert sich kontinuierlich, nicht sprunghaft an einer Grenze. Alter und Geschlecht liefern Kontext, verändern aber nicht das arithmetische Verhältnis. Ärztliches Personal sollte den Index zusammen mit Funktion, Kognition, sozialer Unterstützung, akuten Erkrankungen, Medikamenten, Zielen und bisherigem Verlauf einordnen. Frailty ist klinisch hilfreich, weil sie eine erhöhte Anfälligkeit für Stürze, Krankenhausaufenthalte, Delir, Behinderung, verlängerte Erholung und Behandlungskomplikationen erkennen lässt. Sie ist nicht zwangsläufig dauerhaft. Bewegung, ausreichende Ernährung, Medikamentenprüfung, Rehabilitation, Behandlung reversibler Erkrankungen und soziale Unterstützung können die Widerstandskraft verbessern. Das Ergebnis sollte bei Bedarf ein umfassendes geriatrisches Assessment anstoßen, nicht eine Person abstempeln oder hilfreiche Behandlungen ausschließen. Neu auftretende ausgeprägte Schwäche, Verwirrtheit, Stürze oder die Unfähigkeit, den Alltag zu bewältigen, erfordern eine zeitnahe medizinische Abklärung.

Beispiele für den Frailty-Index

Vorhandene und erfasste DefiziteIndexScreening-Kategorie
3 von 40 Defiziten0.075 (7.5%)Robuster Bereich in dieser Einteilung zu Lernzwecken.
6 von 40 Defiziten0.150 (15.0%)Präfrailer Bereich und Anlass, veränderbare Risiken zu prüfen.
12 von 40 Defiziten0.300 (30.0%)Frailer Bereich, der umfassenden klinischen Kontext erfordert.

So berechnen Sie einen Frailty-Index

  1. Wählen Sie eine validierte Gesundheitsdefizitliste mit einheitlichen Definitionen.
  2. Prüfen Sie alle verfügbaren Merkmale und zählen Sie die vorhandenen Defizite.
  3. Geben Sie die vorhandene Anzahl und die tatsächlich erfasste Gesamtzahl ein.
  4. Wählen Sie Frailty-Index berechnen und ordnen Sie das Verhältnis klinisch ein.

Häufige Fragen zum Frailty-Index

Wie wird ein Frailty-Index berechnet?

Teilen Sie die angesammelten Defizite durch die Zahl der geeigneten, erfassten Defizite. Das Ergebnis reicht von null in Richtung eins; höhere Werte bedeuten größere Vulnerabilität.

Was zählt als Gesundheitsdefizit?

Eine validierte Liste kann Erkrankungen, Symptome, Behinderungen, Kognition, Stimmung und klinische Messwerte enthalten. Die Merkmale müssen einheitlich definiert und bewertet werden.

Ist 0.25 immer der Grenzwert für Frailty?

Nein. Ein Wert um 0.25 wird in der Forschung häufig verwendet, doch Schwellen variieren je nach Instrument und Einsatz. Das Risiko ist kontinuierlich und muss klinisch eingeordnet werden.

Erhöht das Alter automatisch den Wert?

Das Alter geht nicht direkt in das hier berechnete Verhältnis ein. Ältere Bevölkerungsgruppen sammeln meist mehr Defizite an, doch Gleichaltrige können sehr unterschiedliche Werte haben.

Kann sich Frailty verbessern?

Frailty kann sich mit der Zeit verändern, besonders wenn reversible Ursachen behandelt werden. Bewegung, Ernährung, Medikamentenprüfung, Rehabilitation und soziale Unterstützung können Funktion und Widerstandskraft verbessern.