Benzodiazepin-Umrechner

Vergleichen Sie ungefähre Äquivalenzdosen gängiger Benzodiazepine anhand ihrer relativen Wirkstärke gegenüber Diazepam.

Äquivalenzdosen von Benzodiazepinen
Wählen Sie Ausgangs- und Zielmedikament und geben Sie die Dosis sowie optional die tägliche Einnahmehäufigkeit ein.

Über die Umrechnung von Benzodiazepinen

Die Benzodiazepin-Umrechnung schätzt ab, wie eine Dosis eines Medikaments einer Dosis eines anderen Wirkstoffs derselben Klasse entspricht. Ärztinnen und Ärzte können Äquivalenztabellen bei einer Therapieumstellung, zur Bewertung der Gesamtexposition oder zur Planung eines eng überwachten Ausschleichens heranziehen. Der Rechner drückt die Ausgangsdosis zunächst als ungefähres Diazepam-Äquivalent aus und teilt diese Menge anschließend durch die Diazepam-äquivalente Wirkstärke des Zielmedikaments. So entsteht eine einheitliche Vergleichsbasis für Wirkstoffe mit deutlich unterschiedlichen Milligrammdosen. Äquivalenz bedeutet nicht Austauschbarkeit. Veröffentlichte Tabellen unterscheiden sich, weil die klinische Reaktion von Indikation, Behandlungsdauer, Alter, Leberfunktion, Begleitmedikation, Toleranz, aktiven Metaboliten und individueller Empfindlichkeit abhängt. Auch die Halbwertszeit ist wichtig. Kurz wirksame Medikamente können ausgeprägtere Konzentrationsspitzen und Entzugssymptome zwischen Einnahmen verursachen, während sich lang wirksame Medikamente bei wiederholter Gabe anreichern können. Zwei hinsichtlich der Wirkstärke äquivalente Dosen können sich daher unterschiedlich anfühlen und eine andere Überwachung erfordern. Das angezeigte Einzeldosisergebnis verwendet nur die gewählte Ausgangsdosis. Wird eine tägliche Einnahmehäufigkeit angegeben, wird die umgerechnete Dosis damit multipliziert. Beispielsweise wird ein Milligramm Alprazolam hier als ungefähr zwanzig Milligramm Diazepam dargestellt, ein Milligramm Lorazepam dagegen als ungefähr zehn Milligramm Diazepam. Die Umrechnung nutzt diese relativen Werte, statt gleiche Milligrammdosen als gleichwertig anzunehmen. Dieses Werkzeug dient der Wissensvermittlung und kann weder eine sichere Verordnung noch ein Reduktionsintervall oder einen Entzugsplan festlegen. Eine abrupte Reduktion nach regelmäßiger Einnahme kann schwere Entzugssymptome auslösen, darunter Krampfanfälle, Verwirrtheit und gefährliche autonome Symptome. Die Kombination mit Alkohol, Opioiden, Schlafmitteln oder anderen Sedativa kann zudem zu tiefer Sedierung und Atemproblemen führen. Jede Änderung muss individuell erfolgen und von einer qualifizierten verschreibenden Person begleitet werden, die die vollständige Krankengeschichte kennt. Nutzen Sie die Schätzung als nachvollziehbare Hilfe zum Verständnis einer Umrechnungstabelle oder zur Besprechung einer geplanten Umstellung. Prüfen Sie Medikament, Dosis und tägliche Häufigkeit sorgfältig. Beachten Sie, dass Tabletten und flüssige Darreichungsformen die praktisch mögliche Dosierung begrenzen können. Klinisches Urteil, schrittweise Anpassung und Nachkontrollen bleiben auch bei korrekter Rechnung unverzichtbar.

Beispiele zur Benzodiazepin-Umrechnung

UmrechnungUngefähres ErgebnisEinordnung
1 mg Alprazolam in Diazepam20 mg DiazepamVerwendet für Alprazolam einen Diazepam-Äquivalenzfaktor von 20.
2 mg Clonazepam in Lorazepam4 mg LorazepamBeide werden zunächst über ihre jeweiligen Diazepam-Äquivalenzfaktoren umgerechnet.
10 mg Diazepam in Chlordiazepoxid25 mg ChlordiazepoxidEin höherer Milligrammwert bedeutet keine stärkere klinische Wirkung.

So verwenden Sie den Umrechner

  1. Wählen Sie das derzeit eingenommene Benzodiazepin als Ausgangsmedikament.
  2. Geben Sie die Ausgangsdosis in Milligramm ein und wählen Sie das Vergleichsmedikament.
  3. Geben Sie bei Bedarf die Anzahl täglicher Einnahmen für eine Tagesschätzung ein.
  4. Berechnen Sie das ungefähre Äquivalent und besprechen Sie es mit einer qualifizierten ärztlichen Fachperson.

Häufige Fragen zur Benzodiazepin-Umrechnung

Sind Äquivalenzdosen von Benzodiazepinen exakt?

Nein. Äquivalenztabellen sind ungefähre, populationsbezogene Orientierungshilfen; veröffentlichte Werte können abweichen. Bei der Verordnung müssen Reaktion, Halbwertszeit, Erkrankungen und andere Medikamente berücksichtigt werden.

Kann ich mit diesem Ergebnis selbst das Medikament wechseln?

Nein. Eine unbegleitete Umstellung oder abrupte Dosisreduktion kann Entzug, übermäßige Sedierung oder einen Verlust der Symptomkontrolle auslösen. Besprechen Sie jede Änderung mit der für die Verordnung zuständigen Person.

Warum ist die Halbwertszeit bei der Umrechnung wichtig?

Sie beeinflusst, wie schnell Wirkstoffspiegel steigen und fallen und ob sich aktive Substanzen anreichern. Eine wirkstärkeäquivalente Dosis eines kurz wirksamen Medikaments kann einen anderen zeitlichen Wirkungsverlauf haben als eine lang wirksame Substanz.

Erstellt der Rechner einen Ausschleichplan?

Nein. Er berechnet nur die Dosisäquivalenz und empfiehlt keine Reduktionsgeschwindigkeit. Ausschleichpläne müssen an Einnahmedauer, Symptome, Dosis und klinisches Risiko angepasst werden.

Was bedeutet Diazepam-Äquivalent?

Damit werden verschiedene Benzodiazepindosen auf einer gemeinsamen, auf Diazepam basierenden Wirkstärkeskala ausgedrückt. Das erleichtert Vergleiche, beseitigt aber keine Unterschiede bei Wirkungseintritt, Wirkdauer, Metaboliten oder individuellem Ansprechen.