Rechner für den arteriellen Blut-pH

Berechnen Sie den Blut-pH aus Bicarbonat und arteriellem Kohlendioxidpartialdruck mit der Henderson-Hasselbalch-Gleichung.

pH der arteriellen Blutgasanalyse
Geben Sie Bicarbonat und PaCO2 aus derselben arteriellen Blutgasprobe ein.

Den berechneten arteriellen pH verstehen

Der arterielle Blut-pH spiegelt das Gleichgewicht zwischen der metabolischen Komponente, dargestellt durch Bicarbonat, und der respiratorischen Komponente, dargestellt durch gelöstes Kohlendioxid, wider. Dieser Rechner verwendet die Henderson-Hasselbalch-Gleichung: Der pH ist 6.1 plus der Logarithmus zur Basis 10 des Quotienten aus Bicarbonat und dem Produkt aus 0.03 und PaCO2. Bicarbonat wird in Milliequivalent pro Liter und der arterielle Kohlendioxidpartialdruck in Millimeter Quecksilbersäule eingegeben. Bei typischen Werten von 24 mEq/L und 40 mmHg ergibt sich unter klinischen Standardbedingungen ungefähr 7.40. Ein berechneter pH von 7.35 bis 7.45 gilt allgemein als arterieller Normalbereich. Ein Wert unter 7.35 zeigt eine Azidämie, ein Wert über 7.45 eine Alkalämie an. Diese Begriffe beschreiben die Richtung der pH-Abweichung zu diesem Zeitpunkt, bestimmen aber allein nicht die primäre Störung. Niedriges Bicarbonat kann auf einen metabolisch ansäuernden Prozess hinweisen, hohes PaCO2 auf einen respiratorisch ansäuernden, hohes Bicarbonat auf einen metabolisch alkalisierenden und niedriges PaCO2 auf einen respiratorisch alkalisierenden Prozess. Eine echte Säure-Basen-Beurteilung erfordert alle arteriellen Blutgaswerte und den klinischen Kontext. Kompensation kann Bicarbonat oder PaCO2 so verändern, dass der Wirkung der primären Störung entgegengewirkt wird. Gemischte Störungen können trotz erheblicher Abweichungen einen nahezu normalen pH ergeben. Klinisch wird die beobachtete Kompensation häufig mit Erwartungsregeln wie der Winter-Formel verglichen, die Anionenlücke geprüft und Oxygenierung, Laktat, Elektrolyte, Nierenfunktion, Medikamente sowie der Zeitpunkt von Beatmungsänderungen berücksichtigt. Ein Laboranalysator bestimmt den pH direkt mit einer empfindlichen Elektrode. Der berechnete Wert kann wegen Rundung, Probenhandhabung, Temperatur, Einheitenannahmen oder eines selbst berechneten Bicarbonatwerts geringfügig abweichen. Verzögern Sie niemals eine dringende Abklärung, um dieses Werkzeug zu nutzen. Schwere pH-Störungen können lebensbedrohlich sein; unerwartete arterielle Blutgaswerte müssen zeitnah ärztlich geprüft werden. Dieser Rechner dient der Weiterbildung und mathematischen Gegenprüfung, nicht der Diagnose oder eigenständigen Behandlung.

Beispiele für den arteriellen pH

Arterielle BlutgaswerteBerechneter pHGrundlegende Einordnung
HCO3 24 mEq/L, PaCO2 40 mmHg7.401Normalbereich
HCO3 12 mEq/L, PaCO2 40 mmHg7.100Azidämie
HCO3 30 mEq/L, PaCO2 30 mmHg7.623Alkalämie

So berechnen Sie den arteriellen pH

  1. Entnehmen Sie Bicarbonat und PaCO2 derselben arteriellen Blutgasprobe.
  2. Geben Sie Bicarbonat in mEq/L ein.
  3. Geben Sie PaCO2 in mmHg ein.
  4. Berechnen Sie den pH und beurteilen Sie ihn zusammen mit der vollständigen Blutgasanalyse und dem klinischen Bild.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist der normale arterielle Blut-pH?

Der übliche Referenzbereich liegt bei 7.35 bis 7.45. Laborbereiche und klinische Interpretation können geringfügig abweichen.

Was ist die Henderson-Hasselbalch-Gleichung?

Sie beschreibt die Beziehung zwischen pH, Bicarbonat und gelöstem Kohlendioxid im Blutpuffersystem. Die Konstante 0.03 wandelt PaCO2 in eine ungefähre Konzentration gelösten Kohlendioxids um.

Bedeutet ein niedriger pH immer eine metabolische Azidose?

Nein. Eine Azidämie kann metabolisch, respiratorisch oder durch beides entstehen. Bicarbonat, PaCO2, Kompensation und klinischer Kontext helfen bei der Unterscheidung.

Warum können berechneter und gemessener pH abweichen?

Rundung, Temperatur, Analysemethoden und Probenhandhabung können kleine Unterschiede verursachen. Das angegebene Bicarbonat kann zudem aus gemessenem pH und PaCO2 berechnet statt direkt gemessen sein.

Können venöse Werte verwendet werden?

Die Gleichung kann dieselbe Pufferbeziehung beschreiben, aber venöse und arterielle Referenzwerte sind nicht austauschbar. Nutzen Sie eine zur Probe passende Interpretation und klinische Anleitung.