Rechner für den chemischen Sauerstoffbedarf

Berechnen Sie den CSB aus Blindwert- und Probentitration, um oxidierbare Verunreinigungen in Wasser und Abwasser zu bewerten.

CSB-Titrationsdaten
Geben Sie Titriervolumina, Normalität der Maßlösung und das aufgeschlossene Probenvolumen ein. Verwenden Sie durchgehend Milliliter.

Über den chemischen Sauerstoffbedarf

Der chemische Sauerstoffbedarf, kurz CSB, schätzt die Sauerstoffäquivalente, die bei der chemischen Oxidation oxidierbarer Stoffe im Wasser verbraucht werden. Er dient zur Charakterisierung der Abwasserbelastung, zur Überwachung der Reinigungsleistung und zum Erkennen veränderter industrieller Einleitungen. Ergebnisse werden meist in Milligramm Sauerstoff pro Liter angegeben, sodass sich Proben und Behandlungsstufen auf einer gemeinsamen Grundlage vergleichen lassen. Bei einem üblichen geschlossenen Rückflussverfahren wird die Probe unter sauren Bedingungen mit einem bekannten Überschuss eines starken Oxidationsmittels aufgeschlossen. Anschließend wird das verbleibende Oxidationsmittel titriert. Ein Reagenzienblindwert durchläuft dasselbe Verfahren ohne Probe. Er verbraucht normalerweise mehr Maßlösung als die Probe, da deren oxidierbare Stoffe bereits einen Teil des ursprünglichen Oxidationsmittels verbraucht haben. Die Differenz der Titriervolumina ist daher proportional zum Sauerstoffbedarf. Bei der herkömmlichen Berechnung entspricht der CSB in Milligramm pro Liter der Differenz aus Blindwert- und Probenvolumen in Millilitern, multipliziert mit der Normalität der Maßlösung und 8000, geteilt durch das Probenvolumen in Millilitern. Der Faktor 8000 enthält die Äquivalentmasse des Sauerstoffs und die Einheitenumrechnung. Dieser Rechner wandelt das Ergebnis durch Division durch 1000 auch in Gramm pro Liter um. Alle eingegebenen Volumina müssen den tatsächlich verwendeten Aliquoten entsprechen und in Millilitern angegeben werden. Der CSB ist nicht mit dem biochemischen Sauerstoffbedarf identisch. Er verwendet ein chemisches Oxidationsmittel und kann Verbindungen einschließen, die Mikroorganismen nur schwer abbauen. Der biochemische Sauerstoffbedarf misst dagegen den mikrobiellen Sauerstoffverbrauch während einer festgelegten Inkubationszeit. Der CSB lässt sich meist wesentlich schneller bestimmen und eignet sich daher zur routinemäßigen Prozesskontrolle. Der Zusammenhang beider Größen hängt jedoch von der Abwasserzusammensetzung ab. Verlässliche Ergebnisse erfordern repräsentative Probenahme, korrekte Konservierung, sorgfältige Einstellung der Reagenzien, vollständigen Aufschluss und einen gültigen Methodenblindwert. Chlorid und andere Stoffe können stören, wenn sie nicht nach der vorgeschriebenen Methode kontrolliert werden. Proben mit sehr hohem CSB müssen gegebenenfalls verdünnt werden, damit die Titration im Messbereich bleibt. Dieser Rechner übernimmt nur die Arithmetik nach einem gültigen Laborverfahren. Er kann nicht beurteilen, ob Aufschluss, Endpunkterkennung, Störeinflüsse oder Qualitätskontrollen akzeptabel waren. Befolgen Sie die zugelassene Labormethode und verwenden Sie angemessene signifikante Stellen.

Beispiele zur CSB-Berechnung

Durchgerechnete Titrationswerte zeigen Blindwertkorrektur und Einheitenumrechnung.

TitrationsdatenCSBBerechnung
Blindwert 20 mL; Probentitration 12.5 mL; 0.1 N; Probe 50 mL120 mg/LDie Differenz von 7.5 mL wird mit 0.1 und 8000 multipliziert und durch 50 geteilt.
Blindwert 25 mL; Probentitration 5 mL; 0.25 N; Probe 20 mL2000 mg/L oder 2 g/LEine größere Titriervolumendifferenz und Normalität weisen auf hohen Sauerstoffbedarf hin.
Blindwert 10 mL; Probentitration 8 mL; 0.025 N; Probe 100 mL4 mg/LEine kleine Differenz nach Blindwertkorrektur ergibt einen niedrigen CSB.

So berechnen Sie den CSB

  1. Geben Sie das beim Reagenzienblindwert gemessene Maßlösungsvolumen ein.
  2. Geben Sie das für die aufgeschlossene Probe gemessene Maßlösungsvolumen ein.
  3. Tragen Sie die Normalität der Maßlösung und das Probenaliquot in Millilitern ein.
  4. Wählen Sie Milligramm oder Gramm pro Liter und anschließend CSB berechnen.

Häufige Fragen zum chemischen Sauerstoffbedarf

Was bedeutet ein hoher CSB?

Er weist auf eine größere Menge chemisch oxidierbarer Stoffe in der Probe hin. Bei Abwasser entspricht das häufig einer höheren organischen Belastung; auch einige anorganische Reduktionsmittel tragen dazu bei.

Warum ist ein Blindwert erforderlich?

Der Blindwert bestimmt den Maßlösungsverbrauch ohne Sauerstoffbedarf einer Probe. Wird die Probentitration vom Blindwert abgezogen, erhält man den der Probe zuzuordnenden Oxidationsmittelverbrauch.

Ist CSB dasselbe wie biochemischer Sauerstoffbedarf?

Nein. Der CSB misst chemische Oxidation unter festgelegten Prüfbedingungen. Der biochemische Sauerstoffbedarf misst den von Mikroorganismen während der Inkubation verbrauchten Sauerstoff.

Warum kann der Maßlösungsverbrauch der Probe den Blindwert überschreiten?

Das deutet meist auf vertauschte Eingaben, ein Endpunktproblem, Verunreinigung oder einen Verfahrensfehler hin. Es ergäbe einen negativen CSB, weshalb der Rechner zur Prüfung der Messwerte auffordert.

Lässt sich CSB direkt in organischen Kohlenstoff umrechnen?

Es gibt keine universelle Umrechnung, da Verbindungen unterschiedliche Oxidationszustände und Sauerstoffanforderungen haben. Aus gepaarten Messungen lässt sich gegebenenfalls ein standortspezifischer empirischer Zusammenhang ableiten.