Schärfentiefe-Rechner

Berechnen Sie Nah- und Ferngrenze, gesamte Schärfentiefe und Hyperfokaldistanz für jede Kamera-Objektiv-Kombination.

Schärfentiefe der Kamera
Geben Sie Brennweite, Blende, Motivabstand und Zerstreuungskreis des Sensors ein.

Über die Schärfentiefe

Schärfentiefe ist der Entfernungsbereich um die exakte Fokusebene, der noch ausreichend scharf erscheint. Sie ist keine harte Grenze, an der Schärfe plötzlich endet. Details werden vor und hinter dem Motiv allmählich unschärfer. Nah- und Ferngrenze kennzeichnen die Stellen, an denen die Unschärfe den gewählten Zerstreuungskreis erreicht. Fotografen nutzen diese Grenzen, um Motivfreistellung, Umgebungsdetails und Fokustoleranz vor der Aufnahme abzuwägen. Der Rechner verwendet Brennweite, Blendenzahl, Motivabstand und Zerstreuungskreis. Zuerst wird die Hyperfokaldistanz bestimmt: Brennweite zum Quadrat geteilt durch Blendenzahl mal Zerstreuungskreis, anschließend plus eine Brennweite. Die Nahgrenze ergibt sich aus Hyperfokaldistanz und Motivabstand. Für die Ferngrenze wird der entsprechende Nenner mit umgekehrtem Vorzeichen verwendet; liegt das Motiv auf oder jenseits der Hyperfokaldistanz, reicht die Ferngrenze bis unendlich. Alle optischen Berechnungen erfolgen in Millimetern, die Anzeige in Metern. Eine große Blendenöffnung wie f/2 erzeugt bei sonst gleichen Einstellungen einen flacheren Schärfebereich als f/8. Eine längere Brennweite verringert bei gleichem Aufnahmeabstand meist ebenfalls die Schärfentiefe; weiter entferntes Fokussieren erweitert sie. Das Sensorformat fließt indirekt über den Zerstreuungskreis ein. Üblich sind 0.03 mm für Vollformat, etwa 0.02 mm für APS-C und ungefähr 0.015 mm für Micro Four Thirds, wobei die Standards variieren. Hyperfokales Fokussieren ist besonders für Landschafts- und Straßenfotografie nützlich. Bei Fokus auf die Hyperfokaldistanz reicht der berechnete Schärfebereich ungefähr von der halben Distanz bis unendlich. So bleiben Vordergrunddetails erhalten, ohne so viel Schärfebereich hinter unendlich zu verschenken. Bei Porträts helfen Nah- und Ferngrenze einzuschätzen, ob beide Augen oder mehrere Personen ausreichend scharf bleiben. Die Ergebnisse sind Planungsschätzungen und keine Garantie für wahrgenommene Schärfe. Das endgültige Erscheinungsbild hängt auch von Betrachtungsgröße und -abstand, Sensorauflösung, Objektivleistung, Beugung, Bewegung und Sehvermögen ab. Makrofotografie kann Formeln erfordern, die Abbildungsmaßstab und effektive Blende berücksichtigen. Übliche Gleichungen mit Motivabstand werden daher im extremen Nahbereich ungenauer. Nutzen Sie die Grenzen als Ausgangspunkt und prüfen Sie wichtige Bilder in der vorgesehenen Ausgabegröße.

Beispiele zur Schärfentiefe

KameraeinstellungenBerechneter BereichAnwendung
50 mm, f/2.8, 3 m, CoC 0.03 mm2.73 m bis 3.33 m; Schärfentiefe 0.60 mVollformatporträt mit mäßiger Hintergrundfreistellung.
24 mm, f/8, 5 m, CoC 0.03 mm1.64 m bis unendlich; H 2.42 mWeitwinkellandschaft mit Fokus jenseits der Hyperfokaldistanz.
85 mm, f/4, 10 m, CoC 0.03 mm8.59 m bis 11.97 m; Schärfentiefe 3.38 mTeleaufnahme mit kontrolliertem Schärfebereich.

So berechnen Sie die Schärfentiefe

  1. Geben Sie die auf dem Objektiv angegebene Brennweite in Millimetern ein.
  2. Geben Sie die gewählte Blende als Blendenzahl ein.
  3. Messen Sie den Motivabstand von der Sensorebene aus in Metern.
  4. Wählen Sie einen zum Kameraformat passenden Zerstreuungskreis.
  5. Wählen Sie Schärfentiefe berechnen und prüfen Sie alle vier Ergebnisse.

Häufige Fragen zum Schärfentiefe-Rechner

Was bestimmt die Schärfentiefe?

Blende, Brennweite, Fokusabstand und Zerstreuungskreis beeinflussen das Ergebnis. Größere Blendenöffnungen, längere Brennweiten und nähere Motive erzeugen meist einen flacheren Schärfebereich.

Welchen Zerstreuungskreis sollte ich verwenden?

Übliche Ausgangswerte sind 0.03 mm für Vollformat, 0.02 mm für APS-C und 0.015 mm für Micro Four Thirds. Ein kleinerer Wert legt einen strengeren Schärfemaßstab an.

Was ist die Hyperfokaldistanz?

Sie ist die kürzeste Fokusdistanz, bei der die ferne Schärfegrenze mit den gewählten Einstellungen unendlich erreicht. Beim Fokussieren darauf liegt die Nahgrenze etwa bei der halben Hyperfokaldistanz.

Warum zeigt die Ferngrenze unendlich an?

Die Gleichung hat keine endliche Obergrenze mehr, wenn der Fokus die Hyperfokaldistanz erreicht oder überschreitet. Praktisch sollten Objekte von der Nahgrenze bis zum fernen Hintergrund das gewählte Schärfekriterium erfüllen.

Funktioniert der Rechner für Makrofotografie?

Er kann einen groben Anhaltspunkt liefern, aber übliche Schärfentiefeformeln werden bei hohem Abbildungsmaßstab ungenau. Spezielle Makroberechnungen sollten Abbildungsmaßstab und effektive Blende einbeziehen.