Strahlungsdruck-Rechner

Berechne elektromagnetischen Strahlungsdruck, Kraft und Intensität für absorbierende oder reflektierende Flächen.

Elektromagnetischen Druck berechnen
Modelliere eine isotrope Quelle und eine zur einfallenden Strahlung senkrechte Fläche.

Über Strahlungsdruck

Elektromagnetische Strahlung transportiert neben Energie auch Impuls. Wird Licht von einer Oberfläche absorbiert oder reflektiert, ändert sich sein Impuls und auf die Fläche wirkt eine Kraft. Strahlungsdruck ist diese Kraft geteilt durch die bestrahlte Fläche. Im Alltag ist er meist winzig, wird aber bei starken Lasern, präzisen optischen Systemen, in Sternumgebungen, bei Staubdynamik und bei geplanten Sonnensegel-Raumfahrzeugen wichtig, die über lange Zeit Beschleunigung aufbauen. Dieser Rechner behandelt die Quelle als isotrop, sodass sich ihre Leistung gleichmäßig über eine Kugel verteilt. Die einfallende Intensität ist die Quellenleistung geteilt durch vier Pi mal Abstandsquadrat. Eine vollständig absorbierende Fläche erfährt einen Druck gleich Intensität geteilt durch Lichtgeschwindigkeit. Eine perfekt reflektierende Fläche kehrt den einfallenden Impuls um und erfährt den doppelten Druck. Mittlere Reflexionsgrade werden in diesem vereinfachten Modell linear zwischen den idealen Grenzen interpoliert. Druck mal eingegebener bestrahlter Fläche ergibt die Normalkraft. Mehrere Annahmen sind wesentlich: Die Fläche ist der Strahlung direkt zugewandt, sämtliche nicht reflektierte Energie wird absorbiert, der Strahl ist über die angegebene Fläche gleichmäßig und die Quelle strahlt in alle Richtungen gleich. Ein kollimierter Laserstrahl folgt nicht derselben invers-quadratischen Ausbreitung. Nutze dafür gemessene Intensität oder Leistung geteilt durch die tatsächliche Strahlfläche. Schräger Einfall verringert die normale Impulsübertragung; Transmission, diffuse Streuung, spektrales Verhalten und unvollständige Strahlüberdeckung benötigen ein genaueres optisches Modell. Der Rechner nutzt die exakt definierte Lichtgeschwindigkeit von 299,792,458 Metern pro Sekunde. Ergebnisse in Pascal und Newton können daher in wissenschaftlicher Schreibweise erscheinen. Verwende für solare Anwendungen die solare Bestrahlungsstärke im gewünschten Abstand, statt die Sonne als Punktquelle zu behandeln, sofern kein geeignetes äquivalentes Leuchtkraftmodell vorliegt. Prüfe für technische Entscheidungen die optischen Eigenschaften bei tatsächlicher Wellenlänge und Temperatur, bewerte thermische Lasten und berücksichtige Struktur- und Ausrichtungsunsicherheiten. Das Ergebnis ist eine idealisierte physikalische Schätzung und ersetzt keine optische, thermische oder Raumfahrtsystemanalyse.

Beispiele für Strahlungsdruck

Die Beispiele setzen eine isotrope Quelle und senkrechten Einfall voraus.

Quelle und OberflächeDruck / KraftOberfläche
1,000 W, 10 m, 2 m²2.654e-9 Pa / 5.309e-9 NVollständige Absorption
5,000 W, 2 m, 0.5 m²6.636e-7 Pa / 3.318e-7 NPerfekte Reflexion
100 W, 1 m, 0.1 m²3.982e-8 Pa / 3.982e-9 N50% Reflexionsgrad

So berechnest du Strahlungsdruck

  1. Gib die gesamte von der isotropen Quelle abgestrahlte Leistung ein.
  2. Gib den Abstand zur Quelle und die bestrahlte Oberfläche ein.
  3. Setze den Reflexionsgrad für vollständige Absorption auf null oder für perfekte Reflexion auf 100.
  4. Berechne einfallende Intensität, Strahlungsdruck und resultierende Kraft.

Häufig gestellte Fragen

Warum verdoppelt Reflexion den Strahlungsdruck?

Absorption stoppt den einfallenden Normalimpuls, ideale Reflexion kehrt ihn um. Die Umkehr verursacht die doppelte Impulsänderung und damit bei gleicher Intensität den doppelten Druck.

Hängt Strahlungsdruck von der Wellenlänge ab?

Bei fester Gesamtintensität hängt die ideale Druckformel nicht ausdrücklich von der Wellenlänge ab. Reale Reflexion, Absorption, Transmission und Streuung ändern sich jedoch oft stark mit ihr.

Kann ich dieses Modell für einen Laser verwenden?

Nur wenn die isotrope Ausbreitungsannahme zum Aufbau passt. Bestimme bei einem kollimierten Laser die Intensität aus Strahlleistung und bestrahlter Strahlfläche statt aus kugelförmiger Abstandsausbreitung.

Warum sind die berechneten Kräfte so klein?

Der Druck ist die Intensität geteilt durch die sehr große Lichtgeschwindigkeit. Kleine dauerhafte Kräfte können bei reibungsfreiem Raumflug oder empfindlichen Laborgeräten trotzdem wichtig sein.

Wie beeinflusst der Oberflächenwinkel den Druck?

Der Rechner nimmt senkrechten Einfall an, der die normale Impulsübertragung maximiert. Bei einer geneigten Fläche müssen einfallender Fluss und Impulsänderung entlang der Flächennormalen aufgelöst werden.