Berechnen Sie Ersatzwiderstand, gesamten Quellenstrom und Leistung für bis zu vier parallel geschaltete Widerstände.
Paralleles Widerstandsnetzwerk berechnen
Geben Sie mindestens zwei positive Widerstandswerte und die an allen Zweigen anliegende Spannung ein.
Über parallel geschaltete Widerstände
Widerstände sind parallel geschaltet, wenn jeder zwischen denselben beiden elektrischen Knoten liegt. An allen Zweigen liegt dieselbe Spannung an, während sich der Strom entsprechend den Widerständen aufteilt. Der Leitwert, also der Kehrwert des Widerstands, lässt sich direkt addieren. Der Ersatzwiderstand ist daher der Kehrwert der Summe aller Widerstandskehrwerte. Er ist stets kleiner als der kleinste Einzelwiderstand, weil jeder zusätzliche Zweig einen weiteren Strompfad schafft.
Bei zwei Widerständen lässt sich die Kehrwertgleichung zu Produkt geteilt durch Summe vereinfachen. Bei drei oder vier Bauteilen ist das Addieren der Kehrwerte weniger fehleranfällig; dieses Verfahren wird hier verwendet. Gleiche Widerstände ermöglichen eine einfache Kontrolle: N parallele Widerstände mit dem Wert R ergeben R geteilt durch N. Vier Widerstände mit 100 Ohm ergeben somit 25 Ohm. Das Entfernen eines beliebigen Zweigs erhöht den Ersatzwiderstand.
Mit der Quellenspannung kann der Rechner das ohmsche Gesetz auf das gesamte Netzwerk anwenden. Der Gesamtstrom ist die Spannung geteilt durch den Ersatzwiderstand. Die Gesamtleistung ist Spannung mal Gesamtstrom, also auch Spannung zum Quadrat geteilt durch Ersatzwiderstand. Einzelne Zweigströme lassen sich durch Division der gemeinsamen Spannung durch den jeweiligen Zweigwiderstand bestimmen. Ihre Summe entspricht dem angezeigten Quellenstrom. Ebenso addieren sich die Zweigleistungen zur Gesamtleistung.
Parallele Widerstandsnetzwerke finden sich in Vorspannungsschaltungen, zur Stromaufteilung, in Pull-up- und Pull-down-Anordnungen, Sensorschnittstellen, Lastbänken, Abschlüssen und zur Erzeugung individueller Widerstandswerte. Sie können auch unbeabsichtigt entstehen, wenn ein Messgerät oder eine weitere Schaltungsstufe ein Bauteil belastet. Ein Voltmeter mit endlichem Eingangswiderstand liegt parallel zum gemessenen Element und verringert dessen wirksamen Widerstand leicht. Dieser Belastungseffekt ist besonders in hochohmigen Schaltungen relevant.
Für reale Entwürfe genügt der nominale Ersatzwiderstand nicht. Jeder Widerstand braucht eine passende Nennbelastbarkeit, da niederohmige Zweige bei gleicher Spannung mehr Leistung umsetzen. Widerstandstoleranzen verändern Stromaufteilung und Gesamtwiderstand. Auch Temperaturkoeffizient, maximale Betriebsspannung, Impulsbelastbarkeit, Rauschen und Leiterplattenkühlung können wichtig sein. Gehen Sie nicht davon aus, dass eine Parallelschaltung die Leistung automatisch gleichmäßig aufteilt, sofern Widerstandswerte und thermische Bedingungen nicht übereinstimmen.
Verwenden Sie diesen Rechner für ideale Gleichstromnetzwerke und Wechselstromschaltungen mit rein ohmschen Zweigen. Eingaben in Ohm und Volt liefern Ergebnisse in Ohm, Ampere und Watt. Vergleichen Sie vor dem Aufbau die berechneten Zweig- und Gesamtverlustleistungen mit den Bauteilnennwerten und planen Sie eine geeignete Sicherheitsreserve ein. Schalten Sie die Hardware vor Änderungen an den Verbindungen spannungsfrei, insbesondere bei Hochspannungs- oder Hochleistungslastbänken.
Beispiele für parallele Widerstände
Jeder zusätzliche Zweig senkt den Ersatzwiderstand des Netzwerks.
Bauteile
Ersatzergebnis
Anwendung
100 Ω und 200 Ω an 12 V
66.667 Ω, 0.18 A
Ein einfaches Netzwerk mit zwei Zweigen.
150 Ω, 300 Ω und 450 Ω an 24 V
81.818 Ω, 0.293 A
Eine Last aus drei Widerständen.
Vier Widerstände mit 100 Ω an 5 V
25 Ω, 0.2 A
Gleiche Werte teilen den Widerstand durch vier.
So berechnen Sie parallele Widerstände
Geben Sie die ersten beiden erforderlichen Widerstandswerte in Ohm ein.
Ergänzen Sie gegebenenfalls den dritten und vierten Zweigwiderstand.
Geben Sie die Spannung am gesamten Parallelnetzwerk ein.
Wählen Sie Netzwerk berechnen und lesen Sie Widerstand, Strom und Leistung ab.
Häufige Fragen zu parallelen Widerständen
Warum ist der Ersatzwiderstand kleiner als jeder Zweigwiderstand?
Jeder parallele Zweig erhöht den Leitwert und schafft einen weiteren Ladungspfad. Mehr Leitwert bedeutet weniger Gesamtwiderstand.
Fließt durch parallele Widerstände derselbe Strom?
Nur bei gleichen Widerstandswerten. An jedem Zweig liegt dieselbe Spannung an, daher führt ein kleinerer Widerstand mehr Strom.
Wie werden gleiche Widerstände zusammengefasst?
Teilen Sie einen Widerstandswert durch die Anzahl identischer paralleler Zweige. Drei Widerstände mit 300 Ohm ergeben beispielsweise 100 Ohm.
Wie verteilt sich die Gesamtleistung?
Die Gesamtleistung ist die Summe der Zweigleistungen. Bei gemeinsamer Spannung setzt jeder Zweig Spannung zum Quadrat geteilt durch seinen Widerstand um.
Kann ich den Rechner für Wechselstromschaltungen verwenden?
Ja, für ideale Widerstände, deren Impedanz bei der betreffenden Frequenz praktisch rein ohmsch ist. Reaktive Bauteile erfordern stattdessen Berechnungen mit komplexen Impedanzen.