Rechner für den zerebralen Perfusionsdruck

Berechnen Sie CPP aus systolischem und diastolischem Blutdruck sowie intrakraniellem Druck.

Zerebralen Perfusionsdruck berechnen
Geben Sie Blutdruck und intrakraniellen Druck vom selben klinischen Messzeitpunkt ein.

Zum zerebralen Perfusionsdruck

Der zerebrale Perfusionsdruck, meist CPP abgekürzt, ist der Druckgradient, der den Blutfluss durch das Hirngewebe unterstützt. Er wird als mittlerer arterieller Druck (MAP) minus intrakranieller Druck (ICP) geschätzt. Dieser Rechner schätzt zunächst den MAP aus systolischem und diastolischem Blutdruck mit der üblichen Näherung für die Ruheherzfrequenz: systolischer Druck plus doppelter diastolischer Druck, die Summe geteilt durch drei. Anschließend berechnet er CPP als MAP minus ICP. Alle Druckwerte müssen dieselbe Einheit verwenden, üblicherweise Millimeter Quecksilbersäule. CPP ist wichtig, weil das Gehirn kontinuierlich Sauerstoff und Glukose benötigt. Steigt der intrakranielle Druck nach Trauma, Blutung, Ödem, Hydrozephalus oder einer anderen neurologischen Erkrankung, kann der für die Hirndurchblutung verfügbare Druck sinken, obwohl der am Arm gemessene Blutdruck akzeptabel erscheint. Umgekehrt kann höherer arterieller Druck den berechneten Gradienten erhöhen. Therapieentscheidungen müssen jedoch Autoregulation, Verletzungsart, Alter, Medikamente und Risiken für andere Körperbereiche berücksichtigen. Eine einzelne Schätzung ist daher eine Überwachungshilfe, keine Diagnose und kein eigenständiges Therapieziel. Die verwendete MAP-Näherung eignet sich am besten bei hinreichend regelmäßigem Herzrhythmus und stabiler Herzfrequenz. In der Intensivmedizin kann ein direkt gemessener arterieller MAP vorzuziehen sein, besonders bei ausgeprägter Tachykardie, ungewöhnlichen Pulsformen oder rasch wechselnder Hämodynamik. Der ICP sollte von einem korrekt platzierten und kalibrierten Monitor stammen. Werte verschiedener Zeitpunkte können irreführen, da sich sowohl arterieller als auch intrakranieller Druck schnell ändern können. Klinische CPP-Ziele variieren. Neurointensivteams verwenden bei vielen Erwachsenen mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma häufig Bereiche um 60 bis 70 mmHg. Das passende Ziel hängt jedoch von Patient und Protokoll ab. Sowohl sehr niedrige als auch unnötig hohe Ziele können Risiken bergen. Dieser Lernrechner ersetzt weder kontinuierliche Überwachung am Bett noch fachärztliche Interpretation oder Notfallbeurteilung. Plötzliche neurologische Verschlechterung, starke Kopfschmerzen, Bewusstseinsveränderung, neu aufgetretene Schwäche, Krampfanfälle oder Zeichen erhöhten Hirndrucks erfordern eine dringende medizinische Abklärung.

Beispiele zur CPP-Berechnung

Die Beispiele berechnen MAP als Summe aus systolischem und doppeltem diastolischem Druck, geteilt durch drei; danach gilt CPP = MAP minus ICP.

EingabenBerechneter CPPKontext
Blutdruck 120/80 mmHg; ICP 15 mmHg78.3 mmHgMAP beträgt 93.3 mmHg
Blutdruck 110/70 mmHg; ICP 20 mmHg63.3 mmHgMAP beträgt 83.3 mmHg
Blutdruck 90/60 mmHg; ICP 25 mmHg45 mmHgMAP beträgt 70 mmHg

So berechnen Sie CPP

  1. Geben Sie den systolischen Wert der Blutdruckmessung ein.
  2. Geben Sie den zugehörigen diastolischen Druck in Millimeter Quecksilbersäule ein.
  3. Geben Sie den zum selben klinischen Zeitpunkt gemessenen intrakraniellen Druck ein.
  4. Wählen Sie CPP berechnen und prüfen Sie den geschätzten MAP und CPP.
  5. Bewerten Sie das Ergebnis zusammen mit den Verlaufsmessungen und dem Ziel des Behandlungsteams.

Häufig gestellte Fragen

Welche Formel verwendet dieser CPP-Rechner?

Er schätzt MAP als systolischen Druck plus doppelten diastolischen Druck, die Summe geteilt durch drei. CPP ist anschließend MAP minus intrakranieller Druck.

Was ist ein normaler zerebraler Perfusionsdruck?

Es gibt kein allgemeingültiges Ziel für alle Personen oder Erkrankungen. Viele neurointensivmedizinische Protokolle für Erwachsene verwenden etwa 60 bis 70 mmHg, die Ziele werden jedoch individuell festgelegt.

Kann ich einen Manschettenblutdruck für CPP verwenden?

Eine Manschettenmessung erlaubt zusammen mit einem gültigen ICP-Wert eine Schätzung. In der Intensivmedizin ist direkt überwachter arterieller MAP häufig zeitnäher und genauer.

Warum kann CPP sinken?

CPP sinkt, wenn der mittlere arterielle Druck fällt, der intrakranielle Druck steigt oder beides eintritt. Ursache und Verlauf sind aussagekräftiger als ein isolierter Wert.

Diagnostiziert dieses Ergebnis eine Hirnverletzung?

Nein. CPP ist ein physiologischer Schätzwert und erklärt nicht die Ursache eines auffälligen Werts. Eine Diagnose erfordert Untersuchung, Überwachung, Bildgebung und professionelles klinisches Urteil.