Rechner für mittleren arteriellen Druck (MAP)

Berechnen Sie den mittleren arteriellen Druck aus systolischen und diastolischen Werten und ordnen Sie ihn einem praktischen Perfusionsbereich zu.

Mittleren arteriellen Druck berechnen
Geben Sie systolischen und diastolischen Blutdruck in Millimeter Quecksilbersäule ein.

Diese orientierende Schätzung diagnostiziert keinen Schock und garantiert keine Organperfusion. Berücksichtigen Sie Symptome, Verlauf und eine professionelle klinische Beurteilung.

Über den mittleren arteriellen Druck

Der mittlere arterielle Druck, meist MAP genannt, schätzt den durchschnittlichen Druck, der während eines Herzzyklus Blut durch das arterielle System treibt. Er beschreibt die anhaltende Organperfusion besser als der einfache Mittelwert aus systolischem und diastolischem Druck, da das Herz normalerweise länger in der Diastole als in der Systole verweilt. Zur Kreislaufbeurteilung wird MAP gemeinsam mit Herzfrequenz, Urinmenge, Bewusstseinslage, Hautbefunden, Laborwerten und weiteren Beobachtungen genutzt. Bei üblicher Ruheherzfrequenz lässt sich MAP als diastolischer Druck plus ein Drittel des Pulsdrucks annähern. Die hier verwendete gleichwertige Formel addiert den systolischen Druck zum doppelten diastolischen Druck und teilt durch drei. Ein Blutdruck von 120/80 ergibt damit etwa 93.3 mmHg. Bei stark unregelmäßigem Rhythmus oder sehr hoher Herzfrequenz ist die Schätzung weniger zuverlässig, weil sich die relativen Dauern von Systole und Diastole ändern. Ein MAP nahe oder über 65 mmHg wird in vielen intensivmedizinischen Situationen als anfängliches Ziel genannt. Ein einzelner Grenzwert passt jedoch nicht für alle Menschen und Erkrankungen. Der Rechner kennzeichnet Werte unter 60 als niedrig, 60 bis 69 als grenzwertig, 70 bis 100 als allgemein ausreichend und über 100 als erhöht. Diese Bezeichnungen dienen der Aufklärung, nicht als Therapieempfehlung. Chronische Hypertonie, Schwangerschaft, Schädel-Hirn-Trauma, Sepsis, Gefäßerkrankungen und Ausgangsblutdruck können das geeignete Ziel erheblich verändern. Die Messqualität ist ebenso wichtig wie die Formel. Verwenden Sie eine validierte Manschette mit passender Luftkammergröße auf Herzhöhe, lassen Sie die Person ruhen und vermeiden Sie Gespräche während der Messung. Eine zu kleine Manschette kann zu hoch messen; Bewegung, Schmerzen, Koffein, Sport, Stress oder ein ungestützter Arm beeinflussen den Wert ebenfalls. Wiederholen Sie unerwartete Messungen und beachten Sie den Verlauf statt eines einzelnen Werts. Lassen Sie sehr niedrigen oder hohen Blutdruck mit Ohnmacht, Verwirrtheit, Brustschmerz, schwerer Atemnot, einseitiger Schwäche, starken Kopfschmerzen oder anderen beunruhigenden Symptomen dringend medizinisch abklären. Im Krankenhaus kann eine direkte arterielle Messung den zeitlichen MAP-Verlauf genauer erfassen als eine Manschettennäherung. Der Rechner eignet sich vor allem zum Verständnis der Formel und für ein informiertes Gespräch mit medizinischem Fachpersonal.

Beispiele zur MAP-Berechnung

Diese Messwerte zeigen die Standardformel und die groben Einordnungsbereiche.

BlutdruckMAPAllgemeine Einordnung
120/80 mmHg93.3 mmHgLiegt im ausreichenden Perfusionsbereich des Rechners.
90/60 mmHg70.0 mmHgAn der unteren Grenze des ausreichenden Bereichs.
80/40 mmHg53.3 mmHgLiegt im niedrigen Bereich und erfordert klinische Einordnung.

So verwenden Sie den MAP-Rechner

  1. Messen Sie den Blutdruck mit korrekt dimensionierter und positionierter Manschette.
  2. Geben Sie den systolischen, also den höheren Wert ein.
  3. Geben Sie den diastolischen, also den niedrigeren Wert ein.
  4. Wählen Sie MAP berechnen und beurteilen Sie die Schätzung im gesamten klinischen Zusammenhang.

Häufige Fragen zum mittleren arteriellen Druck

Wie wird MAP berechnet?

Die übliche klinische Näherung addiert den systolischen zum doppelten diastolischen Druck und teilt durch drei. Diese Gewichtung berücksichtigt die normalerweise längere Diastole.

Welcher MAP gilt als ausreichend?

Viele Quellen nennen etwa 65 mmHg als anfängliches Minimum bei ausgewählten kritisch kranken Erwachsenen. Individuelle Ziele variieren mit Diagnose, Ausgangsdruck, Alter und ärztlichem Urteil.

Ist MAP der Mittelwert von systolischem und diastolischem Druck?

Nicht der einfache arithmetische Mittelwert. Der diastolische Druck wird stärker gewichtet, weil die Diastole meist einen größeren Anteil des Herzzyklus ausmacht.

Wann ist die Formel weniger genau?

Bei ausgeprägter Tachykardie, unregelmäßigem Rhythmus oder ungewöhnlicher zeitlicher Verteilung des Herzzyklus. Wenn Präzision entscheidend ist, kann direkte arterielle Überwachung vorzuziehen sein.

Schließt ein normaler MAP eine schlechte Durchblutung aus?

Nein. Regionale Perfusion und Sauerstoffversorgung hängen von vielen Faktoren ab; Symptome, Untersuchung, Laborwerte und Verlauf bleiben wichtig.