Totraum-Rechner

Berechnen Sie physiologischen Totraum und Totraumanteil mit der Bohr-Gleichung sowie einen gewichtsbezogenen anatomischen Schätzwert.

Respiratorischen Totraum berechnen
Geben Sie Volumina in Millilitern, CO2-Drücke in gleichen Einheiten und das Körpergewicht in Kilogramm ein.

Über den Totraum-Rechner

Der respiratorische Totraum ist der Anteil jedes Atemzugs, der kein Kohlendioxid eliminiert. Anatomischer Totraum bezeichnet die Luft in leitenden Atemwegen wie Nase, Luftröhre und Bronchien, in denen kein Gasaustausch stattfindet. Alveolärer Totraum ist ventilierte Luft, die die Alveolen erreicht, dort aber keinen wirksamen Gasaustausch mit dem Blut ermöglicht. Der physiologische Totraum umfasst beide Komponenten und bildet den gesamten unwirksamen Anteil der Atemzugventilation ab. Dieser Rechner verwendet die Bohr-Gleichung: Physiologischer Totraum geteilt durch Atemzugvolumen entspricht der Differenz zwischen arteriellem und gemischt-exspiratorischem CO2-Partialdruck, geteilt durch den arteriellen CO2-Partialdruck. Multipliziert mit dem Atemzugvolumen ergibt dieser Anteil das Totraumvolumen in Millilitern. Dabei wird angenommen, dass arterielles CO2 das alveoläre CO2 angemessen repräsentiert; eine echte gemischt-exspiratorische Probe ist erforderlich. Endtidales CO2 ist nicht mit gemischt-exspiratorischem CO2 austauschbar, besonders bei ungleichmäßiger Ventilation und Perfusion. Zusätzlich wird ein einfacher anatomischer Referenzwert von ungefähr 2.2 Millilitern pro Kilogramm Körpergewicht angezeigt. Er dient der Einordnung, ist aber keine patientenspezifische Messung. Atemwegshilfen, Körperhaltung, Alter, Lungenvolumen und Atemmuster können den anatomischen Totraum verändern. Der physiologische Totraum kann bei Lungenembolie, Emphysem, niedrigem Herzzeitvolumen, überhöhtem positivem Druck oder anderen Ventilations-Perfusions-Störungen zunehmen. Der Totraumanteil ist oft aussagekräftiger als das Volumen allein, weil er die unwirksame Ventilation zur Größe eines Atemzugs ins Verhältnis setzt. Die Interpretation hängt von klinischer Situation, Probenahme, maschineller Beatmung und Säure-Basen-Status ab. Mit gleicher Ausrüstung und Technik ermittelte Trends können hilfreicher sein als ein einzelner Wert. Unerwartete Ergebnisse sollten Anlass geben, Einheiten, Probenzeitpunkt, Gerätetotraum und die Repräsentativität der Exspirationsmessung für den gesamten Atemzug zu prüfen. Dieses Lernwerkzeug kann weder Lungenerkrankungen diagnostizieren noch Beatmungseinstellungen festlegen. Klinische Entscheidungen berücksichtigen Blutgase, Kapnografie, Atemmechanik, Bildgebung, Hämodynamik und den Zustand des Patienten. Bei schwerer Atemnot, bläulicher Verfärbung, Verwirrtheit, Brustschmerz oder rasch zunehmenden Atembeschwerden ist eine dringende medizinische Abklärung nötig, keine Online-Schätzung.

Totraum-Beispiele

EingabenErgebnisEinordnung
VT 500, PaCO2 40, PECO2 28150 mL; 30%Ein häufiges Lehrbeispiel zur Bohr-Gleichung.
VT 600, PaCO2 45, PECO2 27240 mL; 40%Eine größere CO2-Differenz ergibt einen höheren unwirksamen Anteil.
VT 450, PaCO2 40, PECO2 3290 mL; 20%Näher beieinanderliegende arterielle und exspiratorische Werte ergeben einen kleineren Anteil.

So verwenden Sie den Totraum-Rechner

  1. Geben Sie das Volumen eines Atemzugs ein.
  2. Geben Sie arteriellen und gemischt-exspiratorischen CO2-Partialdruck in gleichen Einheiten ein.
  3. Geben Sie das Körpergewicht für den anatomischen Referenzwert ein.
  4. Berechnen Sie das Ergebnis und beurteilen Sie Volumen und Totraumanteil gemeinsam.

Häufige Fragen zum Totraum-Rechner

Was ist die Bohr-Gleichung?

Sie schätzt den Anteil des Atemzugvolumens ohne Kohlendioxidaustausch. Dazu vergleicht sie arterielles CO2 mit der CO2-Konzentration des gemischt ausgeatmeten Gases.

Kann endtidales CO2 gemischt-exspiratorisches CO2 ersetzen?

Nicht zuverlässig. Endtidales Gas stammt vom Ende der Ausatmung, während gemischt-exspiratorisches CO2 den gesamten ausgeatmeten Atemzug mittelt.

Was ist anatomischer Totraum?

Das Volumen der leitenden Atemwege, die Gas transportieren, aber keine gasaustauschenden Alveolen enthalten. Der angezeigte gewichtsbezogene Wert ist nur eine grobe Orientierung.

Warum kann der physiologische Totraum zunehmen?

Er nimmt zu, wenn Luft Bereiche mit geringer wirksamer Durchblutung erreicht. Lungengefäßerkrankungen, Emphysem, niedriges Herzzeitvolumen und Beatmungsfaktoren können dazu beitragen.

Legt dieser Rechner die Beatmungstherapie fest?

Nein. Beatmungsentscheidungen erfordern direkte klinische Beurteilung, zuverlässige Messungen, Blutgase, Atemmechanik und die Berücksichtigung des gesamten Patientenzustands.