Nierenstein-Rechner für perkutane Nephrolithotomie
Berechnen Sie den S.T.O.N.E.-Nephrolithometrie-Score für die PCNL-Planung.
S.T.O.N.E.-Score
Geben Sie präoperative CT-Messwerte ein. Obstruktionsgrad: 0 für keine, 1 für leichte und 2 für mäßige bis schwere Obstruktion.
Über die S.T.O.N.E.-Nephrolithometrie
Die S.T.O.N.E.-Nephrolithometrie ist ein strukturiertes System zur Beschreibung der Nierensteinkomplexität vor einer perkutanen Nephrolithotomie, meist PCNL abgekürzt. Der Name steht für fünf CT-Befunde: Steingröße, Zugangsweglänge, Obstruktion, Anzahl betroffener Nierenkelche und Steinbeschaffenheit beziehungsweise Dichte. Jedes Merkmal erhält Punkte; die Summe liegt zwischen 5 und 13. Höhere Summen beschreiben meist eine komplexere Anatomie und wurden mit niedrigeren Steinfreiheitsraten und anspruchsvolleren Eingriffen in Verbindung gebracht.
Die Steinlast wird als Fläche in Quadratmillimetern gemessen, häufig durch Multiplikation der größten Steindimensionen im CT. Die Haut-Stein-Zugangsweglänge ist die Entfernung in Millimetern von der Haut zum Zielstein entlang eines plausiblen Zugangs. Obstruktion beschreibt die Hydronephrose; die Kelchkomponente spiegelt wider, wie weit die Steine im Sammelsystem verteilt sind. Die Steindichte wird in Hounsfield-Einheiten gemessen und gibt einen groben Hinweis auf die Härte. Genaue Bildgebung und einheitliche Messung sind wesentlich, da Werte nahe einer Kategoriegrenze den Score verändern können.
Der Score unterstützt standardisierte Kommunikation, Forschung, Beratung und Eingriffsplanung. Er wählt keine Behandlung eigenständig aus. Urologinnen und Urologen berücksichtigen außerdem Steinlage und -form, Nierenanatomie, Infektionen, Antikoagulation, Nierenfunktion, frühere Operationen, Körperbau, verfügbare Geräte und die Ziele der betroffenen Person. Ein hoher Score bedeutet nicht, dass PCNL nicht erfolgreich sein kann; ein niedriger garantiert weder vollständige Steinfreiheit noch das Ausbleiben von Komplikationen.
Dieser Rechner nutzt die üblichen S.T.O.N.E.-Kategorien: Zunehmende Steinlast ergibt einen bis vier Punkte; ein Zugangsweg über 100 Millimeter bringt einen zusätzlichen Punkt; Obstruktion ergibt einen oder zwei Punkte; Kelchbeteiligung einen bis drei; und eine Dichte über 950 HU einen zusätzlichen Punkt. Die vereinfachte numerische Obstruktionseingabe muss dem formalen radiologischen Befund zugeordnet werden. Messwerte müssen aus diagnostischen Bildern stammen, die geschultes Fachpersonal beurteilt hat. Dieses Ergebnis zu Bildungszwecken ersetzt weder radiologische Prüfung noch fachärztliche Beurteilung, informierte Einwilligung oder örtliche Operationsprotokolle. Fieber, Schüttelfrost, starke Flankenschmerzen, Erbrechen oder Anzeichen einer Harnwegsobstruktion können eine dringende medizinische Abklärung erfordern.
Beispiele für den S.T.O.N.E.-Score
CT-Befunde
Score
Komplexität
300 mm2, 90 mm, keine Obstruktion, 2 Kelche, 800 HU
5
Geringere Komplexität
600 mm2, 110 mm, leichte Obstruktion, 3 Kelche, 1000 HU
10
Mittlere Komplexität
1800 mm2, 120 mm, schwere Obstruktion, 4 Kelche, 1200 HU
13
Höhere Komplexität
So berechnen Sie den S.T.O.N.E.-Score
Messen Sie Steinfläche und Haut-Stein-Abstand im präoperativen CT.
Erfassen Sie Obstruktionsgrad, betroffene Kelche und Steindichte.
Geben Sie alle fünf Befunde in den angezeigten Einheiten ein.
Berechnen Sie den Score und besprechen Sie die Einordnung mit der behandelnden urologischen Fachperson.
Häufige Fragen zum S.T.O.N.E.-Score
Was bedeutet PCNL?
Bei der perkutanen Nephrolithotomie werden Nierensteine durch einen kleinen, über den Rücken angelegten Zugang entfernt. Sie wird häufig bei großen oder komplexen Nierensteinen eingesetzt.
Was ist die Steinlast?
Die Steinlast ist eine anhand der Bildgebung geschätzte Steinquerschnittsfläche. Mehrere Steine sollten nach dem vom Behandlungsteam verwendeten Bewertungsprotokoll beurteilt werden.
Was messen HU?
Hounsfield-Einheiten beschreiben die Röntgendichte im CT. Eine höhere Dichte kann auf einen härteren Stein hinweisen, seine Zusammensetzung lässt sich daraus allein aber nicht vollständig bestimmen.
Sagt ein hoher Score Komplikationen voraus?
Ein höherer Score beschreibt größere technische Komplexität und kann mit Behandlungsergebnissen korrelieren. Allein liefert er keine individuelle Komplikationswahrscheinlichkeit.
Können Ultraschallmessungen verwendet werden?
Das ursprüngliche System basiert auf CT-Befunden. Der Ersatz durch eine andere Bildgebung kann die Aussagekraft mindern und sollte fachärztlich angeleitet werden.