Rechner für Erhaltungsflüssigkeit

Schätzen Sie den täglichen und stündlichen IV-Erhaltungsbedarf mit Holliday-Segar und der pädiatrischen 4-2-1-Regel.

IV-Erhaltungsflüssigkeit berechnen
Geben Sie das Gewicht in Kilogramm oder Pfund ein, um die tägliche Basismenge und stündliche Infusionsrate zu schätzen.

Nur eine klinische Schätzung. Eine Verordnung muss Zustand, Verluste, Elektrolyte, Nierenfunktion und das Urteil der behandelnden Fachperson berücksichtigen.

Zur Berechnung der Erhaltungsflüssigkeit

Intravenöse Erhaltungsflüssigkeit ersetzt Wasser und Elektrolyte, die ein stabiler Patient normalerweise pro Tag benötigt, wenn die orale Aufnahme nicht möglich oder unzureichend ist. Die Schätzung ersetzt keine Flüssigkeitsreanimation, gleicht kein bestehendes Defizit aus und deckt keine anhaltenden ungewöhnlichen Verluste. Sie liefert eine Ausgangsrate, die nach Beurteilung von Diagnose, Untersuchung, Urinmenge, Laborwerten, Medikamenten und Therapieansprechen angepasst wird. Der Rechner wendet Holliday-Segar auf das Körpergewicht an. Für die ersten 10 Kilogramm werden 100 Milliliter pro Kilogramm und Tag angesetzt. Für den Anteil von 10 bis 20 Kilogramm kommen 50 Milliliter pro Kilogramm und Tag hinzu, oberhalb von 20 Kilogramm weitere 20. Die stündliche 4-2-1-Regel nutzt dieselben Stufen: 4 Milliliter pro Kilogramm und Stunde für die ersten 10 Kilogramm, 2 für die nächsten 10 und 1 je Kilogramm über 20. Da beide Regeln gerundete klinische Faktoren verwenden, ergibt der Stundenwert mal 24 nicht unbedingt genau den Tageswert. Das Gewicht kann in Kilogramm oder Pfund eingegeben werden. Pfund werden vor beiden Berechnungen umgerechnet. Ein genaues aktuelles Gewicht ist besonders bei Säuglingen und kleinen Kindern wichtig, da jedes Kilogramm das Ergebnis anteilig stärker beeinflusst. Bei Adipositas, Ödemen, Aszites oder großen jüngsten Gewichtsänderungen kann ärztlich ein Ideal-, angepasstes oder Trockengewicht statt des Waagenwerts gewählt werden. Bei akuten Erkrankungen sinkt der Erhaltungsbedarf häufig. Herzinsuffizienz, Nierenfunktionsstörungen, Lebererkrankungen, unangemessene ADH-Ausschüttung, postoperativer Stress und manche Medikamente erhöhen das Risiko für Überwässerung oder Hyponatriämie. Fieber, Tachypnoe, gastrointestinale Verluste, Verbrennungen und hohe Urinmengen können den Bedarf steigern. Diese Zusatzverluste sollten jedoch separat beurteilt und nicht stillschweigend in die Erhaltungsformel eingerechnet werden. Nutzen Sie das Ergebnis als nachvollziehbaren Ausgangspunkt und dokumentieren Sie die Annahmen der Verordnung. Kontrollieren Sie Gewicht, Flüssigkeitsbilanz, Natrium, Kalium, Kreatinin, Glukose und klinische Zeichen in risikogerechten Abständen. Kinder, ältere Menschen und kritisch Kranke können sich bei ungeeigneter Rate schnell verschlechtern. Nur qualifizierte Fachpersonen mit Kenntnis des gesamten klinischen Bildes sollten intravenöse Therapien anordnen oder ändern.

Beispiele für Erhaltungsflüssigkeit

Die Beispiele zeigen, wie Gewichtsstufen Tagesmenge und Stundenrate verändern.

PatientengewichtGeschätzter BedarfBerechnung
8 kg800 mL/day; 32 mL/hourDas gesamte Gewicht fällt in die erste Stufe mit 100 mL/kg/day und 4 mL/kg/hour.
18 kg1,400 mL/day; 56 mL/hourDie ersten 10 kg nutzen die erste, die übrigen 8 kg die zweite Stufe.
25 kg1,600 mL/day; 65 mL/hourFünf Kilogramm werden mit den Tages- und Stundenfaktoren der dritten Stufe ergänzt.

So berechnen Sie Erhaltungsflüssigkeit

  1. Ermitteln Sie ein aktuelles, klinisch geeignetes Körpergewicht.
  2. Geben Sie das Gewicht ein und wählen Sie Kilogramm oder Pfund.
  3. Wählen Sie Erhaltungsflüssigkeit berechnen, um beide Standardformeln anzuwenden.
  4. Prüfen Sie Tages- und Stundenschätzung; passen Sie sie nur unter klinischer Aufsicht an.

Häufige Fragen zur Erhaltungsflüssigkeit

Was ist die Holliday-Segar-Formel?

Sie schätzt den täglichen Erhaltungswasserbedarf nach Gewichtsstufen mit nacheinander 100, 50 und 20 mL/kg/day. Sie wurde für die Pädiatrie entwickelt und ist weiterhin ein verbreiteter Richtwert.

Was berechnet die 4-2-1-Regel?

Sie schätzt die stündliche Erhaltungsinfusionsrate anhand des Gewichts. Für dieselben grundlegenden Gewichtsstufen gelten 4, 2 und 1 mL/kg/hour.

Warum unterscheiden sich Tages- und Stundenwerte leicht?

Die Stundenregel ist eine praktische klinische Näherung, keine exakte Aufteilung der Holliday-Segar-Tagesmenge. Kleine Unterschiede sind daher zu erwarten, besonders über 10 Kilogramm.

Kann der Rechner eine Flüssigkeitsverordnung ersetzen?

Nein. Eine Verordnung muss Defizite, laufende Verluste, Elektrolyte, Organfunktion, Krankheitsschwere und wiederholte Kontrollen berücksichtigen.

Sollte immer das tatsächliche Gewicht verwendet werden?

Nicht immer. Ödeme, Adipositas, Aszites und größere jüngste Gewichtsänderungen können Anlass sein, ärztlich ein Trocken-, Ideal- oder angepasstes Gewicht zu wählen.