Schätzen Sie gelöste Feststoffe aus der Leitfähigkeit oder berechnen Sie sie direkt aus Rückstandsmasse und Probenvolumen.
Gelöste Feststoffe berechnen
Wählen Sie eine Schätzung über die elektrische Leitfähigkeit oder eine gravimetrische Masse-pro-Volumen-Berechnung.
Über gelöste Feststoffe
Total Dissolved Solids, meist TDS genannt, bezeichnet die Gesamtkonzentration gelöster anorganischer Salze und geringer Mengen gelöster organischer Stoffe im Wasser. Typische Bestandteile sind Calcium, Magnesium, Natrium, Kalium, Hydrogencarbonat, Chlorid, Sulfat, Nitrat und Siliciumdioxid. TDS wird häufig in Milligramm pro Liter oder parts per million angegeben. Bei verdünnten wässrigen Lösungen sind die Zahlenwerte näherungsweise gleich, da ein Liter Wasser eine Masse von ungefähr einem Kilogramm hat.
Dieser Rechner unterstützt zwei verbreitete Ansätze. Die Leitfähigkeitsmethode schätzt TDS durch Multiplikation der elektrischen Leitfähigkeit in Mikrosiemens pro Zentimeter mit einem Umrechnungsfaktor. Gelöste Ionen leiten Strom, weshalb die Leitfähigkeit mit der Ionenkonzentration korreliert. Der Faktor ist nicht universell: Häufig werden etwa 0.5 bis 0.7 verwendet, besondere Wasserzusammensetzungen können aber Werte außerhalb dieses Bereichs erfordern. Ein anhand gravimetrischer Messungen derselben Wasserquelle kalibrierter Faktor liefert eine fundiertere Schätzung als eine allgemeine Einstellung.
Die Masse-Volumen-Methode entspricht einer gravimetrischen Bestimmung. Ein bekanntes Volumen einer filtrierten Probe wird nach einem festgelegten Verfahren eingedampft, anschließend wird der verbleibende gelöste Rückstand gewogen. Rückstandsmasse in Milligramm geteilt durch Probenvolumen in Litern ergibt Milligramm pro Liter. Sorgfältige Filtration, Trocknungstemperatur, Waagenkalibrierung, Kontaminationskontrolle und vollständiger Wasserentzug beeinflussen das Ergebnis. Flüchtige gelöste Stoffe können beim Erhitzen verloren gehen; unzureichendes Trocknen kann Wasser im Rückstand belassen.
TDS ist ein allgemeiner Wasserqualitätsindikator und identifiziert keine einzelnen Schadstoffe. Derselbe Wert kann durch sehr unterschiedliche gelöste Stoffe entstehen und belegt allein weder Sicherheit, Geschmack, Salzgehalt, Härte noch Eignung für einen bestimmten Organismus oder Prozess. Leitfähigkeit reagiert zudem vorwiegend auf Ionen und kann nichtionische gelöste Stoffe unterschätzen. Gesetzliche Grenzwerte und Empfehlungen hängen von Region und Nutzung ab, etwa Trinkwasser, Aquarien, Hydrokultur, Kessel, Bewässerung oder Industrieprozesse.
Verwenden Sie möglichst temperaturkorrigierte oder standardisierte Messwerte, da sich die Leitfähigkeit mit der Temperatur ändert. Wählen Sie die zur Messung passende Methode, achten Sie auf die Einheiten und kennzeichnen Sie, ob der Wert gravimetrisch gemessen oder aus Leitfähigkeit geschätzt wurde. Vergleichen Sie wichtige Ergebnisse mit einem anerkannten Laborverfahren und beurteilen Sie sie zusammen mit pH, Härte, Alkalinität, bestimmten Ionen und weiteren relevanten Wasseranalysen.
Beispiele zur TDS-Berechnung
Diese Beispiele zeigen beide unterstützten Messmethoden.
Messung
TDS
Methode
800 µS/cm mit Faktor 0.5
400 mg/L
Schätzung über Leitfähigkeit.
1200 µS/cm mit Faktor 0.7
840 mg/L
Ein anderer kalibrierter Faktor.
250 mg Rückstand aus 0.5 L
500 mg/L
Masse direkt durch Volumen geteilt.
So berechnen Sie TDS
Wählen Sie, ob Ihre Daten aus Leitfähigkeit oder getrocknetem Rückstand stammen.
Geben Sie Leitfähigkeit und Faktor oder Rückstandsmasse und Probenvolumen ein.
Berechnen Sie TDS in Milligramm pro Liter und näherungsweise ppm.
Bewerten Sie das Ergebnis anhand geeigneter Standards für den vorgesehenen Wassergebrauch.
Häufig gestellte Fragen
Sind TDS in ppm und mg/L gleich?
Bei verdünnten wässrigen Lösungen sind die Zahlenwerte ähnlich, da die Wasserdichte ungefähr ein Kilogramm pro Liter beträgt. Bei hohen Konzentrationen oder ungewöhnlicher Dichte gilt dies nur näherungsweise.
Welchen Leitfähigkeits-Umrechnungsfaktor sollte ich verwenden?
Verwenden Sie nach Möglichkeit einen für Wasserquelle und Messgerät kalibrierten Faktor. Allgemeine Faktoren um 0.5 bis 0.7 sind Schätzungen und hängen von der Ionenzusammensetzung ab.
Weist ein hoher TDS-Wert einen bestimmten Schadstoff nach?
Nein, TDS fasst viele gelöste Stoffe zu einem Gesamtwert zusammen. Einzelne Ionen oder schädliche Verunreinigungen erfordern eine gesonderte chemische Analyse.
Warum ist die Temperatur wichtig?
Die Ionenbeweglichkeit und damit die elektrische Leitfähigkeit ändern sich mit der Temperatur. Viele Geräte kompensieren dies automatisch; die Messkonvention sollte dennoch dokumentiert werden.
Welche Methode ist direkter?
Die Gravimetrie wiegt den Rückstand nach einem festgelegten Trocknungsverfahren direkt. Leitfähigkeit ist schneller, rechnet aber eine elektrische Messung mit einem empirischen Faktor um.