VPD-Rechner und Diagramm

Berechnen Sie das Dampfdruckdefizit aus Lufttemperatur, Blatttemperatur und relativer Feuchte für Gewächshaus- und Innenraumkulturen.

Dampfdruckdefizit berechnen
Geben Sie gemessene Luft- und Blattbedingungen ein, um das Blatt-VPD in Kilopascal zu berechnen.

Über das Dampfdruckdefizit

Das Dampfdruckdefizit, meist VPD abgekürzt, beschreibt die austrocknende Wirkung der Luft um ein Blatt. Es ist die Differenz zwischen dem Sättigungsdampfdruck nahe der Blattoberfläche und dem tatsächlichen Wasserdampfdruck der Umgebungsluft. Dieser Rechner verwendet für beide Temperaturen die Tetens-Gleichung des Sättigungsdampfdrucks. Der tatsächliche Dampfdruck der Luft ist ihr Sättigungsdampfdruck multipliziert mit der relativen Feuchte. Das Blatt-VPD ergibt sich aus dem Sättigungsdampfdruck am Blatt abzüglich des tatsächlichen Luftdampfdrucks und wird in Kilopascal angegeben. VPD verbindet Temperatur und Feuchte zu einem Wert, der für die Kulturführung oft hilfreicher ist als eine der beiden Messgrößen allein. Bei niedrigem VPD ist die Luft nahezu gesättigt und die Transpiration kann langsamer werden. Langanhaltende Kondensation und nasse Oberflächen können zudem das Krankheitsrisiko erhöhen. Bei hohem VPD kann die Atmosphäre den Blättern schnell Wasser entziehen. Pflanzen können ihre Spaltöffnungen schließen, um Wasser zu sparen. Dadurch sinken Kohlendioxidaufnahme und Wachstum, selbst wenn im Wurzelraum Feuchtigkeit vorhanden ist. Ein mittlerer Wert unterstützt Transpiration, Nährstofftransport und Gasaustausch, sofern Licht, Bewässerung und Wurzelgesundheit ebenfalls stimmen. Die Blatttemperatur verbessert die Schätzung, da Blätter nicht immer dieselbe Temperatur wie die Luft haben. Starkes Licht kann sie erwärmen, Transpiration kann sie kühlen. Messen Sie die Blatttemperatur im Bestand mit einem korrekt eingesetzten Infrarotthermometer oder Wärmesensor und verwenden Sie einen repräsentativen Wert statt eines ungewöhnlich hellen, schattigen, nassen oder beschädigten Blattes. Messen Sie relative Feuchte und Lufttemperatur nahe der Bestandshöhe. Sensoren neben Heizung, Luftbefeuchter, Wand, Zuluft oder Lampe bilden das Kulturklima möglicherweise nicht ab. Kalibrieren Sie die Sensoren und berücksichtigen Sie in großen Anbauräumen mehrere Messorte. Es gibt keinen universell idealen VPD-Wert. Zielwerte hängen von Art, Wachstumsstadium, Lichtintensität, Kohlendioxid, Substrat, Bewässerungsstrategie und verwendeter Quelle ab. Jungpflanzen und Vermehrungskulturen werden häufig bei niedrigeren Defiziten geführt als etablierte vegetative oder blühende Pflanzen. Die hier gezeigten groben Zustandsbereiche dienen der Information und sind keine Kulturanweisungen. Verändern Sie das Klima nicht abrupt, nur um eine einzelne Zahl zu erreichen. Betrachten Sie Verläufe während Licht- und Dunkelphasen, stellen Sie den Ersatz des transpirierten Wassers sicher und folgen Sie kulturspezifischen Empfehlungen. VPD misst weder Bodenfeuchte, stomatäre Leitfähigkeit, Nährstoffaufnahme, Krankheitsrisiko noch Pflanzenstress direkt. Kombinieren Sie es daher mit Beobachtung und zuverlässiger Klimaregelung.

Beispiele zur VPD-Berechnung

BedingungenBlatt-VPDEinordnung
Luft 25 °C, Blatt 25 °C, 60% relative Feuchte1.27 kPaMäßiger Verdunstungsanspruch.
Luft 28 °C, Blatt 26 °C, 70% relative Feuchte0.72 kPaKühlere Blätter verringern das Defizit.
Luft 22 °C, Blatt 22 °C, 80% relative Feuchte0.53 kPaFeuchte Bedingungen senken den Verdunstungsanspruch.

So berechnen Sie VPD

  1. Messen Sie Lufttemperatur und relative Feuchte auf Höhe des Pflanzenbestands.
  2. Messen Sie eine repräsentative Blatttemperatur oder verwenden Sie die Lufttemperatur als grobe Näherung.
  3. Geben Sie alle drei Messwerte ein und wählen Sie VPD berechnen.
  4. Vergleichen Sie das Ergebnis mit Empfehlungen für die konkrete Kultur und ihr Wachstumsstadium.
  5. Passen Sie Temperatur, Feuchte, Luftbewegung oder Bewässerung schrittweise an und beobachten Sie die Pflanzen.

Häufig gestellte Fragen

Welches VPD ist gut für Pflanzen?

Viele etablierte Kulturen wachsen in einem mittleren Bereich produktiv, doch kein Zielwert passt für alle. Nutzen Sie stadienbezogene Empfehlungen einer vertrauenswürdigen Produktionsquelle.

Warum ist die Blatttemperatur wichtig?

Der Sättigungsdampfdruck an der Blattoberfläche hängt von der Blatttemperatur ab. Unter gleichen Raumbedingungen hat ein kühleres Blatt ein niedrigeres VPD als ein wärmeres.

Kann ich die Lufttemperatur als Blatttemperatur verwenden?

Ohne Blattmessung liefert sie eine grobe Schätzung. Bei starker Beleuchtung oder aktiver Transpiration kann der Unterschied groß genug sein, um Managemententscheidungen zu verändern.

Ist hohes VPD immer schädlich?

Nicht unbedingt. Bei ausreichendem Wasser können Pflanzen kurzzeitig hohe oder kulturgerechte höhere Werte vertragen. Übermäßiger oder anhaltender Bedarf kann jedoch Spaltöffnungen schließen, Stress auslösen und das Wachstum mindern.

Ist VPD dasselbe wie relative Luftfeuchtigkeit?

Nein. Relative Feuchte ist ein temperaturabhängiger Sättigungsprozentsatz. VPD beschreibt die den Wasserverlust antreibende Druckdifferenz und berücksichtigt Temperatur und Feuchte.