Verdunstungsrate-Rechner

Schätzen Sie die Verdunstung offener Wasserflächen aus Temperatur, relativer Luftfeuchte, Windgeschwindigkeit und freier Oberfläche.

Wasserverdunstung schätzen
Dieses Vorabschätzungsmodell kombiniert Sättigungsdampfdruck, Dampfdruckdefizit, Wind und Fläche.

Über die Abschätzung der Verdunstungsrate

Bei der Verdunstung gelangt flüssiges Wasser in die Atmosphäre, wenn energiereiche Moleküle an der Oberfläche als Dampf entweichen. Die Rate hängt vom Unterschied zwischen dem Dampfdruck an der Wasseroberfläche und dem Partialdruck des bereits in der Umgebungsluft vorhandenen Wasserdampfs ab. Warmes Wasser hat einen höheren Sättigungsdampfdruck, trockene Luft erzeugt ein größeres Dampfdruckdefizit, und bewegte Luft erneuert die feuchte Grenzschicht über der Oberfläche. Eine größere freie Fläche bietet proportional mehr Oberfläche für die Verdunstung. Der Rechner schätzt zunächst den Sättigungsdampfdruck mit der verbreiteten Magnus-Beziehung: 0.6108 mal exp(17.27T geteilt durch (T plus 237.3)). Dabei ist T die Wassertemperatur in Grad Celsius und der Druck wird in Kilopascal angegeben. Dieser Druck wird mit eins minus der relativen Luftfeuchte als Dezimalzahl multipliziert, um das Dampfdruckdefizit zu erhalten. Die vorläufige Rate ist 0.1 mal Wasserfläche mal Dampfdruckdefizit mal einem Windfaktor von eins plus 0.5 mal Windgeschwindigkeit. In diesem Modell entspricht ein Kilogramm Wasser ungefähr einem Liter Volumenverlust. Die Berechnung ist bewusst eine Schätzung und keine standortspezifische technische Garantie. Die tatsächliche Verdunstung wird von Sonneneinstrahlung, Lufttemperatur, Luftdruck, Wasserchemie, Turbulenz, Beckennutzung, Abdeckungen, Beschattung, Wärmezufuhr und der Geometrie umliegender Bauwerke beeinflusst. Bei Hallenbädern spielen auch die Lüftung und eine mögliche Sättigung der Luft nahe dem Wasser eine große Rolle. Natürliche Seen speichern Wärme und können über lange Windstreichlängen wechselnden Wind erfahren. Für Wasserhaushaltsstudien sind daher tägliche Wetterdaten und kalibrierte hydrologische Modelle vorzuziehen. Verwenden Sie die Wassertemperatur statt der Lufttemperatur, sofern sie bekannt ist, denn die Sättigungsbedingungen entstehen an der Flüssigkeitsoberfläche. Die relative Luftfeuchte muss zwischen null und hundert Prozent liegen. Der Wind sollte die Verhältnisse direkt über dem Wasser abbilden; Werte einer entfernten Wetterstation beschreiben einen geschützten Pool oder Tank möglicherweise nicht. Gemeint ist die horizontale Wasserfläche, nicht die benetzte Wandfläche. Das Stundenergebnis lässt sich für konstante Bedingungen mit vierundzwanzig multiplizieren, um die hier angezeigte Tagesschätzung zu erhalten. Das Werkzeug eignet sich zum Vergleich von Szenarien, zur Abschätzung des Nachspeisebedarfs, zur Untersuchung der Flächenreduzierung durch Abdeckungen und zur Prüfung der Größenordnung des Wasserverlusts. Für die Anlagenauslegung, regulierte Einrichtungen, Bewässerungsplanung oder Umweltgenehmigungen ist ein für Anwendung und örtliches Klima zugelassenes Verfahren zu verwenden. Messungen über mehrere repräsentative Tage können den Modellkoeffizienten kalibrieren und die Vorhersage für einen bestimmten Standort verbessern.

Beispiele zur Verdunstungsrate

Die Beispiele zeigen, wie wärmere, trockenere und windigere Bedingungen den geschätzten Verlust erhöhen.

BedingungenGeschätzte RateEinordnung
25°C, 50% r. F., 2 m/s, 10 m²3.168 kg/hWarmer Außenpool mit mäßiger Brise.
20°C, 60% r. F., 1 m/s, 5 m²0.701 kg/hKleinere, mildere und teilweise geschützte Wasserfläche.
30°C, 40% r. F., 3 m/s, 20 m²12.729 kg/hHeiße, trockene und windige Bedingungen über größerer Fläche.

So schätzen Sie die Verdunstung

  1. Geben Sie die Temperatur der Wasseroberfläche in Grad Celsius ein.
  2. Geben Sie die relative Luftfeuchte von null bis hundert Prozent und den örtlichen Wind in Metern pro Sekunde ein.
  3. Geben Sie die freie horizontale Wasseroberfläche in Quadratmetern ein.
  4. Wählen Sie Verdunstungsrate berechnen und prüfen Sie die stündlichen und täglichen Vorabschätzungen.

Häufige Fragen zur Verdunstungsrate

Entspricht ein Kilogramm pro Stunde einem Liter pro Stunde?

Bei gewöhnlichem Wasser entspricht ein Kilogramm ungefähr einem Liter. Die geringe temperaturbedingte Dichteänderung ist für diese Vorabschätzung meist unerheblich.

Warum erhöht Wind die Verdunstung?

Wind entfernt die feuchte Grenzschicht unmittelbar über dem Wasser. Trockenere Umgebungsluft ersetzt sie und hält dadurch ein größeres Dampfdruckgefälle aufrecht.

Was passiert bei 100 Prozent relativer Luftfeuchte?

Die vereinfachte Gleichung ergibt keine Nettoverdunstung, weil das Dampfdruckdefizit null wird. Bei unterschiedlichen Luft- und Wassertemperaturen können örtlich dennoch Kondensation oder Verdunstung auftreten.

Kann ich die Lufttemperatur statt der Wassertemperatur verwenden?

Die Wassertemperatur ist vorzuziehen, da sie den Sättigungsdampfdruck an der Oberfläche bestimmt. Die Lufttemperatur ist nur dann ein grober Ersatz, wenn Wasser und Luft annähernd im thermischen Gleichgewicht sind.

Eignet sich das für die endgültige Auslegung der Pool-Klimatisierung?

Nein. Die endgültige Auslegung muss geltende technische Normen sowie Belegung, Lüftung, Aktivität und Wärmezufuhr berücksichtigen. Das Ergebnis eignet sich vor allem für Vergleiche und Vorabschätzungen.