MOSFET-Schwellenspannungsrechner

Berechnen Sie NMOS-Schwellenspannung, Oxidkapazität, Fermi-Potenzial und Body-Effekt-Koeffizient aus physikalischen Bauelementparametern.

Physikalisches Schwellenspannungsmodell
Geben Sie Oxiddicke, Dotierung des p-Substrats, Temperatur, Flachbandspannung und eine nicht negative Source-Body-Spannung ein.

Über die MOSFET-Schwellenspannung

Die Schwellenspannung ist die Gate-Source-Spannung, bei der eine MOS-Struktur eine starke Inversionsschicht bildet, die zwischen Source und Drain leiten kann. Sie ist keine vollkommen scharfe Ein-Aus-Grenze, da darunter ein messbarer Unterschwellenstrom fließt. Dennoch zählt sie zu den wichtigsten Parametern für digitales Timing, analoge Arbeitspunkte, Leckstromkontrolle und Fertigung. Sie hängt von Materialeigenschaften, Oxidgeometrie, Substratdotierung, Anschlussspannungen, Temperatur und eingefangenen Ladungen ab. Dieser Rechner verwendet ein übliches idealisiertes NMOS-Body-Effekt-Modell. Die Gateoxidkapazität pro Fläche ergibt sich aus Oxidpermittivität geteilt durch Oxiddicke. Ein dünneres Oxid erzeugt eine höhere Kapazität und stärkere elektrostatische Gatekontrolle. Das Fermi-Potenzial folgt aus der Temperaturspannung und dem Logarithmus des Verhältnisses von Akzeptordotierung zu intrinsischer Ladungsträgerkonzentration. Der Body-Effekt-Koeffizient verbindet Siliziumpermittivität, Elektronenladung, Substratkonzentration und Oxidkapazität. Bei Source-Body-Spannung null ist die geschätzte Schwelle die Summe aus Flachbandspannung, doppeltem Fermi-Potenzial und Verarmungsladungsterm. Eine positive Source-Body-Spannung vertieft die Verarmungszone und erhöht damit die Schwellenspannung. Das ist der Body-Effekt. Das Modell nimmt ein gleichmäßig dotiertes p-Siliziumsubstrat, Siliziumdioxid mit relativer Permittivität 3.9, Silizium mit relativer Permittivität 11.7 und eine intrinsische Ladungsträgerkonzentration von 1.45 × 10¹⁶ pro Kubikmeter an. Die pro Kubikzentimeter eingegebene Dotierung wird intern in SI-Einheiten umgerechnet. Die Flachbandspannung erfasst die Austrittsarbeitsdifferenz und die effektive Oxidladung. Bei NMOS-Prozessen ist sie oft negativ, variiert aber stark mit Gatematerial, Substrat, festen Ladungen und Fertigungsdetails. Verwenden Sie einen Wert aus der Prozessdokumentation, einem angepassten Bauelementmodell oder einem sorgfältig charakterisierten Kondensator. Eine Schätzung dieser Eingabe kann die endgültige Schwelle deutlich verschieben, selbst wenn Oxid- und Dotierungswerte präzise sind. Die Gleichung eignet sich für Lehre, Prozessuntersuchungen und Vergleiche erster Ordnung, nicht für die endgültige Freigabe eines Fertigungsdesigns. Moderne Kurzkanaltransistoren zeigen draininduzierte Barrierenabsenkung, Quanteneinschluss, ungleichmäßige Profile, Polysiliziumverarmung, Beweglichkeitseffekte und eine temperaturabhängige intrinsische Konzentration. Produktions-Kompaktmodelle berücksichtigen diese Details und werden an Messungen kalibriert. Auch die Extraktionsmethoden unterscheiden sich: Konstantstrom, lineare Extrapolation und Transkonduktanz können für denselben Transistor verschiedene Schwellen ergeben. Behandeln Sie das Ergebnis als physikalisch begründete Schätzung und gleichen Sie es mit dem jeweiligen Prozessmodell ab.

Beispiele zur Schwellenspannung

BauelementparameterErwarteter TrendEinordnung
2 nm, 1e17 cm⁻³, 300 K, Vfb -0.5 V, Vsb 0 VVth 0.409 V; Cox 0.01727 F/m²Eine hohe Oxidkapazität ermöglicht starke Gatekontrolle.
5 nm, 5e16 cm⁻³, 300 K, Vfb -0.4 V, Vsb 1 VVth 0.627 V; Cox 0.00691 F/m²Positive Source-Body-Spannung erhöht den Verarmungsbeitrag.
10 nm, 1e17 cm⁻³, 350 K, Vfb -0.6 V, Vsb 0.5 VVth 0.985 V; Cox 0.00345 F/m²Eine geringere Oxidkapazität erhöht den Body-Effekt-Koeffizienten.

So berechnen Sie die Schwellenspannung

  1. Geben Sie die Gateoxiddicke in Nanometern und die Substratdotierung pro Kubikzentimeter ein.
  2. Geben Sie die absolute Temperatur und die Flachbandspannung des Prozesses ein.
  3. Geben Sie die Source-Body-Spannung ein; bei verbundenem Source und Body verwenden Sie null.
  4. Wählen Sie Schwellenspannung berechnen und betrachten Sie die Schwelle sowie die physikalischen Zwischengrößen.

Häufige Fragen zur MOSFET-Schwellenspannung

Was ist die Gateoxidkapazität?

Sie ist die Oxidkapazität pro Gatefläche, berechnet als Permittivität geteilt durch Dicke. Dünneres Oxid erhöht Kapazität und Gatekontrolle.

Warum erhöht die Body-Vorspannung die Schwellenspannung?

Eine Source-Body-Sperrspannung verbreitert die Verarmungszone und erhöht deren Ladung. Das Gate muss mehr Spannung aufbringen, um starke Inversion zu erreichen.

Wo finde ich die Flachbandspannung?

Nutzen Sie Prozessunterlagen, ein Transistor-Kompaktmodell oder Charakterisierungsdaten. Sie hängt von Austrittsarbeiten und effektiver Oxidladung ab und ist daher nicht universell.

Beeinflusst die Temperatur die Schwellenspannung?

Ja, sie verändert Temperaturspannung und intrinsische Ladungsträgerkonzentration. Dieses vereinfachte Werkzeug variiert die Temperaturspannung, hält aber die intrinsische Konzentration für ein transparentes Modell konstant.

Ist das Modell für moderne Transistoren genau?

Es erfasst die grundlegende Langkanalelektrostatik, lässt aber wichtige Kurzkanal- und Quanteneffekte aus. Verwenden Sie für Produktionsdesigns ein von der Foundry kalibriertes Kompaktmodell.