Tinetti-Rechner zur Gleichgewichtsbewertung
Bewerten Sie das Sturzrisiko älterer Menschen anhand von 9 Gleichgewichts- und 8 Gangmerkmalen der validierten Tinetti-Mobilitätsprüfung.
Wählen Sie für jedes der 17 Gleichgewichts- und Gangmerkmale die passende Punktzahl. Der Rechner ermittelt die Summe von 28 und die Risikokategorie.
Tinetti-Rechner zur Gleichgewichtsbewertung
Bewerten Sie das Sturzrisiko älterer Menschen anhand von 9 Gleichgewichts- und 8 Gangmerkmalen der validierten Tinetti-Mobilitätsprüfung.
Bewertungsschritte
Gleichgewichtsmerkmale
Gangmerkmale
Über die Tinetti-Gleichgewichtsbewertung
Die leistungsorientierte Mobilitätsprüfung nach Tinetti (POMA), 1986 von Mary Tinetti entwickelt, ist ein validiertes klinisches Instrument zur Bewertung von Gleichgewicht, Gang und Sturzrisiko älterer Menschen. Sie wird in Geriatrie, Physio- und Ergotherapie sowie Rehabilitation eingesetzt.
Sie umfasst 9 Gleichgewichtsmerkmale (maximal 16 Punkte) und 8 Gangmerkmale (maximal 12 Punkte). Insgesamt sind 0–28 Punkte möglich: 25 oder mehr bedeutet niedriges, 19–24 mittleres und unter 19 hohes Risiko.
Die Ergebnisse müssen von Fachpersonal zusammen mit Sturzgeschichte, Medikamenten, Seh- und Hörvermögen, Wohnumgebung und orthostatischem Blutdruck beurteilt werden. Dieser Rechner dient nur Bildung und Screening.
Beispiele für Tinetti-Punktzahlen
Diese Beispiele zeigen, wie verschiedene Gleichgewichts- und Gangprofile in Punktzahlen und Risikokategorien übersetzt werden.
| Klinisches Profil | Gesamtpunktzahl | Sturzrisikokategorie |
|---|---|---|
| Selbstständige ältere Person mit ausgezeichnetem Gleichgewicht und Gang: alle Merkmale maximal | 28 / 28 | Niedriges Risiko: selbstständige Mobilität, normale Gesundheitsvorsorge genügt. |
| Nach Hüftfraktur, langsamer Beginn, breiter Stand, Rumpfschwanken: Gleichgewicht 12, Gang 8 | 20 / 28 | Mittleres Risiko: Physiotherapie, Hilfsmittel und Wohnungscheck erwägen. |
| Mittelgradiger Parkinson: Gleichgewicht 8, Gang 6 (Trippeln, Haltungsinstabilität) | 14 / 28 | Hohes Risiko: strukturiertes Programm, tägliche Hilfe und Umweltanpassung nötig. |
| Gebrechliche, stark deconditionierte Pflegeheimbewohnerin: alle Merkmale minimal | 0 / 28 | Hohes Risiko: umfassende Rehabilitation, überwachte Mobilität und sichere Umgebung. |
Tinetti-Rechner verwenden
- Beobachten Sie die Gleichgewichtsaufgaben 1–9 und wählen Sie die passendste Punktzahl.
- Beobachten Sie den Gang über 15 Fuß und bewerten Sie die Gangmerkmale 10–17.
- Klicken Sie auf Berechnen, um Gleichgewicht (max. 16), Gang (max. 12) und Gesamt (max. 28) zu erhalten.
- Prüfen Sie niedrig (≥25), mittel (19–24) oder hoch (<19) und ermitteln Sie konkrete Defizite.
- Nutzen Sie die Ergebnisse für Rehabilitationsziele, Hilfsmittel und Sturzprävention.
Tinetti-Rechner FAQ
Wie hoch ist die maximale Tinetti-Punktzahl?
Maximal sind 28 Punkte möglich (16 Gleichgewicht plus 12 Gang). 28 bedeutet ausgezeichnete Leistung und geringes Risiko, 0 schwerste Beeinträchtigung. Unter 19 ist hohes, ab 25 niedriges Risiko.
Wer sollte die Tinetti-Bewertung durchführen?
Geschultes medizinisches Personal, typischerweise Physio- oder Ergotherapeut, Pflegekraft oder Arzt, sollte die standardisierten Aufgaben direkt beobachten. Selbstberichte sind weniger zuverlässig.
Wie oft sollte die Bewertung wiederholt werden?
Das hängt vom Kontext ab. In der Rehabilitation monatlich, bei stabilen älteren Menschen oft jährlich. Nach Sturz, schwerer Erkrankung, Medikamentenwechsel oder Funktionsverlust häufiger.
Kann die Punktzahl das individuelle Sturzrisiko vorhersagen?
Sie sagt das Risiko auf Gruppenebene voraus. Unter 19 Punkten treten mehr Stürze auf als ab 25, doch Stürze sind bei jeder Punktzahl möglich; weitere Faktoren müssen einbezogen werden.
Wie unterscheidet sich Tinetti von anderen Tests?
Alternativen sind Berg-Balance-Skala, Timed Up and Go (TUG) und 10-Meter-Gehtest. Tinetti bewertet Gang und Gleichgewicht zusammen; Berg liefert mehr Detail zum Gleichgewicht.
Welche Maßnahmen sind bei hohem Risiko empfohlen?
Empfohlen werden progressives Gleichgewichts- und Krafttraining, Medikamentenprüfung, Vitamin D bei Mangel, Anpassung der Wohnung und bei Sehbeeinträchtigung eine Kataraktoperation. Kombinierte Maßnahmen sind am besten belegt.