Kt/V-Rechner (Daugirdas)

Schätzen Sie den Single-Pool-Kt/V einer Hämodialysesitzung mit der Daugirdas-II-Gleichung.

Kt/V nach Daugirdas
Verwenden Sie zusammengehörige BUN-Proben und Behandlungsdaten, die nach dem Protokoll Ihrer Dialyseeinheit erhoben wurden.

Über Kt/V nach Daugirdas

Kt/V ist eine dimensionslose Kennzahl für die tatsächlich verabreichte Dosis einer intermittierenden Hämodialyse. K steht für die wirksame Harnstoffclearance des Dialysators, t für die Behandlungszeit und V näherungsweise für das Harnstoffverteilungsvolumen des Patienten. Da sich die einzelnen Größen im Alltag nur schwer direkt messen lassen, schätzt die Daugirdas-Gleichung der zweiten Generation den Single-Pool-Kt/V aus Blutharnstoffstickstoff vor und nach Dialyse, Sitzungsdauer, Ultrafiltrationsvolumen und Gewicht nach Dialyse. Das Verhältnis von BUN nach zu BUN vor der Dialyse liefert den größten Teil der Clearance-Information. Die Zeitkorrektur berücksichtigt die Harnstoffbildung während der Behandlung; der Ultrafiltrationsterm korrigiert die durch Flüssigkeitsentzug bedingte Konzentration. Dieser Rechner nimmt an, dass Liter Netto-Ultrafiltration ungefähr Kilogramm entzogener Flüssigkeit entsprechen. Die BUN-Einheiten kürzen sich im Verhältnis heraus, beide Proben müssen jedoch dieselben Einheiten verwenden und mit einer einheitlichen, validierten Entnahmetechnik gewonnen werden. Entnahmefehler können die Schätzung erheblich verfälschen. Häufige Probleme sind Zugangsrezirkulation, eine zu frühe Entnahme nach der Dialyse, unterlassene protokollgemäße Verlangsamung oder Unterbrechung des Blutflusses, verkürzte Behandlungen und fehlerhafte Behandlungsaufzeichnungen. Single-Pool-Kt/V bildet außerdem den Harnstoff-Rebound nach Dialyse nicht vollständig ab. Für die Adäquanzbeurteilung können auch äquilibrierter Kt/V, Standard-Kt/V, Harnstoffreduktionsrate, Behandlungshäufigkeit, Restnierenfunktion, Volumenkontrolle, Ernährung und Symptome relevant sein. Bei konventioneller Hämodialyse dreimal pro Woche wird häufig ein tatsächlich erreichter Single-Pool-Kt/V von mindestens 1.2 pro Sitzung angestrebt. Oft wird mehr verordnet, um Schwankungen abzufangen. Für Kinder, Schwangere, häufige oder verlängerte Behandlungspläne, akute Nierenschädigung und ungewöhnliche Körperzusammensetzung gelten andere Ziele. Ein Zahlenziel ist nur ein Teil sicherer Dialyseversorgung. Das nephrologische Team sollte Verläufe prüfen und unerwartet niedrige oder hohe Werte abklären, statt aufgrund einer einzelnen Onlineberechnung zu handeln. Dieses Lernwerkzeug kann weder die Probenqualität prüfen noch unzureichende Dialyse diagnostizieren oder eine Behandlung verordnen. Patienten sollten anhand dieses Ergebnisses weder Sitzungsdauer, Flüssigkeitsentzug und Zugangsmanagement noch die Teilnahme an Behandlungen ändern.

Kt/V-Beispiele

BehandlungsdatenspKt/VEinordnung
BUN 60 auf 20; 4 h; UF 2 L; Gewicht 70 kg1.28Mindestens 1.20
BUN 80 auf 20; 3.5 h; UF 3 L; Gewicht 80 kg1.62Mindestens 1.20
BUN 70 auf 35; 3 h; UF 2 L; Gewicht 75 kgEtwa 0.80Unter 1.20; Daten überprüfen und besprechen

So berechnen Sie Kt/V

  1. Geben Sie die zusammengehörigen BUN-Konzentrationen vor und nach Dialyse ein.
  2. Geben Sie die tatsächlich durchgeführte Dialysedauer in Stunden ein.
  3. Tragen Sie Netto-Ultrafiltration und Gewicht nach Dialyse ein.
  4. Berechnen Sie den Wert und besprechen Sie ihn mit dem Dialyseteam.

Häufige Fragen zum Kt/V-Rechner

Was bedeutet ein Kt/V von 1.2?

Das ist ein üblicher Mindestwert der tatsächlich verabreichten Dosis bei vielen Erwachsenen mit dreimal wöchentlicher Hämodialyse. Es bedeutet nicht, dass genau 120 Prozent des Körperwassers gereinigt wurden.

Muss BUN in mg/dL eingegeben werden?

Das Verhältnis bleibt gleich, wenn beide Proben dieselbe Konzentrationseinheit verwenden. Die Beschriftung nennt mg/dL, um eine einheitliche Eingabe zu fördern.

Warum wird das Gewicht nach Dialyse verwendet?

Damit wird die Ultrafiltrationskorrektur an die Körpergröße angepasst. Verwenden Sie das am Ende derselben Behandlung dokumentierte Gewicht.

Kann Kt/V die Peritonealdialyse beurteilen?

Nicht mit diesem Daugirdas-Rechner. Die Adäquanz der Peritonealdialyse wird anhand zeitlich definierter Dialysat- und Urinsammlungen anders berechnet.

Warum kann sich mein Ergebnis unerwartet ändern?

Entnahmetechnik, Zugangsfunktion, Behandlungszeit, Blutfluss, Dialysatorleistung und Eingabefehler können den Wert beeinflussen. Unerwartete Änderungen sollten vom Dialyseteam überprüft werden.