Wasserpotential-Rechner

Berechnen Sie osmotisches Potential und Gesamtwasserpotential aus Konzentration, Temperatur, Ionisation und Druck.

Wasserpotential berechnen
Geben Sie die Lösungsbedingungen als molare Konzentration, Grad Celsius und Druck in Megapascal ein.

Über das Wasserpotential

Das Wasserpotential beschreibt die potentielle Energie von Wasser relativ zu reinem Wasser unter Referenzbedingungen. Es sagt die Bewegungsrichtung voraus: Wasser fließt im Allgemeinen von höherem zu niedrigerem Wasserpotential. Pflanzenphysiologie, Bodenkunde und Unterricht nutzen diese Größe zum Verständnis von Osmose, Wasseraufnahme durch Wurzeln, Zellturgor, Welken und Transport in Pflanzengeweben. Reinem Wasser bei Atmosphärendruck wird ein Wasserpotential von null zugewiesen; gelöste Stoffe machen es meist negativ. Dieser Rechner kombiniert osmotisches Potential und Druckpotential. Das osmotische Potential folgt der van't-Hoff-Beziehung: minus i mal C mal R mal T. Der Ionisationsfaktor i beschreibt die Anzahl gelöster Teilchen je Formeleinheit. Für nicht dissoziierende Stoffe wie Saccharose beträgt er etwa 1, für ideales Natriumchlorid etwa 2; in realen Lösungen kann er von einer ganzen Zahl abweichen. C ist die molare Konzentration, R die Gaskonstante mit 0.008314 Liter Megapascal pro Mol Kelvin und T die absolute Temperatur in Kelvin. Eingegebene Celsiuswerte werden automatisch in Kelvin umgerechnet. Das Druckpotential erfasst den physikalischen Druck auf das Wasser. Eine turgeszente lebende Zelle hat normalerweise ein positives Druckpotential, während Zugspannung im Xylem durch ein negatives dargestellt werden kann. Die Summe mit dem osmotischen Potential ergibt das Gesamtwasserpotential dieses vereinfachten Modells. Weitere Komponenten wie Gravitations- und Matrixpotential können bei hohen Pflanzen, trockenen Böden oder porösen Materialien wichtig sein, werden hier aber nicht einbezogen. Verwenden Sie einheitliche Einheiten und interpretieren Sie das Ergebnis im Zusammenhang. Die Annahme einer idealen Lösung eignet sich besonders für verdünnte Lösungen; konzentrierte oder stark wechselwirkende Lösungen können davon abweichen. Ein stärker negativer Wert zeigt gegenüber einem weniger negativen Nachbarbereich eine stärkere Tendenz, Wasser anzuziehen. Das Ergebnis eignet sich für Lernaufgaben und erste Schätzungen; sorgfältige Laborarbeit sollte gemessene osmotische Eigenschaften und alle relevanten Potentialkomponenten berücksichtigen.

Beispiele zum Wasserpotential

Diese Beispiele verwenden die ideale van't-Hoff-Gleichung und gerundete Ergebnisse.

BedingungenWasserpotentialInterpretation
0.10 mol/L Saccharose, 25 °C, i = 1, Druck = 0 MPa-0.2479 MPaEine verdünnte, nicht ionisierende Lösung.
0.20 mol/L gelöster Stoff, 20 °C, i = 2, Druck = 0.5 MPa-0.4749 MPaPositiver Druck gleicht das osmotische Potential teilweise aus.
0.05 mol/L gelöster Stoff, 30 °C, i = 1, Druck = 0.2 MPa0.0740 MPaDer Druck übersteigt den Betrag des osmotischen Beitrags.

So berechnen Sie das Wasserpotential

  1. Geben Sie die molare Konzentration des gelösten Stoffs ein.
  2. Geben Sie die Lösungstemperatur in Grad Celsius ein.
  3. Tragen Sie Ionisationsfaktor und Druckpotential in Megapascal ein.
  4. Wählen Sie Wasserpotential berechnen und vergleichen Sie osmotisches und Gesamtpotential.

Häufige Fragen zum Wasserpotential

Was bedeutet ein negatives Wasserpotential?

Das Wasser hat weniger potentielle Energie als reines Wasser im Referenzzustand. Bei vorhandenem Transportweg bewegt es sich tendenziell aus einem Bereich mit höherem Wert dorthin.

Warum wird die Temperatur in Kelvin umgerechnet?

Die van't-Hoff-Gleichung benötigt eine absolute Temperaturskala. Durch Addition von 273.15 zu Grad Celsius erhält man den für die Gasbeziehung verwendeten Kelvinwert.

Welchen Ionisationsfaktor sollte ich verwenden?

Verwenden Sie 1 für einen Stoff, der in idealer Lösung als intakte Moleküle vorliegt. Bei dissoziierenden Elektrolyten gilt die effektive Teilchenzahl je Formeleinheit; reales Verhalten kann nichtideal sein.

Ist das Druckpotential immer positiv?

Nein. Der Turgordruck in Zellen ist meist positiv, Wasser unter Zugspannung kann jedoch ein negatives Druckpotential haben. Geben Sie das zum modellierten System passende Vorzeichen ein.

Ist das Matrixpotential enthalten?

Nein, der Rechner addiert nur osmotisches Potential und Druckpotential. Für Böden und poröse Medien können zusätzlich Matrix- und Gravitationskomponenten erforderlich sein.