Zeitspanvolumen-Rechner

Berechnen Sie das Zeitspanvolumen beim Fräsen aus Tischvorschub, axialer Schnitttiefe und radialer Schnittbreite.

MRR-Rechner für die Zerspanung
Verwenden Sie einheitliche metrische Schnittdaten für einen rechteckigen Fräsquerschnitt.

Über das Zeitspanvolumen

Das Zeitspanvolumen, auch Material Removal Rate oder MRR, beschreibt das pro Zeiteinheit vom Werkstück abgetragene Materialvolumen. Es ist ein nützliches Produktivitätsmaß, da es die Vorschubgeschwindigkeit mit der Fläche des Eingriffsquerschnitts verbindet. Für einen rechteckigen Fräsquerschnitt wird näherungsweise der Tischvorschub mit der axialen Schnitttiefe und der radialen Schnittbreite multipliziert. Bei Eingaben in Millimetern und Minuten ergibt sich das Ergebnis in Kubikmillimetern pro Minute. Die Vorschubgeschwindigkeit ist die lineare Geschwindigkeit, mit der sich der Fräser durch das Werkstück bewegt. Sie lässt sich aus Spindeldrehzahl, Zähnezahl und Zahnvorschub berechnen; dieser Rechner erwartet jedoch direkt den daraus resultierenden Tischvorschub. Die Schnitttiefe ist der axiale Eingriff, meist ap genannt, die Schnittbreite der radiale Eingriff, meist ae genannt. Das einfache Produkt gilt für Plan-, Nut- und Umfangsfräsen, sofern der abgetragene Querschnitt annähernd rechteckig ist. Ein hohes Zeitspanvolumen bedeutet nicht automatisch einen optimalen Prozess. Spindelleistung, Drehmoment, Steifigkeit und Spanabfuhr der Maschine sind begrenzt. Auch Werkzeuge haben empfohlene Bereiche für Spanbelastung und Schnittgeschwindigkeit. Mehr Vorschub, Breite oder Tiefe erhöht den Rechenwert, kann aber Rattern, Werkzeugdurchbiegung, Überhitzung, schlechte Oberflächen oder vorzeitigen Ausfall verursachen. Orientieren Sie sich an Herstellerdaten und stabilen Prozessgrenzen, statt nur einen Kennwert zu maximieren. Die Berechnung beschreibt programmierte Schnittbedingungen, nicht unbedingt die mittlere Produktionsleistung. Ein- und Ausfahrbewegungen, Werkzeugwechsel, Eilgang, Antasten, Beschleunigung und teilweiser Fräsereingriff senken den effektiven Abtrag über den gesamten Zyklus. Bei komplexen Werkzeugwegen verändert sich der Eingriff zudem laufend. CAM-Software oder Maschinenüberwachung kann für eine detaillierte Zyklusplanung einen zeitgewichteten Mittelwert liefern. Der einfache Wert bleibt hilfreich, um stationäre Fräsbahnen zu vergleichen und geplante Schnitte auf Plausibilität zu prüfen. Je nach Bearbeitungsverfahren gelten andere MRR-Formeln. Beim Bohren zählen Lochquerschnitt und Vorschubgeschwindigkeit, beim Drehen meist Schnittgeschwindigkeit, Vorschub pro Umdrehung und Schnitttiefe. Schleifen und nichtkonventionelle Verfahren benötigen andere Modelle. Verwenden Sie diese Formel für rechteckige Fräsquerschnitte nur bei passender Geometrie. Prüfen Sie vor dem Vergleich veröffentlichter Werte die Einheiten: Kubikzoll und Kubikzentimeter pro Minute können numerisch ähnlich aussehen, aber sehr unterschiedliche Volumina darstellen.

Beispiele zum Zeitspanvolumen

SchnittparameterMRRBearbeitung
500 mm/min, 2 mm tief, 10 mm breit10,000 mm3/minAllgemeines Fräsen
240 mm/min, 0.5 mm tief, 8 mm breit960 mm3/minSchlichtgang
800 mm/min, 3 mm tief, 20 mm breit48,000 mm3/minSchruppgang
300 mm/min, 1.5 mm tief, 6 mm breit2,700 mm3/minSeitenfräsen

So berechnen Sie das Zeitspanvolumen

  1. Geben Sie den programmierten Tischvorschub in Millimetern pro Minute ein.
  2. Geben Sie die axiale Schnitttiefe in Millimetern ein.
  3. Geben Sie die wirksame Schnittbreite in Millimetern ein.
  4. Klicken Sie auf Zeitspanvolumen berechnen und vergleichen Sie das Ergebnis mit Maschinen- und Werkzeuggrenzen.

Häufige Fragen zum Zeitspanvolumen

Wie lautet die MRR-Formel beim Fräsen?

Multiplizieren Sie Vorschubgeschwindigkeit, Schnitttiefe und Schnittbreite. Eingaben in Millimetern und Minuten ergeben Kubikmillimeter pro Minute.

Ist ein höheres Zeitspanvolumen immer besser?

Nein, es verbessert die Produktivität nur bei stabilem und sicherem Schnitt. Werkzeugbelastung, Leistung, Steifigkeit, Wärme, Oberflächengüte und Spanabfuhr begrenzen das nutzbare Zeitspanvolumen.

Gilt diese Formel auch beim Bohren?

Nein, eine Bohrung hat einen kreisförmigen Querschnitt und benötigt eine andere Formel. Dieser Rechner modelliert einen rechteckigen Fräseingriff.

Was unterscheidet Vorschubgeschwindigkeit und Zahnvorschub?

Der Zahnvorschub ist die Vorgabe für die Spandicke je Schneide. Der Tischvorschub kombiniert ihn mit Zähnezahl und Spindeldrehzahl und beschreibt den linearen Weg pro Minute.

Warum kann das tatsächliche Zeitspanvolumen geringer sein?

Der einfache Wert beschreibt stationäres Schneiden bei vollem Eingriff. Bewegungen ohne Schnitt, Beschleunigung, wechselnder Eingriff und Werkzeugwechsel senken den Mittelwert des gesamten Zyklus.