Biegezugabe-Rechner

Biegezugabe, Rücksprung und Biegeverkürzung für die Blechfertigung berechnen.

Rechner für Blechbiegungen
Geben Sie die fertige Biegegeometrie und den K-Faktor der neutralen Faser ein.

Über die Biegezugabe

Die Biegezugabe ist die Länge der neutralen Faser im gebogenen Bereich eines geformten Blechs. Sie wird benötigt, um aus der Zeichnung eines fertigen Bauteils eine genaue Abwicklung zu erstellen. An der Biegeinnenseite wird das Material gestaucht, an der Außenseite gedehnt. Dazwischen liegt die neutrale Faser, deren Länge annähernd unverändert bleibt. Ihre Lage wird durch den K-Faktor beschrieben. Der Rechner verwendet die übliche Beziehung: Biegewinkel im Bogenmaß multipliziert mit der Summe aus Innenradius und K-Faktor mal Materialdicke. Bei einem K-Faktor von 0.5 liegt die neutrale Faser in der Blechmitte, bei kleineren Werten näher an der Innenfläche. Praxiswerte liegen häufig zwischen 0.3 und 0.5. Der passende Wert hängt jedoch von Legierung, Werkstoffzustand, Dicke, Walzrichtung, Werkzeug, Biegeverfahren und Radius-Dicken-Verhältnis ab. Der äußere Rücksprung ist der Abstand von der theoretischen Schnittlinie der Außenflächen zum Tangentenpunkt des jeweiligen Schenkels. Er entspricht Innenradius plus Dicke, multipliziert mit dem Tangens des halben Biegewinkels. Die Biegeverkürzung ergibt sich aus dem doppelten äußeren Rücksprung minus Biegezugabe. Sind in der Zeichnung Schenkelaußenmaße angegeben, erhält man die Abwicklungslänge für eine Biegung, indem man die Biegeverkürzung von deren Summe abzieht. Bei Tangentenmaßen kann die Biegezugabe direkt zwischen den geraden Abschnitten addiert werden. Für präzise Fertigung sollte ein K-Faktor oder eine Biegeverkürzungstabelle verwendet werden, die an der tatsächlichen Abkantpresse, dem Werkzeug und der Materialcharge geprüft wurde. Freibiegen, Gesenkbiegen und Prägebiegen verschieben die neutrale Faser unterschiedlich. Zudem verändert die Rückfederung den zum Erreichen der gewünschten Endgeometrie nötigen Umformwinkel. Verwenden Sie einheitliche Einheiten; diese Seite nutzt Millimeter für Dicke, Radius und Ausgabe. Die Ergebnisse eignen sich für Schätzungen, CAD-Prüfungen und erste Abwicklungen. Fertigen Sie vor dem Zuschnitt einer großen Serie eine Probe, messen Sie das gebogene Teil und passen Sie die betrieblichen Biegedaten an, damit die Abwicklung reale Fertigungsbedingungen statt eines allgemeinen theoretischen Werts abbildet.

Beispiele zur Biegezugabe

Beispielwerte für gängige Blechbiegungen.

EingabenZugabe und VerkürzungAnwendung
T 2 mm, A 90°, R 3 mm, K 0.33BA 5.749 mm, BD 4.251 mmRechtwinkliger Halter
T 1.5 mm, A 45°, R 2 mm, K 0.40BA 2.042 mm, BD 0.857 mmGehäuseflansch mit kleinem Biegewinkel
T 3 mm, A 120°, R 4 mm, K 0.35BA 10.577 mm, BD 13.672 mmTragendes Blechbauteil

So berechnen Sie die Biegezugabe

  1. Geben Sie die gemessene oder nominale Blechdicke ein.
  2. Geben Sie den für das fertige Bauteil erforderlichen Biegewinkel ein.
  3. Geben Sie den vom Werkzeug erzeugten Innenbiegeradius ein.
  4. Geben Sie den K-Faktor für Material und Verfahren ein.
  5. Berechnen Sie die Werte und verwenden Sie die zur Bemaßung Ihrer Abwicklung passende Zugabe oder Verkürzung.

Häufige Fragen zur Biegezugabe

Was ist der K-Faktor beim Blechbiegen?

Der K-Faktor ist der Abstand der neutralen Faser von der Innenfläche geteilt durch die Materialdicke. Er beschreibt näherungsweise die Stelle, an der das Material beim Biegen von Druck zu Zug übergeht.

Wie unterscheiden sich Biegezugabe und Biegeverkürzung?

Die Biegezugabe ist die abgewickelte Länge der neutralen Faser im Biegebereich. Die Biegeverkürzung wird von der Summe der Schenkelaußenmaße abgezogen, um die Abwicklungslänge zu erhalten.

Wie wähle ich den Innenbiegeradius?

Nutzen Sie den fertigen Innenradius aus der Zeichnung oder den Radius, den Werkzeug und Verfahren erzeugen. Beim Freibiegen entspricht der Stempelradius nicht immer dem fertigen Radius.

Kann ein K-Faktor für alle Materialien verwendet werden?

Nein. Die Lage der neutralen Faser hängt von Material, Dicke, Radius, Werkzeug und Biegeverfahren ab. Kalibrierte Betriebswerte oder eine Probebiegung liefern zuverlässigere Fertigungsergebnisse.

Warum weicht mein gefertigtes Teil von der Berechnung ab?

Rückfederung, Dickentoleranz, Walzrichtung, Werkzeugverschleiß und Maschineneinstellung können das Ergebnis verändern. Führen Sie eine Probebiegung durch und aktualisieren Sie die Biegetabelle, bevor Sie teures Material einsetzen.