Schneelast-Rechner

Schätze die gleichmäßig verteilte Dachschneelast aus Bodenschneelast, Dachneigung, Exposition, thermischen Bedingungen und Gebäudebedeutung.

Vorläufige Dachschneelast
Diese vereinfachte Schätzung nach ASCE-Art dient der Planung und Lehre, nicht der endgültigen Tragwerksbemessung.

Über die Berechnung von Dachschneelasten

Ein Schneelast-Rechner wandelt die kartierte Bodenschneelast mithilfe von Umwelt- und Gebäudebeiwerten in eine vorläufige gleichmäßig verteilte Dachlast um. Dieses Werkzeug nutzt eine Flachdachbeziehung nach ASCE-Art: 0.7 multipliziert mit Expositions-, Temperatur- und Bedeutungsbeiwert sowie der Bodenschneelast. Anschließend wird ein vereinfachter Neigungsbeiwert angewandt. Bis 30 Grad bleibt die volle gleichmäßige Last erhalten, zwischen 30 und 70 Grad wird sie linear reduziert, und ab 70 Grad ergibt dieses vereinfachte Modell eine gleichmäßige Last von null. Bodenschneelast ist nicht Schneehöhe. Sie bezeichnet das Schneegewicht pro horizontalem Quadratfuß Bodenfläche auf Grundlage von Klimadaten und eingeführten Bemessungskarten. Nasser, verdichteter Schnee kann bei gleicher Höhe erheblich schwerer sein als frischer Pulverschnee. Entnimm den Bemessungswert dem geltenden Bauregelwerk, amtlichen Gefährdungsdaten oder der zuständigen Behörde. Im Gebirge oder an Orten ohne Kartenwerte können standortspezifische Untersuchungen erforderlich sein. Die Exposition beschreibt den Einfluss des Windes auf den Schneerückhalt. Ein freies Dach in offenem Gelände kann mehr Schnee verlieren und einen niedrigeren Beiwert verwenden; ein durch Bäume, Nachbargebäude oder Gelände geschütztes Dach kann mehr Schnee halten und einen höheren Beiwert benötigen. Die thermischen Bedingungen berücksichtigen Wärmeverluste durch das Dach. Ein beheiztes Gebäude kann Schnee an der Dachfläche schmelzen, während er auf einem kalten, unbeheizten Gebäude liegen bleibt. Die Bedeutung erhöht oder verringert die Bemessungszuverlässigkeit entsprechend Nutzung und Versagensfolgen. Die Neigung kann das Abrutschen fördern, doch Dachmaterial, Oberflächentemperatur, Hindernisse, Attiken, Schneefangsysteme und Dachgeometrie beeinflussen ebenfalls, ob Schnee abrutscht. Die einfache lineare Abminderung hier bestimmt das tatsächliche Rutschverhalten nicht. Regelwerke unterscheiden warme und kalte Dächer und können Mindestlasten oder Einschränkungen der Neigungsabminderung vorgeben. Nimm niemals ohne Prüfung aller geltenden Bestimmungen an, dass ein steiles Dach keine Schneelast trägt. Die gleichmäßige Lastverteilung ist nur ein Bemessungsfall. Maßgebend können unsymmetrische Belastung, Verwehungen an Höhensprüngen und Attiken, abrutschender Schnee von höheren Dächern, Regen auf Schnee, Teilbelastung, Eisbildung und örtlich konzentrierte Wirkungen sein. Windrichtung und Nachbarbauten können Verwehungen erzeugen, die deutlich schwerer als das gleichmäßige Ergebnis sind. Auch Dachbauteile, Anschlüsse, Scheiben, Wände und Fundamente müssen mit den vorgeschriebenen Lastkombinationen geprüft werden. Nutze das Ergebnis für grobe Vergleiche, Lernaufgaben oder erste Projektgespräche. Es ersetzt weder das örtlich eingeführte Regelwerk noch einen qualifizierten Tragwerksplaner. Prüfe vor Planung oder Bau die Regelwerksausgabe, kartierte Bodenschneelast, Standorthöhe, Exposition, thermische Einstufung, Risikokategorie, Neigungsansätze, Mindestdachlast, Verwehungen und Lastkombinationen. Zeigt ein bestehendes Dach Schäden, ungewöhnliche Durchbiegungen, Risse, Undichtigkeiten oder übermäßige Schneeanhäufungen, halte Personen fern und lasse es fachkundig beurteilen, statt dich auf einen Rechner zu verlassen.

Beispiele zur Schneelastberechnung

Die Beispiele zeigen, wie Umweltbeiwerte und Dachneigung die vorläufige gleichmäßige Last verändern.

BemessungsbedingungenDachschneelastBerechnung
30 psf Bodenschneelast, 45 Grad, beheiztes Dach mit üblicher Nutzung13.125 psfDie Flachdachlast von 21 psf wird mit dem Neigungsbeiwert 0.625 multipliziert.
50 psf, 20 Grad, geschütztes unbeheiztes Dach einer wichtigen Versorgungseinrichtung55.44 psfExpositions-, Temperatur- und Bedeutungsbeiwert erhöhen jeweils die Last.
40 psf, 30 Grad, exponiertes beheiztes Dach mit üblicher Nutzung25.2 psfBei 30 Grad bleibt der Neigungsbeiwert in diesem vereinfachten Modell eins.

So schätzt du die Dachschneelast

  1. Ermittle die amtliche Bodenschneelast für den genauen Projektstandort.
  2. Gib die Dachneigung ein und wähle Exposition sowie thermische Bedingungen.
  3. Wähle die zur Nutzung passende Bedeutungskategorie des Gebäudes.
  4. Wähle Schneelast berechnen, um Flachdachwerte und neigungsangepasste Werte anzuzeigen.
  5. Lass Mindestlasten, Verwehungen, abrutschenden Schnee und unsymmetrische Lastfälle fachkundig nach Regelwerk prüfen.

Häufige Fragen zum Schneelast-Rechner

Sind Bodenschneelast und Dachschneelast gleich?

Nein, die Bodenschneelast ist der kartierte klimatische Ausgangswert. Bei der Dachlast werden Exposition, Temperatur, Bedeutung, Neigung, Mindestlasten und weitere Regelwerksvorgaben berücksichtigt.

Wo finde ich die Bodenschneelast?

Nutze das örtlich eingeführte Regelwerk, amtliche Gefährdungskarten oder die zuständige Behörde. Im Gebirge und an besonderen Standorten kann eine standortspezifische Schneeuntersuchung nötig sein.

Hat ein steiles Dach immer eine Schneelast von null?

Nein. Oberfläche, Hindernisse, Schneefang, Temperatur, Mindestvorgaben und Rutschverhalten spielen eine Rolle. Der angezeigte Neigungsbeiwert ist nur ein vereinfachtes vorläufiges Modell.

Berücksichtigt der Rechner Schneeverwehungen?

Nein, er schätzt nur eine gleichmäßig verteilte Last. Dachversprünge, Attiken, Nachbarbauten, Kehlen und höhere Dächer können maßgebende Verwehungs- oder Rutschlasten erzeugen.

Kann ich damit Sparren oder Fachwerkträger bemessen?

Nicht allein mit diesem Ergebnis. Die Bemessung benötigt regelkonforme Lasten, Lastkombinationen, Spannweiten, Abstände, Materialkennwerte, Anschlüsse, Gebrauchstauglichkeitsnachweise und fachliches Urteil.